Comeback

Die belgische Parallelität

08. Jänner 2010 18:20

Henin trifft im Endspiel ihres Comeback-Turniers auf Landsfrau Clijsters, mit der sie wenig und viel verbindet

Brisbane/Wien - Immerhin, Justine Henin spendete der Konkurrenz, die nicht wie sie 18 Monate pausiert hatte, anlässlich ihres furiosen Comebacks beim mit 220.000 Dollar dotierten Brisbane International ein wenig Trost. "Es ist natürlich eine Überraschung, denn es ist nicht so einfach, wie es auf dem Platz aussieht" , sagte die 27-Jährige, nachdem sie in ihrem ersten Turnier seit dem vorläufigen Rücktritt im Mai 2008 auf Anhieb das Endspiel erreicht hatte. Nicht irgendein Endspiel. Am Samstag kommt es zum Treffen der beiden ehemaligen Weltranglistenersten aus Belgien zum Treffen mit der 26-jährigen Kim Clijsters.

Während Henin im Halbfinale die Serbin Ana Ivanovic, immerhin die Nummer 21 der Weltrangliste, mit 6:3, 6:2 abgefertigt hatte, tat sich ihre Landsfrau gegen die junge Deutsche Andrea Petkovic etwas schwerer, um gleichwohl klar 6:4, 6:2 zu gewinnen.

Clijsters hat Henin im Vorjahr gezeigt, dass derzeit im WTA-Zirkus einiges geht. Sie gewann nach ihrer mehr als zweijährigen Auszeit zum Zwecke der Familiengründung gleich ihr drittes Turnier, nämlich die US Open.

Henin gegen Clijsters, das hat es auf der Tour bisher 22-mal gespielt, zuletzt 2006 im Semifinale von Wimbledon, als Henin mit einem 6:4, 7:6 auf 12:10-Siege davonzog. Neunmal hatten sich die beiden in Endspielen getroffen, darunter 2003 bei den French Open und bei den US Open sowie 2004 bei den Australien Open, die Henin jeweils gewann.

Viel mehr als die sportliche Rivalität und ein paar Erinnerungen verbinden die aus Lüttich stammende Wallonin Henin und die in der Provinz Limburg geborene Flämin Clijsters nicht. Als Teenager gewannen sie 2001 zusammen den Fed Cup. "Wir kennen einander seit unserem zwölften Lebensjahr" , sagt Henin. Man sei viel gemeinsam gereist, habe manchmal das Zimmer geteilt. "Aber wir sind sehr unterschiedlich. Das hat sich mit dem Erwachsenwerden so entwickelt."

Und mit den Erfolgen. Henin feierte 1999 daheim in Antwerpen den ersten von bisher 41 Turniersiegen, gewann sieben Grand-Slam-Titel und schmückte insgesamt 117 Wochen die Spitze der Weltrangliste. Zweimal löste sie Clijsters als Nummer eins ab, einmal für nur eine Woche. Clijsters war beginnend mit Luxemburg 1999 bisher 35-mal im Einzel erfolgreich, gewann zwei Grand Slams und führte die Weltrangliste mit Unterbrechungen 19 Wochen an. Dafür hat sie auch eine feine Doppelkarriere (elf Titel, zwei Grand Slams) hinter sich.

Zusammen mit Henin, die zwei Doppeltitel holte, hat sie auf der Tour aber nie gespielt. (sid, lü, DER STANDARD Printausgabe 09.01.2010)

Dirty Dan1
07.01.2010 21:16

die is afoch a wohnsinn!

Roland Garros
07.01.2010 18:00

clijsters und henin mischen nach ihren pausen einfach mal so das damentennis auf als wären sie nie weg gewesen.

das spricht für die 2 belgerinnen, aber nicht unbedingt fürs damentennis.

winterkirsche
08.01.2010 09:44

Das gibt's doch in anderen Sportarten auch. Skispringen - Ahonen, nord. Kombination - Lodwick, Maninnen, Gottwald.

Die haben doch ihr Können nicht verlernt.

Roland Garros
09.01.2010 12:57

wahnsinn wie gut henin schon wieder ist!
sie hat sich soeben im finale gegen clijster erst im dritten satz tiebreak geschlagen geben müssen - und das beim ersten turnier nach ihrem comeback gegen die vielleicht beste spielerin zur zeit.

ich bleibe dabei: so beeindruckend das ist (natürlich haben sie's nicht verlernt) ist's auch eine watschn für die restlichen spitzenspielerinnen.

safina, ivanovic, jankovic, dementjewa & co werden's jetzt noch schwerer haben!

könnte mir vorstellen, dass sich von nun an die beiden belgerinnen, s. williams, kusnezowa und scharapowa - sofern sie wieder zu alter stärke findet - die großen titeln ausspielen werden.

leo_nardo
08.01.2010 11:56
oder armstrong.

beim (männer)radsport wird niemand behaupten, dass hier keine dichte existiert.

chiwato
07.01.2010 14:16
tiebreak

im dritten satz würde ich nicht als "rauschen" bezeichnen.

Tweetie
07.01.2010 15:48
da schließ ich mich an

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