Parteienfinanzierung

Koalition schützt Parteikassen

07. Jänner 2010 18:33
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    Foto: regine hendrich

    Die Großparteien haben kein Interesse daran, ihre Parteikassen offenzulegen.

Reformvorschläge zur strengeren Kontrolle von Geldflüssen an politische Gruppen werden weiter abgeblockt

Wien - Heftig bestrittene Vorwürfe über Parteienfinanzierung rund um den Verkauf der Kärntner Hypo an die BayernLB haben eine neue Diskussion über Zuwendungen an die politischen Gruppen ausgelöst. Die derzeitige Rechtslage biete wenig Kontrolle und keine Sanktionen bei Verstößen, erklärte Experte Hubert Sickinger am Donnerstag. ÖVP und SPÖ erteilten den Forderungen nach einer strengeren Kontrolle der Geldflüsse prompt eine klare Absage.

Dass es nach geltender Rechtslage weder wirkungsvolle Kontrollen noch Sanktionen gibt, sieht ÖVP-Generalsekretär Fritz Kaltenegger nicht als Grund für Änderungen, denn das Wählervotum und die öffentliche Meinung seien Kontrolle und Sanktion genug. SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter sieht keinen Grund, "aus einem Anlassfall heraus" strengere Regeln einzuführen. Sickingers Argumente bezeichnet Kräuter als nicht "sattelfest". Weder sei der jährliche Rechenschaftsbericht, den die SPÖ wie alle Parteien abliefert, nicht aussagekräftig, noch blieben Verstöße ungeahndet: "Wenn die Vorwürfe in Kärnten stimmen, werden Gericht oder Untersuchungsausschuss das sicher aufdecken. Dann werden einige gesiebte Luft atmen."

Sickinger sprach sich für eine echte Offenlegung von Spenden, Kontrolle von unabhängiger Seite und empfindliche Geldbußen bei falschen Angaben aus. Das geltende Recht sieht für Parteispenden neben dem wenig aussagekräftigen Rechenschaftsbericht auch eine Liste mit einem Teil der Großspenden über 7260 Euro vor, die dem Rechnungshofpräsidenten gemeldet wird.

Dieser übt dabei aber keine Kontrolle aus, er bekommt als Treuhänder die Liste überreicht, um sie unter Verschluss zu halten. Er darf dieses "Privatwissen" auch nicht verwenden, sondern nur auf Aufforderung einer Partei zum Beispiel bestätigen, dass eine Spende aufgelistet ist, so Sickinger. Er plädiert deshalb für die Offenlegung von Großspenden - und zwar nicht nur direkt an Parteien, sondern auch an einzelne Politiker, Vorfeldorganisationen oder Parlamentsklubs. Eine Nichtveröffentlichung sollte "ein Mehrfaches" an Strafe kosten. Zur Überprüfung sollte eine unabhängige Kontrollinstanz errichtet werden.

Außerdem sollen die Parteien auch ein Gesamtbudget erstellen müssen, um wirklich geprüft werden zu können. Es sollen zudem stichprobenartige Prüfungen möglich sein und Spenden nicht gesplittet werden dürfen.

In Deutschland müssen die Parteien Rechenschaftsberichte über ihre gesamte landesweite Organisation vorlegen. Parteispenden über 10.000 Euro werden jährlich auf der Homepage des Bundestages veröffentlicht. (jo, APA, DER STANDARD, Printausgabe, 8.1.2010)

Kommentar posten
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Rudolpho der I
28.01.2010 09:41
Faymann wach auf!!!!

Ich frage mich ,warum hat man Gusenbauerab-
geschossen,Werner steckt voll im H.......vom Pepi
und kann sich nicht einmal ansehen,wie die SPÖ
bei den kommenden Wahlen den Bach hinunter
geht.

NONE
19.01.2010 09:47

Die Mafia deckt ihre Geschäfte auch nicht auf.

Es ist eigentlich schon erstaunlich wie effizient das Justizwesen in Österreich abgebaut wurde.

Man schimpft ja gerne auf Polizisten, aber im Vergleich zu dieser organisierten Kriminalität hier ist die Polizei absolut lammfromm.

//\\//\\(())(())TT
 
14.01.2010 21:37

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PMM
14.01.2010 10:46

Österreich.

Freigeist
13.01.2010 23:43
anlassfall:

schwarzgeldkonten in Ö - gesetz geändert
banken pleite - staatlich subventioniert
HAA/kärnten bankrott - verstaatlicht
torroranschläge in den USA - überwachung in Ö
mit AUA überfordert - an LH verschenkt + 500mio
ausländische lenker zahlen keine verkehrsstrafen - auf 70 angehoben
erhöhte schadstoffwerte in der luft - drosselung des verkehrs
zu viele arbeitslose - mehr geld für schulungen
kärntner landesparteien pleite - erhöhung der föderung

aber nein, es wäre doch schwachsinnig, auf anlassfälle zu reagieren. vor allem, wenn es um parteien geht :-(

1000 Kopfläuse können nicht irren
11.01.2010 08:22
DAS muss man dem Wähler sich erst einmal ins Gesicht sagen trauen!

"Dass es nach geltender Rechtslage weder wirkungsvolle Kontrollen noch Sanktionen gibt, sieht ÖVP-Generalsekretär Fritz Kaltenegger nicht als Grund für Änderungen, denn das Wählervotum und die öffentliche Meinung seien Kontrolle und Sanktion genug."

HA! HA! HA!
Parteienfinanzierung und Kontrolle?
HA! HA! HA!
Wos wüst?
Wiss'n was mit Dein' Göd passiert?
Warum ma sovü davon brauch'n?
Schleich di!
HA! HA! HA!

kekec1
09.01.2010 14:46

Alle Parteien wollen ihre Finanzen offenlegen. In deren offiziellen Buchhaltungen wird man wohl nichts finden. So blöd sind nicht einmal unsere Politiker. Wenn man die illegalen Geldflüsse finden wird wollen, wird man in den Buchhaltungen der Beraterfirmen suchen müssen, welche öffentliche Aufträge erhalten. Wenn ein Berater zB ein Honorar von 6 Mio. Euro bekommt, kann man wohl annehmen, dass für Parteien und deren Funktionäre ein paar Almosen abfallen könnten.
Daher mein Voschlag: die Politker sollen die Berater aus eigener Tasche bezahlen

drwestbahn
13.01.2010 17:44
Oh doch!

Zur Zeit kann eine Firma, die einen öffentlichen Auftrag erhält ganz offiziell einen gewissen Betrag an eine bestimmte Partei spenden und kein Normalbürger oder Journalist wird davon erfahren. Alles völlig legal. Nach der Offenlegung der Parteienfinanzierung müssten sich diese Firma und diese Partei unangenehme Fragen gefallen lassen oder dies aus Schwarzgeld finanzieren - und da wird's kriminell.

Wie man Spendengesetze auch anwenden kann, zeigt die ehemalig Spendenaffäre um Helmut Kohl, der anonyme Spender nicht nennen wollte und dafür auch verurteilt wurde.

Aguirre74
08.01.2010 22:04

Schlanker Staat kann ja nur bedeuten, so viele Politiker (oder wer sich aller als solches bezeichnet) wie möglich loszuwerden. Wenn man sich so anschaut was für Vollprolos uns regieren (siehe zB den Artikel betr. den Tiroler Landtag) da wird einem angst und bang.

Kantojyrsin
08.01.2010 18:33
Schon wieder der "Anlassfall"...

Na, dann müssen wir uns wohl in nächster Zukunft Gedanken über Regulierungen beim Handgepäck bei Zeitreisen und über eine Bauordnung am Uranus machen. Nur ja keine Themen behandeln, wo es einen Anlass gibt, sie zu behandeln...

locken
08.01.2010 17:49
Offenlegung oder haben die Parteien was zu vertuschen,wo ist da der Bundespräsident

radikal
08.01.2010 17:54
er ist auch ein parteiheini


;)

Ueberschuss
08.01.2010 17:18
'Günther Kräuter sieht keinen Grund, "aus einem Anlassfall heraus" strengere Regeln einzuführen.'

Was für einen besseren grund gebe es denn eine regelung zu ändern, als dass der ganzen welt durch einen "anlassfall" vor augen geführt wurde dass die derzeitig bestehenden nutz- & wirkungslos sind?

Aweng
08.01.2010 18:45
Bei den Bürgern können sie, was sie bei sich selbst nicht erlauben

Kontrollen bei Schwarzarbeit und Steuerbetrug werden ausgeweitet

"Anders als sonst im Finanzministerium werde daher im Bereich Betrugsbekämpfung auch kein Personal eingespart. Vielmehr wurde die Mitarbeiterzahl in der Kontrolle illegaler Arbeitnehmer-Beschäftigung (KIAB) seit 2002 von 100 auf 310 Mitarbeiter verdreifacht. Und 2010 sollen die Kontrollen noch ausgeweitet werden, sagt der Finanzstaatssekretär. Gerade in Krisenzeiten sei es wichtig, "dass die Verwaltung korrekt arbeitet und massiv gegen jene vorgeht, die sich nicht korrekt verhalten. Da dürfen nicht jene, die ordnungsgemäß ihre Steuern leisten, nicht dafür bestraft werden, dass wir in der Betrugsbekämpfung zu schwach sind."
http://oe1.orf.at/inforadio... l?filter=0

Aguirre74
08.01.2010 20:02

Irgendwer muss ja mit seinen Steuergeldern die Wörtherseegrundstücke der Geldsäcke finanzieren. Wo kämen wir denn hin, wenn die das von ihrem ergaunerten Geld selbst machen müssten? Oder stellen sie sich mal vor, sie müssten im Schweiße ihres Angesichts einen derartigen Insidertipp geben, der ihnen 10 Millionen einbringt. Das dann auch noch versteuern, irgendwo muss Schluss sein. Wäre ja fast obszön. Oder stellen sie sich vor, sie lassen sich eine Homepage schenken. Sowas auch noch versteuern. Wird immer ärger. Gut nur, dass es die Lohnsteuer gibt. Die Idis zahlen ja alles.

sakreplo
08.01.2010 17:32
ich sehe auch keinen grund

wegen eines anlassfalls
- meine daten auf vorrat zu speichern
- durch nacktscanner gehen müssen
...usw

kräuter funktionier oder such dir schon mal ein fensterkreuz!

max ritz
08.01.2010 17:09
2010 gibt es in 3 Ländern Wahlen

das Volk kann ja die Wahlwerbenden fragen, ob sie die Offenlegung der Parteigelder befürworten und auch umsetzen wollen.
Jene Partei die das tun will, soll gewählt werden.
Würde mich wundern, wenn alle Parteien dies verneinen wollten.

VS.
08.01.2010 17:08
aber hauptssache

vorratsdatenspeicherung & co. einführen und damit die bürger durchleuchten.

die parteien sind deswegen transparenz, weil sie nicht offenlegen wollen, wer sie finanziert, welchen lobbies sie tatsächlich verpflichtet sind.
ok, von der övp als klassischer partei von eliten-lobbys wie industriellenvereinigung und wirtschaftskammer muss man das erwarten. aber ich find's erstaunlich und widerlich zugleich dass auch die spö hier dagegen ist, den einfluss von zwielichtigen geldgebern zurückzudrängen. selbst wenn sie im einzelfall sicher davon profitiert - auf lange sicht und insgesamt schadet diese praxis sozialer politik!

uni kum
08.01.2010 16:43
Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten!

Ist das nicht euer Wahlspruch, Politiker?

sir osis of liver
 
08.01.2010 17:06

wer soviel kriminelle energie hat, wird schon was zu verbergen haben.

istjainteressant
08.01.2010 16:32
Volksabstimmung jetzt!

Es gibt Dinge, die können Parteien und Abgeordnete gar nicht entscheiden, weil sie nämlich befangen sind (Parteienfinanzierung, Gehälter, ...)

Es sollte deshalb in einer Demokratie selbstverständlich sein, dass in solchen Fragen der Souverän verbindlich über solche Fragen entscheidet.

itavalda
08.01.2010 17:20

"Man kann nicht über jedes Thema eine Volksabstimmumg machen " (J Pröll 2009)

Alles klar oder ?

Aguirre74
08.01.2010 17:18

Da könnte sich die Grünen ja jetzt positionieren.

sakreplo
08.01.2010 17:36
nö, wollen wir lieber nicht...

...wir könnten ja auch mal in regierungsverantwortung kommen!

radikal
08.01.2010 17:36

haben sie eh schon

sie stimmen jeder erhöhung der parteienförderung zu

;)

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