Ist Zahnbleaching schädlich?

Kaffee-, Rotwein- und Nikotinspuren auf Zähnen sind ein kosmetisches No-Go - Ob man mit Zahnbleaching seinen Zahnschmelz riskiert fragt Userin Brigitte K. aus Amstetten

Citric Acid, Hydroxyethylcellulose, Natriumpyrophosphat, Wasserstoffperoxid, Titanium Dioxide, PEG 40 Hydrogenated Castor Oil, Cocamidopropyl Betaine... Der Nicht-Chemiker macht sich auf die Inhaltsangaben diverser Zahnbleichungsprodukte keinen Reim. Aber egal. Was tut man nicht alles für ein strahlendes Lächeln. Deshalb wird mit Zahnbleaching für eine perfekte Optik gesorgt. In Eigenregie oder beim Zahnarzt in der Praxis werden Gele und Pasten mit Streifen, Schienen oder Pinsel auf die verfärbten Beißerchen gebracht, wo sie ihre aufhellende Wirkung entfalten. 

Bleicheffekt durch Wasserstoffperoxid

Hauptverantwortlich für den Bleicheffekt ist Wasserstoffperoxid. Der Mechanismus dahinter: die chemische Verbindung, die im Friseursalon aus Schwarzhaarigen Blondinen macht, setzt in der Zahnoberfläche bleichende Sauerstoffradikale frei. Aus gelb wird dadurch weiß. Je höher dabei die Peroxidkonzentration, desto weißer das Resultat. Das erklärt auch warum das Ergebnis in der zahnärztlichen Praxis ein wesentlich helleres ist. Die dort verwendete Dosierung liegt mit bis zu 35%igen Lösungen weit über den Do-it-yourself-Mitteln. 

Risikoärmer mit Energiezufuhr

Neben dem hochprozentigen chemischen Bleaching sorgt der Zahnarzt zusätzlich mit photothermischen Methoden für eine höhere Effizienz. Mit Licht oder Laser wird die Freisetzung bleichender Radikale beschleunigt. So reduziert sich neben der Einwirkungszeit der bleichenden Peroxidlösung auch das mögliche Risiko einer Zahnschädigung. Eigene UV-Absorber-Komponenten verhindern drohende Verbrennungen infolge der hohen Temperaturentwicklung und sind deshalb in In-Office-Bleichgelen immer zu finden. 

Besonders problematisch: Niedriger pH

Laut Herstellerfirmen sind sowohl professionelle wie auch amateurhafte Bleaching-Lösungen bei entsprechender Anwendung vollkommen unbedenklich für Zähne und Zahnfleisch. Trotzdem wird über die schädigenden Folgen seit Jahren heftig diskutiert. Für Johann Wernisch, Physiker am Institut für Festkörperphysik an der Technischen Universität in Wien Grund genug, um in den Jahren 2004 bis 2006 verschiedene Bleachingprodukte genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Ergebnisse seiner physikalischen Analysen belegen, dass in Abhängigkeit von Anwendungsdauer, Konzentration und Säurewert sämtliche Home- wie In-Office-Produkte Schmelzschäden verursachen können. Als besonders problematisch zeigten sich Bleichungsmittel mit niedrigem pH-Wert. Standardmäßig werden diese sauren Produkte besonders von Homebleachern verwendet. Ihre schädigende Wirkung auf den Zahnschmelz ist deutlich größer als die von neutral bis basisch wirkenden Mitteln, auch bei hoher Bleichmittelkonzentration.

Unbemerkter Zahnschmelzschaden

Das Problem für den Anwender: Von einem Schaden am Zahnschmelz bemerkt er vorerst leider nichts, denn die Veränderungen beginnen im mikroskopischen Bereich. Makroskopisch wird der irreparable Schaden erst nach geraumer Zeit sichtbar. Erscheint die Zahnoberfläche einmal matt, dann hat eine Entmineralisierung der Zähne durch Verätzung bereits stattgefunden.

Vorübergehende Heiß-Kalt-Empfindlichkeiten oder irritiertes Zahnfleisch sind kein Hinweis für eine beginnende Schädigung sondern ein Phänomen mit dem angeblich jeder fünfte Anwender zumindest am Beginn der Bleichbehandlung zu kämpfen hat. Fluoridierung im Anschluss an das Bleaching vermindert diese Empfindlichkeit. 

Zahnärztliche Kontrolle im Vorfeld

Wenig Energie und geringe Konzentrationen an Wasserstoffperoxid werden benötigt, wenn man die Zähne mit einem von Wernisch entwickelten Katalysator bleichen lässt. Das Verfahren gilt als besonders schonend. Eine Schädigung des Schmelzes konnte bis dato nicht beobachtet werden. 

Ob mit Licht, Laser oder Katalysator - in der Hand von Professionisten muss man beim Bleaching im Regelfall nicht um die Gesundheit der Zähne fürchten. Allen Homebleachern sei neben der korrekten Anwendung der Produkte empfohlen sich im Vorfeld einem zahnärztlichen Blick zu unterziehen, denn bei einem bestehenden Zahnschmelzschaden ist Zahnbleaching in jedem Fall kontraproduktiv.(derStandard.at, 21.01.2010 )

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Finger (Zähne) weg ! Nur vom Profi bleachen lassen !!

Hallo, wollte das mal loswerden: Diese ganzen Mittelchen, und Smilebars und "Kosmetik" Bleachingstudios NUTZEN NICHTS !!! Bin leider auch recht anfällig alles neues auszuprobieren- aber echt dass ist nur rausgeschmissenes Geld. Besser sparen und mal zur PZR ( Zahn Reinigung ). Laser Bleaching ist cool kostet aber auch. Die Zahnärzte raten derzeit dringend von diesem PseudoBleaching ab:Quelle: https://www.facebook.com/BleachingWien
Da ist ein Artikel vom ORF mir einem Interview mit einem Professor von der Zahnklinik Wien, er spricht sogar von "vorgegaukeln"und "Irreführung, denn „Präparate mit unter 0,1 Prozent Agens kann sich jedermann selbst besorgen" LG A.

Manche Apotheken bieten Zahnsteinentfernungsstifte an

Die Dinger sehen auswie ein ausgefahrener rotbrauner Lippenstift und sind auf einem rundlichen Griff montiert.
Mit dem Stift laut Gebrauchsanweisung die Zähne max. alle drei Wochen gründlich polieren (auch in den Zwischenräumen, deshalb die Lippenstiftform) und dann -das wird hervorgehoben- gründlich den Mund mit Wasser spülen.
Das mx. alle 3 Wochen und das ordentlich Spülen nach der Anwendung lässt schließen, dass das Ding nicht ganz harmlos ist und, btw, nicht ganz billig.
Leider kann ich die Inhaltsstoffe nicht nennen; -die Packung ist entsorgt.

Das erinnert mich an eine Studie, die ich mal in Ö1 gehört habe: Zahnärztinnen und -e sind in der Diagnosestellung zu zuverlässig und ehrlich wie ... Automechanikerinnen und -er!
Das bedeutet: wenn mit einem total gesundem Zahn (Auto) dort hingehst, nehmen 9 von 10 (!!!) Eingriffe vor. Prost!

Was sind bitte "Automechanikerinnen"???

Autoschrauber mit Brüsten, das gibt es schon seit Jahrzehnten.

ja und bei manchen kommen

die brüste vom biertrinken, das sind dann biertrinkerInnen

der gesunde menschenverstand sagt, es ist schädlich ....

wie botox und andere verschönerungskünste. elfenbein kann man auch nicht weißer macher, es bleibt immer elfenbein.

Ich habe einen Zahnarzt gefragt, der mir sagte, er habe sich zwar nicht so detailliert mit dem Thema beschäftigt,

aber er beobachte, dass Leute mit gebleichten Zähnen später sehr oft bei ihm über Schmerzen klagen.

Polieren statt Bleachen

habe letzten winter (vermutlich durch viel tee und glühwein) auch zum ersten mal auffällige verfärbungen bekommen. habe darauf hin meine zähne polieren lassen (das ist nur mechanisch, nicht chemisch). die zähne waren wieder wunderschön weiß und der gesunde nebeneffekt ist, dass sie spiegelglatt sind und sich dadurch weniger schnell wieder was anheftet.

"nur" mechanisch!!

*ggg*

Wenn ein Beitrag schon mit einem englischen Scheißvokabel wie "Bleaching" beginnt:

dann ist der Rest ein Furz!

Bleaching ist ja wohl nur ein Euphemismus,

"bleichen" legt den chemischen Einsatz und damit die Schädlichkeit nahe. "Bleaching" ist halt irgend etwas, dass die Zähne weisser macht. PS: Bin zwar kein Kellernazi, verwende aber auch lieber deutsche Ausdrücke als Anglizismen.

..wenn ein Posting mit "Furz!" endet, ist der Rest davor auch nicht besser.

Richtig - politisch korrekt müsste es in Österreich

SCHAS heißen ;-)

Wenn Sie es so bekümmert, dann werde ich das nächste mal merkantiler Flatus schreiben!

Du vermeidest sicher auch andere "englische" Vokable, etwa Schokokeks ("cakes"), fescher Anzug (fash ist kurz für fashionable), Computer (diverse Extremisten machen sich ja sogar mit teutschen Sondervokabeln a la "Weltnetz" lächerlich) usw?

ahh das is dasnn dieser komische winkel im www wo man heimatseiten gewisser parteien und organisationen finden kann, oder? da ganz hinten wo's oft a bisserl braun wird weil blau und orange verschwimmen....

Ich lese auch Bücher in englischer Sprache,

Ich bin durchaus wortgewandt, aber immer wenn ich englische bzw. anglisierte englische Worte lese oder höre, steckt meist die Absicht dahinter irgend etwas zum Verkauf interessant zu machen. So ist auf der WEB Seite einer Elektronik-Schwindelfirma zu lesen: "for safer mobiling". Hier werden dem Publikum nutzlose Hüllen für's Mobiltelephon verkauft, obendrein wirbt der Händler mit dem Logo der Kinderkrebshilfe für seine Scharlatanerieprodukte. Die Ethik ist ein Luder: Ist es moralisch einwandfrei sich vom Geld, das mit Verkauf von Scharlatanerieprodukten, also Humbug, geamcht wird, etwas geben zu lassen?
http://www.care-cover.com/Shop.asp

Brilliant!

Danke für den Link

my favourite is for shure the "Handy-Pyjama"!!

Ganz meine Meinung, je grösser der zu vermarktende Mist, desto frequenter die Anglizismen in der Werbung.
Oder warum sonst steht der ORF diesbezüglich in der ersten Reihe?
Mit Fremdwortparanoia ("Weltnetz" etc) hat das überhaupt nichts zu tun.

ich bin da schon mehr fürs wlan case das eine bis zu 99% strahlenreduzierte breitband-internet-nutzung garantiert. würd nur gern wissen warum ich wlan verwenden soll wenn ich dann max. einencm abstand zum router haben darf und bei 1kbit/s zu verfügung hab....und der laptop trotzdem munter weiterstrahlt...

Danke für den Zuspruch!

Hilft sehr ggen Verzweiflung.

wieso bleaching ist englisch für blechen ;-)

Wie ist denn Ihr Kommentar bitte durch die Zensur gekommen?

@angehender Medientechniker

ich glaube er hat Wort-Bleaching gemacht ;-)

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