U-Ausschüsse

Verfassungsrichter als Schiedsrichter im Parteien-Hickhack

Rosa Winkler-Hermaden, 7. Jänner 2010, 16:42

Die Reform der U-Ausschüsse bringt möglicherweise eine neue Aufgabe für den VfGH: Er soll bei Streitfragen schlichten

Der U-Ausschuss ist im Dezember von SPÖ und ÖVP nach monatelangen Streitereien zwischen Regierungs- und Oppositionspolitikern abgedreht worden - nicht zur Begeisterung von FPÖ, Grünen und BZÖ. Jetzt stellen das Parlament und die Parteien Überlegungen an, was an den U-Ausschüssen verbessert werden kann, damit die parlamentarischen Untersuchungen künftig besser laufen. Das Modell der U-Ausschüsse aus Deutschland wird von SPÖ und Grünen zum Vorbild genommen. Dort sind die Minderheitenrechte ausgeprägter: Ausschüsse können auch einberufen werden, wenn keine Zweidrittelmehrheit dafür stimmt. Außerdem gibt es sogenannte Ermittlungsbeauftragte zur Unterstützung der Parlamentarier, die Akten und erforderliche Beweismittel beschaffen und sichten.

VfGH als Schlichtstelle

Was es in Deutschland auch gibt, ist ein sogenanntes Organstreitverfahren: Um eine verfassungswidrige Vorgehensweise zu verhindern, können sich die Parteien während des U-Ausschusses an den Verfassungsgerichtshof wenden, der gewissermaßen eine Schlichtungsfunktion einnimmt. Er entscheidet über die Auslegung der Gesetze aus Anlass von Streitigkeiten.

In Österreich fehlt eine vergleichbare Bestimmung, sie müsste erst im Verfassungsrang geregelt werden. Der Präsident des Verfassungsgerichtshofs, Gerhart Holzinger, ist der überlegten Schiedsgerichtsfunktion jedenfalls nicht abgeneigt. Entscheidungen in sogenannten Organstreitverfahren zu treffen, wäre "eine sinnvolle Fortentwicklung der verfassungsrechtlichen Kernkompetenzen", sagte er am Donnerstag anlässlich der Angelobung von zwei neuen Verfassungsrichtern.

"Exorbitante Belastung"

"Wie das Beispiel des deutschen Bundesverfassungsgerichts zeigt, sind Verfassungsgerichte geradezu prädestiniert, Streitigkeiten dieser Art zu entscheiden, sofern es sich um grundsätzliche verfassungsrechtliche Fragen handelt", so Holzinger. Gleichzeitig warnt der Präsident aber wegen des dann auf den VfGH zukommenden zusätzlichen Arbeitsaufwandes: Zusätzliche Belastung sei nicht mehr verkraftbar, "wenn nicht gleichzeitig wirksame Schritte unternommen werden, um ihn von der exorbitanten Belastung mit Asylsachen zumindest mittelfristig wieder zu befreien."

Beschwerden der Auskunftspersonen

Auch seitens der ÖVP ist man für eine solche Schlichtstelle. Werner Zögernitz vom Institut für Parlamentarismus und Demokratiefragen des ÖVP-Klubs kann sich die Einführung eines Ordnungstreitverfahrens sehr gut vorstellen, sagt er zu derStandard.at. Er tritt außerdem für eine Stärkung der Persönlichkeitsrechte der Auskunftspersonen ein.  Der Verfahrensanwalt im jüngsten U-Ausschuss habe gemeint, dass Auskunftspersonen häufig wie Schuldige behandelt werden. Um das zu verhindern sollen auch sie nach Meinung Zögernitz die Möglichkeit haben, sich an eine objektive Stelle zu wenden, um Beschwerden einzubringen. Gut vorstellbar wäre für Zögernitz, dass auch diese Schiedsstelle im VfGH angesiedelt wird.

"Parteipolitik nicht auf Rücken der Auskunftsperson"

Die geringen Rechte der Auskunftspersonen kritisierte auch Gerhard Benn-Ibler, Präsident des Rechtsanwaltskammertages, vor wenigen Wochen im derStandard.at-Interview und im Wahrnehmungsbericht des Rechtsanwaltskammertages. Die Auskunftspersonen hätten keinen hinreichenden Persönlichkeits- und Grundrechtsschutz. Es bedürfe daher "dringend entsprechender Regelungen, um sicherzustellen, dass in einem rechtsstaatlichen Verfahren, das sich essentiell von einer meinungsbildenden Parlamentsdebatte zu unterscheiden hat, parteipolitisch begründete Gegensätze nicht auf dem Rücken einer Auskunftsperson ausgetragen werden können." (Rosa Winkler-Hermaden, derStandard.at, 7.1.2010)

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10 Postings
J0 ker
00
10.1.2010, 10:52
Weil ich um das Verhalten der Beutereißenden Meute weiß, gibt es kein Gejeiere um einseitige Postenvergabe!

Wenn die Einen Höchstrichter benennen, kassieren die Anderen unterschlagene Gelder von Bankstern, etc.

Eine Hand wäscht die andere und es ist dümmlich, über einseitige Kenntnislagen zu jammern.

Wären wir der Spiegel könnten wir Titeln: "Wir sind Korrupt!".

So können wir nur bezahlen.

J0 ker
00
10.1.2010, 10:43
Die Massenverblöder!

Egal welcher Richter, er ist politisch gebunden sonst wird er nix.

Darum das Gerangel um die höheren Richterstellen, deren Vergabe durch Zuneigung später zu bezahlen ist.

Wie in Ämtern Unabhängigkeit herzustellen ist, mag bekannt sein, aber wird verheimlicht. Wir sollen bei Entscheidungen die uns Benachteiligen, niemals eingebunden sein.

Wir sind die Beute!

Karl Handschuh
00
10.1.2010, 21:40
Das gilt aber nur für den Verfassungsgerichtshof.

Und nachdem die Richter dort, einmal ernannt, eh nicht mehr absetzbar sind, haben sie keinen Anlass, anderen alle Wünsche zu erfüllen. Das mussten schon viele Politiker aller Couleurs zur Kenntnis nehmen.

Arno Lunzer
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Der VfGH wurde erst jüngst rot eingefärbt. Das wird dann zur Polititshow.

Schon der Banken UA und der Flieger UA waren reichlich skurril. Die ÖVP wurde vor Gericht gezerrt für den SP-Bankenskandal und auch für die Gusensbauer-Wahlkampflüge zu den Fliegern.
Die beiden mehrheitlich von sp/gr/fp besetzten Tribunale zerrten ÖVP-Politiker vor Gericht, damit sie sich für den roten BAWAG-Skandal rechtfertigen müssen und des weiteren hat die ÖVP im Flieger-UA die Gusenbauer-Wahlkampflüge auszubaden, dass wir keine Flieger brauchen. Dass die Flieger kommen müssen war zwar allen klar, aber die SPÖ wollte unbeschadet aus der Angelegenheit aussteigen, weil die Flieger ein notwendiges Übel sind und die Leute (Kronenzeitung,..) sie natürlich nicht wollen.

perau1
 
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ma, sie sind ja wirklich krank wenn sie glauben was sie hier schreiben.
ich gehe aber davon aus, dass eine richtigstellung ihrer aussagen sinnlos ist, da sie nicht nur rechts blind sind sondern auch noch in der övp-z gehirngewaschen wurden.

es ist aber nie zu spät zum denken anzufangen.

Tino1967
 
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Für Sie ist es also "rot einfärben",

wenn zwei der SPÖ nahe stehende Richter durch zwei ebenfalls der SPÖ nahe stehende Richter ersetzt werden?? Tolle Logik!

Arno Lunzer
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Na schauen Sie sich den Rest der Belegschaft dort an.

perau1
 
21

na, was hat sich denn verändert, wenn 2 rote richter durch 2 rote richter ersetzt wurden?

scharf nachdenken, vl. macht es bei ihnen klick und sie kommen drauf, dass sich überhaupt nichts geändert hat.

was man allerdings bei den schwarzen säuberungen unter schüssel, strasser, plattner etc. nicht behaupten kann. die haben nämlich ungehemmt und unverschämt das spielchen "rot raus schwarz rein" gespielt und den staat umgefärbt.
was die "flieger" anbelangt, hat SCHÜSSEL - der gehört der övp - vor der wahl 2002 auf plakaten und interviews VERPROCHEN, dass eine WIRTSCHAFTSPLATTFORM den EF FINANZIEREN WIRD und dass diese daher den steuerzahlern nichts kosten wird.

WER HAT NUN GELOGEN?

i-tüpfelchen-reiter
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Wann hat es sich der gusi ausgesucht, über den kamp zu fliegen?

spoiled ballot
01
die flieger sind übel, vor allem die beschaffung,

aber nicht notwendig.

und innenpolitik ist offensichtlich nicht so deine stärke,

aber vielleicht kannst der praktikant vom super praktikant werden und noch ein bisserl dazulernen.

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