Hausstaubmilben

Erkältung oder Allergie?

8. Jänner 2010, 11:22
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    foto: alk-abelló

    Hausstaubmilben sind Spinnentiere. Sie ernähren sich vorzugsweise von menschlichen Hautschuppen.

Hausstaubmilbenallergien werden häufig als harmlose Verkühlungen abgetan - Anhaltender Schnupfen sollte abgeklärt werden

Wien - Sinken die Temperaturen, steigt die Zahl schnupfender und niesender Menschen. Doch nicht immer sind Grippeviren die Verursacher von roten Nasen und Augen. Auch Hausstaubmilben sind für zahlreiche Österreicher in der Heizsaison eine große Belastung. Die Symptome eines grippalen Infektes und einer Allergie imponieren ähnlich und werden deshalb häufig verwechselt. Empfehlung der Experten: Dauern die Beschwerden länger als vier Wochen an, sollte ein Allergologe  konsultiert werden. Allergenreduktion in Kombination mit einer gezielten Behandlung kann Folgeerkrankungen wie chronisches Asthma verhindern.

Heizperiode besonders belastend

Hausstaubmilben sind die mikroskopisch kleinen Verwandten von Zecken und Spinnen. Sie sind mit freiem Auge nicht sichtbar, machen jedoch zahlreichen Menschen das Leben schwer. „Das Immunsystem von Allergikern reagiert überempfindlich auf das im Körper und Kot der Milbe enthaltene Eiweiß, das eine hohe allergische Potenz aufweist", erklärt Zsolt Szépfalusi von der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde in Wien. Die Heizperiode stellt für sensibilisierte Menschen die belastungsstärkste Zeit dar, denn durch das Aufdrehen der Heizung wird Staub aufgewirbelt, der unter anderem zahlreiche Milbenallergene enthält. Szépfalusi weiter: „Die Allergene verbinden sich mit der Atemluft und gelangen so auf die Schleimhäute von Augen und Atemwege und kommen mit der Haut in Berührung. Die Folgen können heftige Niesattacken, eine verstopfte oder laufende Nase, juckende, tränende Augen oder juckende Hautausschläge sein."

Nicht nur lästig

Da die Symptome sehr stark einer Erkältung oder einem grippalen Infekt ähneln, die zu dieser Jahreszeit ebenfalls gehäuft auftreten, wird die allergische Reaktion in vielen Fällen als harmlose Verkühlung abgetan. Eine mitunter folgenschwere Verwechslung, wie der Allergie-Experte bestätigt: „Eine Hausstaubmilbenallergie ist nicht einfach nur lästig. Unbehandelt kann die allergische Entzündung die oberen und die unteren Atemwege betreffen und eine schwere chronische Atemwegserkrankung verursachen, die zwar kontrolliert, aber nicht mehr völlig ausgeheilt werden kann. Mit Asthma hat man dann nicht nur während der Heizsaison sondern ein Leben lang zu kämpfen." Seine dringende Empfehlung: „Dauert der Schnupfen länger als vier Wochen an, sollte ein allergologisch versierter Facharzt aufgesucht werden."

Selbsttest & Diagnose beim Spezialisten

Zur ersten und kostenlosen Risikoabklärung gibt es einen klinisch geprüften Selbsttest auf der Startseite der IGAV. Der Test dauert nur wenige Minuten und liefert einen ersten Hinweis, ob die Beschwerden von einer Allergie stammen könnten. Die genaue Abklärung muss dann beim allergologisch versierten Facharzt für Kinderheilkunde, Haut-, Lungen- oder HNO-Krankheiten beziehungsweise im Allergie-Ambulatorium oder an der Allergie-Ambulanz in den Krankenhäusern erfolgen. „Wurde die Allergie bestätigt, sollte unverzüglich mit der Behandlung begonnen werden, die im Wesentlichen auf drei Säulen basiert: Allergenvermeidung, Linderung der Beschwerden und Entzündungsbehandlung sowie Ursachenbekämpfung", informiert Szépfalusi. Erster Schritt ist die Allergenreduktion. „Werden die Allergenvermeidungsmaßnahmen umfassend und konsequent betrieben, kann die Belastung deutlich spürbar eingedämmt werden. Gute Beratung und sorgfältige Planung der Sanierungsmaßnahmen sind entscheidend für den nachhaltigen Erfolg."

Milbenherd Schlaf- und Kinderzimmer

Milben lieben feucht-warmes Klima, weshalb sie sich in unseren Betten am wohlsten fühlen. Neben den idealen Lebensbedingungen finden sie auch ausreichend Nahrung in Form von menschlichen Hautschuppen und Pilzsporen. Szépfalusi: „Da die Milbenpopulation im Bett am größten ist, werden im Schlaf besonders viele Allergene eingeatmet. Dadurch sind die Beschwerden in den Morgenstunden am stärksten spürbar." Ausgangspunkt einer umfassenden Allergenvermeidung sollte deshalb das Schlaf- bzw. Kinderzimmer sein. „Eine einfache aber sehr effektive Maßnahme ist das „Verpacken" von Matratzen und Bettzeug mit speziellen Überzügen, sogenannten Encasings, die bereits vor Auftreten von allergischem Asthma und auch während einer medikamentösen Therapie weiter verwendet werden sollten. Gute Überzüge lassen Feuchtigkeit durch, halten jedoch Allergene aus Matratze, Tuchent und Polster dauerhaft fern vom Schlafenden und verhindern den Kontakt mit dem Allergen", so der Allergie-Experte. Beim Kauf sollte daher auf gute Qualität der zu verwendenden Produkte geachtet werden, da Tests gezeigt haben, dass viele Überzüge nach längerem Gebrauch an Wirkung verlieren.

Wohnraum sanieren...

„Um eine langfristig anhaltende Besserung der Beschwerden zu erzielen, ist die konsequente Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen wesentlich. Das Überziehen der Bettwäsche allein reicht oft nicht aus, um auf Dauer ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erzielen. Nur ein Bündel an Maßnahmen, kann eine nachhaltige Besserung bewirken", erklärt Szépfalusi. Der aufgewirbelte Staub verteilt Allergene (in geringerer Konzentration) auch in anderen Räumen. Eine Sanierung von Teppichen und Polstermöbeln sowie das Entfernen von Staubfängern wie Vorhänge, Plüschtiere etc. sind daher auch außerhalb des Schlafzimmers empfehlenswert. Zusätzlich hilft es, ein milbenfeindliches Klima durch regelmäßiges Stoßlüften zu schaffen.

...und Allergieursache bekämpfen

Durch dauerhafte Allergenvermeidung kann die Belastung für Allergiker stark reduziert, aber nicht vollständig eingedämmt werden. Um die Beschwerden zu lindern, kommen zusätzlich Medikamente zum Einsatz, die Symptome lindern (z.B. Antihistaminika und Kortison). Die spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung beziehungsweise Allergie-Impfung) ist die dritte therapeutische Säule. Sie bekämpft nicht nur die Beschwerden, sondern als einzige Behandlungsmethode auch die Ursache der Allergie. Allergikern wird dadurch die Möglichkeit einer raschen und lang anhaltenden Besserung ihrer Beschwerden geboten. „Ziel der SIT ist es, das Immunsystem Schritt für Schritt an das Allergen zu gewöhnen. Dabei wird der Allergie-Auslöser in langsam steigenden Dosen unter die Haut gespritzt oder unter die Zunge getropft bis die optimale Höchstdosis erreicht ist", so Szépfalusi „Durch die Anwendung modernster Allergenpräparate erzielt diese Behandlung heute bereits bei bis zu neun von zehn Patienten eine rasche und deutliche Besserung. Je früher mit einer Immuntherapie in Spritzenform oder als Tropfen unter die Zunge begonnen wird, desto größer ist die Chance, die Allergiesymptome zu reduzieren oder bestenfalls sogar zu verlieren."

In Entwicklung: Die Milbentablette

Die Entwicklung der Immuntherapie wird vorangetrieben. So wird bereits an einer Milbentablette geforscht, die es in den nächsten Jahren geben soll. Wie die in Österreich bereits zugelassene Gräsertablette soll dann auch die Milbentablette Erwachsenen und Kindern als innovative Therapieform zur Verfügung stehen. (red)

So macht man Milben das Leben schwer...

- Luftfeuchtigkeit um die 50%

- Schlafzimmer-Raumtemperatur von maximal 20°C

- Milbendichte Überzüge für Matratzen, Tuchents und Polster

- Verzicht auf Teppiche  und schwere, nicht waschbare Vorhänge und Polstermöbel

- In regelmäßigen Abständen Teppichböden mit antiallergenen Sprühlösungen behandeln

- Allergenfilter in Belüftungssystemen und Klimaanlagen.

- Vor der Heizperiode Heizkörper sorgfältig reinigen

- Im Schlafraum haben Tiere und Essen nichts verloren, beide bringen Nahrung für Milben

-  Drei bis vier mal täglich fünf bis zehn Minuten lüften

-  Tuchent und Polster im Fenster oder am Balkon täglich lüften

Link:

Interessensgemeinschaft Allergenvermeidung (IGAV)

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19 Postings
Take The Red Pill
00
10.1.2010, 13:58
Preisfrage:

Milben oder Schimmelallergie??????????

4 von 3 Ärzten hauen bei der Diagnose daneben.

phaidros
00

4 von 3? haben sie sich selber mitgerechnet?

hutti666
01

ich frage mich warum die verlinkte seite absolut ident mit dem artikel ist? und was genau macht das (red) am ende des artikels?

Kelborn
00

In regelmäßigen Abständen Teppichböden mit antiallergenen Sprühlösungen behandeln?

Völlig sinnlos!

twosisters
01
11.1.2010, 21:04
....sinnlos?

Nein - sicher nicht! Die herstellenden Firmen verdienen doch gut daran!
;-]

MfG
MTS

keiner da
00

- Im Schlafraum haben Tiere und Essen nichts verloren, beide bringen Nahrung für Milben

---

bescheidene frage an den experten: was machen leute, deren wohnung kleiner als 30m² ist und fast alles in einem raum haben - zwangsmäßig aus der größe resultierend? sich die ku.gel geben?

Emanuel S.
30

Wer meint in einer 30m² Wohnung bestimmte Tiere halten zu müssen, dem ist sowieso nicht mehr zu helfen.

Grummel
02
Da steht:So macht man Milben das Leben schwer

und nicht: "Wenn sie folgende Punkte nicht berücksichtigen, selber Schuld, krepieren Sie doch daran". Dass sich nicht jeder eine Wohnung mit getrennten Wohn- und Schlafbereich leisten kann ist doch wohl ein ganz anderes Thema

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eigene erfahrung

hatte (und habe nach wie vor) immer wieder grippe-ähnliche symptome, vor knapp 1 1/2 jahren dann diagnose hausstauballergie, juhu. es folgten komplettsarnierung (komplette wohnung war mit teppichboden ausgekleidet!!!!) und encasings für die betten etc. die ersten encasings die wir angeschafft haben waren katastrophal! rascheln ohne ende, man konnte nicht mehr schlafen. waren als DIE BESTEN angeprießen, prospekt bekam ich im allergiezentrum. sind zum vergessen. im internet gibts besssere. nervig ist das übernachten in hotels: reiselaken und mitnahme von eigenen polstern und tuchents. dann gehst ins zimmer und da steht eine 20 jahre alte couch und ich riech das problem schon bevor ich die couch seh....a so a sch....!

Nur-du-Din Pascha
00

warum nehmen sie zum übernachten in hotels nicht einfach antihistaminika?
is doch weit bequemer als jedes mal die bettwäsche mitzunehmen^^

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00

weil antihistaminika zwar nett sind und das problem ein wenig vermindern, aber bei weitem nicht ausschalten! ich hab chronische nebenhöhlenentzündung trotz antihistaminika, und nach einer kleinen ärzte-odysee muss ich einsehen dass es kein mittel gibt, dass meine allergische reaktion in den griff kriegen lässt. der einzige weg bei hausstauballergie ist generell die vermeidung dieser allergene, dann entsensibilisierung. medikamente helfen bei den wenigsten (mir ist keiner bekannt der damit was erreicht hat bei hausstauballergie, kenn aber auch nur ein knappes dutzend).

twosisters
01
11.1.2010, 21:15
Allergie

Bei mir war es zwar keine Hausstaubmilbenallergie, aber ich habe auf verschiedene Putzmittel & Konservierungsstoffe allergisch reagiert!
Teilweise recht dramatisch!
Die resultierende chronische Nebenhöhlenentzündung habe ich mit einer Abhängigkeit auf Nasentropfen bekämpft!

Habe dann Symbioflor Tropfen & die japanischen Bakterienflascherl aus dem Supermarkt geschluckt und spüle meine Nase täglich - zum Leidwesen diverser anwesender Familienangehöriger - mit NaCl und futtere Leinsamen ohne Ende!

Vertrage mittlerweile wieder alles und habe seit Jahren weder einen Allergische Reaktion gehabt noch eine Nasennebenhöhlenentzündng!

MfG
MTS

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12.1.2010, 00:20

nasenspülungen brachten zu beginn linderung, jetzt ist aber keine verbesserung mehr erkennbar. sprühe aber mehrmals täglich slazwasserlösung in die nase, das macht es bei mir deutlich angenehmer und diesen winter komme ich ohne größere probleme durch.

das mit symbioflor und konsorten werd ich mir mal genauer anschauen! danke für den tipp! darm ist sowieso eine schwachstelle bei mir!

twosisters
00
12.1.2010, 08:53
Immer gerne

Symbioflor Tropfen für die Verdauung (gibt es auch für Atemwege!)

MfG
MTS

contains sugar
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wann hattest du zuletzt hohes fieber (über 40)?

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11.1.2010, 13:46

wenn ich mich recht entsinne als kind, also vor 25-30 jahren.

contains sugar
00
11.1.2010, 18:31
wie das? nimmst du medikamente wenn du verkühlt/krank bist?

mein tipp: erkältungskrankheiten mal wieder richtig zulassen. man sollte lt. neuesten erkenntnissen etwa alle 5 jahre hohes fieber (bis 40 grad) bekommen, um das immunsystem richtig zu trainieren.

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00
12.1.2010, 00:16

nein, nehme keine medikamente, wurde aber über jahre wegen wiederkehrender seitenstranangina mit antibiotika belästigt, bis es mir zuviel war. fieber hab ich generell sehr sehr selten, auch nicht bei akuten nebenhöhlenentzündungsschüben.

contains sugar
00
12.1.2010, 10:30

hab ich schon öfter gehört, dass leute mit angina vorschnell antibiotika verschrieben bekommen anstatt krank geschrieben und ins bett gesteckt. das sind seltsame auswüchse unseres gesundheitssystems....
als erwachsener bekommt man sowieso nicht mehr so leicht fieber. fieber ist ein zeichen für ein fittes immunsystem, je älter man wird, desto mehr lässt auchdas immunsystem nach.
fieber oder eine grippe oder ähnliches fordern das immunsystem ordentlich. wenn das immunsystem falsch gepolt ist (also allergisch reagiert), kann fieber helfen, das wieder in ordnung zu bringen. das hab ich im bekanntenkreis mehrfach erlebt und ärzte bestätigen mir diese erkenntnis.

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