Justin Cannon und Chris Drotleff erschossen zwei Afghanen - zwei Söldner bei Anschlag auf CIA-Stützpunkt getötet
Raleigh/USA - Zwei ehemalige Söldner der US-Sicherheitsfirma
Blackwater sind wegen Mordes an zwei Afghanen verhaftet worden. Die beiden 27
und 29 Jahre alten Männer sollen im am 5. Mai 2009 in der afghanischen
Hauptstadt Kabul nach einem Verkehrsunfall auf einer Kreuzung zwei Insassen des
Unfallautos erschossen und eine weitere Person verletzt haben. Das geht aus der
Anklageschrift hervor, die auf der Webseite des USA-Justizministeriums veröffentlicht wurde.
Ihnen droht die Todesstrafe.
Justin Cannon und Chris Drotleff hatten kürzlich in einem Interview der AP die Schüsse
auf das Fahrzeug an einer Kabuler Straßenkreuzung mit der Begründung gerechtfertigt, sie hätten sich bedroht
gefühlt. Das Unfallauto sei auf sie zugefahren, nachdem sie mit ihren Kollegen Steven McClain und Armando Hamid ihr eigenes Fahrzeug
verlassen hätten, um zu helfen.
Wegen Verstoßes gegen Alkoholverbot entlassen
Die mittlerweile wegen Verstoßes gegen das Alkoholverbot entlassenen Männer arbeiteten für Paravant LLC, eine Tochter der Sicherheitsfirma
Blackwater, die sich inzwischen Xe nennt. Ihre Aufgabe bestand darin, im Auftrag
des Verteidigungsministeriums in Kabul afghanische Soldaten an der Waffe
auszubilden.
Xe-Sprecher Mark Corallo sagte der "Washington Post", sein Unternehmen habe
"sofort und umfassend" bei den Anstrengungen zur Aufklärung des "tragischen
Vorfalls" mit den Behörden zusammengearbeitet. Die beiden nun unter Anklage
stehenden Ex-Mitarbeiter seien wegen "Verletzung der Unternehmensrichtlinien"
entlassen worden.
Washington prüft Wiederaufnahme von Verfahren
Nach dem Scheitern eines Prozesses gegen fünf Blackwater-Mitarbeiter wegen des Todes irakischer Zivilisten will die
US-Regierung eine Wiederaufnahme des Verfahrens prüfen. Das US-Außenministerium
werde mit dem Justizministerium die vor einer Woche gefällte Entscheidung eines
US-Bundesgerichts "vorsichtig prüfen", das Verfahren gegen fünf frühere
Blackwater-Angestellte einzustellen, sagte Außenamtssprecher Philip J. Crowley
am Freitag in Washington. Dabei sollten alle rechtlichen Möglichkeiten erwogen
werden.
"Wir respektieren die Unabhängigkeit der Justiz", sagte der
Ministeriumssprecher. "Die Entscheidung des Richters spricht die Beschuldigten
aber nicht frei oder beendet zwangsläufig die Verfahren", fügte Crowley hinzu.
Das Gericht in Washington hatte die Klage gegen die früheren
Blackwater-Mitarbeiter mit der Begründung zurückgewiesen, sie beruhe auf nicht
zulässigen Beweismitteln.
Crowley äußerte Bedauern über den Vorfall im September 2007, bei dem die
Blackwater-Mitarbeiter am Nisur-Platz im Westen der irakischen Hauptstadt Bagdad
in die Menge geschossen hatten, als dort ein Konvoi mit US-Diplomaten
vorbeifuhr. Einer US-Untersuchung zufolge starben 14 unbewaffnete Zivilisten,
die irakische Untersuchung geht von 17 Todesopfern aus.
"Die USA dulden Angriffe auf unschuldige Zivilisten nicht", sagte Crowley.
Die US-Regierung sei entschlossen, "Personen, die solche Verbrechen begehen, zur
Verantwortung zu ziehen". "Wie immer dieser Fall ausgeht, wir bedauern zutiefst
das Leid und die Todesfälle bei der Schießerei am Nisur-Platz", fügte der
Sprecher hinzu.
Die Einstellung des Verfahrens hatte im Irak für Empörung gesorgt. Die
Regierung in Bagdad kündigte eigene juristische Schritte gegen Blackwater an.
Das Unternehmen war im Irak vor allem mit dem Schutz von Botschaftsmitarbeitern
beauftragt gewesen.
Zwei Söldner starben auf CIA-Basis
Indessen wurde bekannt, dass sich unter den acht Todesopfern eines Selbstmordanschlags auf einem CIA-Stützpunkt
in der ostafghanischen Stadt Khost am 30. Dezember auch zwei
Blackwater-Mitarbeiter waren. Bei einem der beiden handelt es sich um einen 35-jährigen Mann, wie
aus einer am Mittwoch in den USA veröffentlichten Todesanzeige hervorgeht.
Im zweiten Fall bestätigte die Witwe des Opfers der Zeitung "The News
Tribune" in Tacoma im US-Staat Washington, dass ihr 46 Jahre alter Mann bei der
inzwischen in Xe Services umbenannten Sicherheitsfirma gearbeitet habe. Das im
US-Staat North Carolina ansässige Unternehmen selbst wollte die Angaben nicht
bestätigen. (red/APA/APD)