Kritik an H&M

Modekonzern warf Winterkleidung weg

8. Jänner 2010, 10:53

Die in New York entdeckten Säcke mit neuwertigem Gewand hätten gespendet werden können

New York - Die schwedische Modekette H&M sieht sich heftigen Protesten ausgesetzt, nachdem bekannt wurde, dass nicht verkaufte Ware ihres New Yorker Mega-Stores mutwillig zerstört und weggeworfen wurde. Wie die "New York Times" am Donnerstag berichtete, wurden in der Nähe eines H&M-Geschäfts im Herzen Manhattans Kleidersäcke mit ungebrauchter warmer Winterkleidung gefunden. Diese war jedoch teilweise mit Rasierklingen oder Messern zerschnitten. So fehlten an Handschuhen die Finger, bei Männerjacken war die Wattierung herausgerissen.

Angesichts der klirrenden Kälte, die den vielen Obdachlosen in New York zu schaffen macht, gab es beim Internet-Netzwerk Facebook harsche Kritik an der Firma. Einige Schreiber erklärten bereits, dass sie die Modekette, die für ihre günstige Kleidung bekannt ist, künftig boykottieren werden. Ein Unternehmenssprecher sagte, die Kleidung hätte nicht gespendet werden können, weil sie bestimmten Qualitätsnormen nicht entsprochen habe. Die Modekette werde jedoch daran arbeiten, ihre bisherige Praxis zu ändern. (APA/AFP)

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Posting 1 bis 25 von 55
1 2
bb47
01
13.1.2010, 16:52
Tja

ganz so einfach ist das nicht.
Wenn es bestimmten Normen nicht entspricht, kann H&M dafür verklagt werden. Ob sie die Kleidung verkaufen oder verschenken, ist dabei egal. Nicht vergessen, wir reden von H&M USA.

Wenn die Kleidung vor Entsorgung nicht zerstört wird, dann kann man H&M vorwerfen, das an Mitarbeiter verschenkt zu haben. Bei Mitarbeitern ist das geldwerter Vorteil - zu versteuern.

Und wenn man das nur so in die Mülltonne gibt, kommen regelmäßige findige Mitarbeiter auf die Idee, das Zeugs über eBay zu verramschen.

Ich darf als Restaurant auch kein Essen (auch kein unangetastetes - was serviert wurde, ist serviert) von einem Teller runterrecyclen und den Armenküchen geben.

Anna Purna
 
01
11.1.2010, 13:36
na sowas,

die werfen nicht verkauftes weg. bei allen anderen, von denen man nie was hört, bleibt wahrscheinlich nie was über.
that's life - oder - that's capitalism.

1000 Kopfläuse können nicht irren
00
11.1.2010, 12:01
H&M zeigt damit ganz klar, was ihnen die Arbeit der Arbeiterinnen wert ist, die ihre Bekleidung produzieren.

Eigentlich erschütternd, aber die Vorfälle und das beharrliche Festhalten an dieser Praxis zeigt auf um was es dem Unternehmen wirklich geht.

Herzerzog Johann
31
11.1.2010, 10:49
Solange es sein Eigentum ist ...

... soll doch jeder wegwerfen was er will.

Nickel Surfer
02
11.1.2010, 11:06
kalt, kälter, Konzerne...

und dann noch die Aussage:
"die Kleidung hätte nicht gespendet werden können, weil sie bestimmten Qualitätsnormen nicht entsprochen habe."
Das ist ja mehr als ehrlich, unter der Brücke müssen - wie wir es alle wissen - bestimmte Qualitätsnormen eingehalten werden!

mayall
01
11.1.2010, 09:17
Auswüchse

der Wegwerfgesellschaft.

astemp79
00
11.1.2010, 08:39

Wer in diesem Laden kauft - der auch schon mehrfach mit Kinderarbeit in Fernost und Afrika ins Gerede gekommen ist -, der trägt zu dessen unsozialem Verhalten bei.

FSK
00
10.1.2010, 14:54

müsste man sich da nicht auch über die Zerstörung "gefälschter" MarkenWare aufregen?

Franz Bim
 
211
10.1.2010, 11:56
Was erwartet ihr euch?

Wenn ihr so viel Mitleid mit den Obdachlosen habt, dann kauft doch selbst Gewand und verteilt es! Ich bin mir sicher, wenn ihr an H&M herantretet und tausende Jacken bestellt, dass ihr einen guten Preis bekommt.

Aber bitte verlangt nicht, dass H&M sich selbst drum kümmert. Die Logistik, die dafür notwendig ist, ist nämlich nicht ohne. Insbesonders dann nicht, wenn Mißbrauch vermieden werden soll. Weil sonst kaufen sich Leute unter einem gewissen Einkommen gar nichts mehr, sondern warten, bis sie es geschenkt bekommen.

Nicht, dass ich den verschwenderischen Umgang mit Ressourcen grundsätzlich toll finde, aber Vernichten ist nunmal die einfachste und sicherste Möglichkeit.

Und: Für Sozialleistungen sind nunmal Kirche und Staat zuständig.

XXhris
 
01
11.1.2010, 10:06

An Oamutschgal wia die schenk i kan Schülling,
oba na, i schenk da zwa, du bist a zwülling,
wö ana ala kann goa net ...

Franz Bim
 
01
11.1.2010, 11:09
"Hupf in Gatsch"...

... ist der Rat an Leute, die sich künstlich aufregen. Ich rege mich nicht auf, die linken Gutmenschen regen sich künstlich auf.

Frankensteins Fekternich
11
10.1.2010, 20:13

Sind Sie etwa der berühmte Fünfer?
Der wurde doch schon vor Jahren eingestellt.

Heavyweather
00
10.1.2010, 19:50
Wui...

Was für ein logistischer Aufwand...
Ein paar unterbezahlte Praktikanten und Innen...
Die verteilen dann das Zeug direkt.

Auch die Kirche und die Caritas muss von irgendwo die Spenden/Kleiderspenden usw. beziehen.

Vernichten sollte eigentlich rechtliche Folgen haben...auch bei Kopien von Produkten die als Hilfsgüter eingesetzt werden können.
Der Hersteller hat dann sowieso nichts von den Kopien...beschlagnahmen und spenden.

Franz Bim
 
20
11.1.2010, 10:02

"Was für ein logistischer Aufwand...
Ein paar unterbezahlte Praktikanten und Innen...
Die verteilen dann das Zeug direkt."

Ein paar LKWs braucht man auch noch;

und den Rest muss man erst wieder vernichten; also letztendlich ein zusätzlicher Aufwand;

sakreplo
00
12.1.2010, 14:34
"Was für ein logistischer Aufwand...

einen praktikanten bei hilfsorganisationen anrufen zu lassen : 'holts das klump ab, ist geschenkt!'

Franz Bim
 
00
12.1.2010, 20:01

Weil Hilfsorganisationen immer zum vereinbarten Termin erscheinen...

Galgenvogel
10
10.1.2010, 17:27

Kleidung, die nicht verkauft werden konnte, wurde noch extra zerstört und dann entsorgt. Wenn man die Kleidung einfach auf ein paar Mülltonnen geschmissen hätte, hätte es noch was gebracht(trotzdem ist das Spenden bei einer Organisation vorzuziehen), aber Handschuhe ohne Fingerschutz und Jacken ohne Wattierung machen gar keinen Sinn. Hätte sogar einen ökonomischen Vorteil das Zeug einfach wegzuwerfen, da dann niemand fürs Zerstören hätte bezahlt werden müssen.

Verstanden? oder soll ichs nochmal ganz laaangsam erklären?

Franz Bim
 
10
10.1.2010, 22:56

"Kleidung, die nicht verkauft werden konnte, wurde noch extra zerstört und dann entsorgt. Wenn man die Kleidung einfach auf ein paar Mülltonnen geschmissen hätte, hätte es noch was gebracht"

Eben das war offensichtlich nicht gewollt. Und irgendwie kann ich das auch verstehen, dass man sich mit wahllosem Verschenken (und einfach in die Mülltonne werfen kommt auf was ähnliches hinaus) das Geschäft mit dem Verkaufen kaputt machen kann und wenn man vom Verkaufen lebt, wird man sich halt hüten, gleichzeitig neuwertige Ware zu verschenken.

Galgenvogel
01
11.1.2010, 16:09

die kleidung entsprach nicht den q u a l i t ä t s n o r m e n

hätte sowieso nicht verkauft werden können. also wieso mutwillig zerstören? "nd irgendwie kann ich das auch verstehen, dass man sich mit wahllosem Verschenken (und einfach in die Mülltonne werfen kommt auf was ähnliches hinaus) das Geschäft mit dem Verkaufen kaputt machen kann und wenn man vom Verkaufen lebt, wird man sich halt hüten, gleichzeitig neuwertige Ware zu verschenken." hm, ja mir is ein unternehmen dass kleidung, die eh nicht verkauft wird an arme verschenkt beim arsch lieber als so vorzugehen wie du es beschrieben hast beim gsicht.

aber naja ohne menschen wie dich wärs ja fad... überall nur gutmenschen

alla riscossa
25
10.1.2010, 13:20
sag mal, denkst du immer so simpel?

keiner da
02

Ein Unternehmenssprecher sagte, die Kleidung hätte nicht gespendet werden können, weil sie bestimmten Qualitätsnormen nicht entsprochen habe.

---

wtf? aber verscherbeln kann man allemal? oder was wollte er in nicht neudeutsch auf unverständlich sagen?

accuser
110
Ich habe noch nie bei H&M gekauft.

Ich fühle mich unwohl in den Geschäften, ich weiß dass die eigentlichen Arbeiter jünger als die Käufer sind (auch in der Kinder- und Jugendabteilung. Slogan "Für Kinder gedacht, von Kindern gemacht"?). Zudem kaufe ich nur ungern ein und brauche deshalb Dinge, die ich 5 Jahre oder länger tragen kann, ohne dass Sie zerfallen.

Dass H&M ein böser, international agierender Konzern ist, dem ein einzelnes Menschenleben nichts bedeutet, ist jetzt keine große Überraschung, oder? Ist doch die Norm heutzutage, solange der Profit stimmt.

Yuya
02
10.1.2010, 12:36

Ich frag mich bloß, warum dieses Konzept gegen Kinderarbeit von Konsumenten so kurzsichtig verfolgt wird.
Der Ansatz ist gut, aber was hilft es H&M zu boykottieren und dann zB zu Silvester Kracher verballern, die auch aus Kinderarbeit stammen. Trinken Sie Kaffee, essen Sie mal eine Banane? Wer hat Ihre Schuhe erzeugt? H&M zu boykottieren ist nicht mal ein Anfang, wenn man stattdessen nicht Fairtrade-Kleidung kauft. Die meisten Marken produzieren doch ganz genauso, die Qualitätsunterschiede sind oft eingebildet, weil man mehr dafür bezahlt hat.
Das Argument kommt mir vor wie das einer Bekannten, die zur fettropfenden Pizza ein zuckerfreies Cola trinkt und meint, sie wäre auf Diät.

vis comica
011
Die müssen die dämlichste PR-Abteilung der Welt haben:

Qualität nicht entsprochen: verkaufen - ja
verschenken - nein

genial

Yuya
10
10.1.2010, 12:21

verkaufen: nein, verschenken: nein, entsorgen: ja.

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