derStandard.at-Interview

"Forscher publizieren auch weniger kontrollierte Daten"

Maria Kapeller, 7. Jänner 2010, 17:12
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    foto: mediendienst.com/foto wilke

    Zur Person: Ulrike Felt hat 1983 das Doktorat in theoretischer Physik an der Universität Wien abgeschlossen. Sie arbeitete anschließend fast fünf Jahre lang im Europäischen Kernforschungszentrum CERN in Genf. Während dieser Zeit wechselte sie in die sozialwissenschaftliche Forschung. Sie kehrte nach Wien zurück, wo sie am Institut für Wissenschaftsforschung arbeitet und 1997 in diesem Bereich habilitierte. Seit 1999 ist sie Professorin und Vorständin des Instituts.

Wissenschaftsforscherin Ulrike Felt erklärt, welche Probleme entstehen, wenn Forschung immer mehr auf quantitativem Output basiert und Qualität und wirkliche Innovationen in den Hintergrund rücken

Möglichst viele Publikationen veröffentlichen, um irgendwann mal einen festen Job zu bekommen. Grundlagenforschung hintanstellen, um bei Uni-Rankings vorne mitmischen zu können. Die Wissenschaft ist heute vor allem durch eine Projektifizierung gekennzeichnet, Wissen wird immer mehr gegen notwendige Mittel abgewogen. Geforscht wird in Drei-Jahres-Rhytmen, was dazu führt, dass junge Forscher sich mit kurzfristigen Verträgen durchschlagen müssen. Dazu kommt die "Überwachung" wissenschaftlicher Leistung durch quantitative Messkriterien und Rankings.

Wissenschaftsforscherin Ulrike Felt, Leiterin des Instituts für Wissenschaftsforschung der Universität Wien, hat sich mit der Situation junger Lebenswissenschaftler beschäftigt. Sie erklärt im Interview mit derStandard.at, welche Auswirkungen diese und weitere Faktoren letztendlich auf das Potenzial für Innovationen haben können.

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derStandard.at.: In einem Ihrer Texte ist die Rede von einem "forschungspolitischen Wandel" in Österreich innerhalb der vergangenen Jahrzehnte. Was genau meinen Sie damit?

Ulrike Felt: Dieser Wandel kann sicher mit steigenden, wenngleich oft indirekten, Steuerungsbemühungen charakterisiert werden. Der Fokus der Politik hat sich von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen hin zu Innovationen verschoben - wobei Innovation aus meiner Sicht im politischen Diskurs für "neues Wissen im Kontext potenzieller Anwendungen" steht. Forschungspolitik versucht also nicht Erkenntnisproduktion per se zu fördern, sondern es wird in einer engeren Kopplung von Wissenschaft und Wirtschaft gedacht.

Hand in Hand damit geht auch ein verstärkter Qualitätsdiskurs, der durch immer mehr Evaluierungen, vertragliche Leistungsvereinbarungen und Selektionsprozesse umgesetzt wird. In diesem Zusammenhang ist auch die wachsende Zahl an Preisen und Auszeichnungen für Forscher zu sehen und der damit Hand in Hand gehende Exzellenzdiskurs. Schließlich gehört dazu auch eine wachsende Zahl an vorerst nur zeitlich begrenzten Verträgen vor allem für jüngere Forscher. Dadurch erhofft man sich auf Systemebene eine Steigerung der Leistungen und hält sich Selektionsmöglichkeiten möglichst lange offen.

derStandard.at: Welche forschungspolitischen Faktoren würden Sie in Österreich als innovationsfördernd, welche als innovationshemmend bezeichnen?

Ulrike Felt: Als innovationsfördernd kann man in Österreich sicherlich ein wachsendes Leistungsbewusstsein sehen, aber auch - zumindest in einigen Bereichen - ein höheres Bewusstsein als früher, was die Notwendigkeit der Investition in Infrastruktur betrifft. Wissenschaft und Forschung haben im politischen Diskurs etwas an Bedeutung gewonnen, wenngleich hier noch einiges getan werden muss.

Als innovationshemmend kann man einige Facetten der etablierten Mechanismen zur Qualitätssicherung beschreiben: Wenn Qualität zunehmend quantitativ definiert wird und der Druck auf die Forscher zu stark wächst, tendieren Forscher eher zu risikominimierenden Strategien. Dadurch wird sicherlich nicht das gesamte Innovationspotential ausgeschöpft. Konkret bedeutet das, dass das Wissenschaftssystem risikofreudiger werden muss und dies nicht auf den einzelnen Forscher - hier trifft es jüngere Forscher insbesondere - abwälzen kann.

Auch die zunehmende kurzfristige Ergebnisorientierung erweist sich als Problem. Dadurch verliert man die längerfristige Perspektive etwas aus dem Auge. Das könnte durchaus eine Gefahr für die Nachhaltigkeit des Wissens bedeuten. Außerdem ist es wesentlich, Innovation nicht nur im Bereich der Naturwissenschaften zu verorten - wie dies implizit oft geschieht. Gesellschaftsgestaltung durch Wissenschaft braucht ein breiteres Verständnis und müsste auch die Sozial- und Geisteswissenschaften stärker in das Denken unserer Gesellschaft von Morgen mit einbeziehen.

derStandard.at: Welche Probleme sehen Sie darin, dass Forschungseinrichtungen wie Universitäten immer häufiger Messkriterien, quantitativ messbaren Strukturen und Rankings unterworfen werden?

Ulrike Felt: "Regieren nach Zahlen" ist tatsächlich in den letzten Jahren zu einem beliebten Modell avanciert. Es basiert auf der Vorstellung, dass man durch das stete Beobachten von quantitativen Indikatoren wissen kann, ob sich das Wissenschaftssystem in die richtige Richtung bewegt. Man glaubt, so eine "objektivere" Form von Forschungspolitik betreiben zu können.

Dass dies eigentlich absurde Übungen der Ordnung herstellt, kann man sehr gut am Beispiel des Shanghai-Rankings sehen: So sank die Universität Wien von 2006 auf 2007 von Platz 85 auf einen Platz über 155. Der einzige Grund hierfür war die administrative Abspaltung der Medizinischen Universität. Es lässt sich hier also kein wirkliches Qualitätsargument finden.

derStandard.at: Seit dem österreichischen Universitätsgesetz 2002 müssen die heimischen Unis jährlich "Wissensbilanzen" erstellen. Inwiefern könnte diese Quantifizierung von Forschungsarbeit die Arbeit von Wissenschaftlern direkt oder indirekt negativ beeinflussen?

Ulrike Felt: Wissensbilanz selbst ist schon ein Unwort. Brauchen wir jetzt auch Wissensbuchhalter? Der Begriff vermittelt die Illusion, dass Wissen und Wissensaktivitäten quantifizierbar sind. Das hat aber die fatale Konsequenz, dass bestimmte Tätigkeiten, die nicht quantifiziert und in Wissensbilanzen vermerkt werden können, schleichend an Wert verlieren werden. Das wäre etwa Betreuungsarbeit oder andere qualitative Leistungen. Mittelfristig wird sich durch solche Wertesysteme die Selbstwahrnehmung und Selbstbeschreibung der Forscher und der Forschungseinrichtungen ändern.

derStandard.at: Sie kritisieren, dass diese "Wissensbilanzen" auf Quantität und Output basieren - aus Ihrer Sicht ein innovationshemmendes System?

Ulrike Felt: Wenn man zunehmend auf formalen Output schaut, verliert man die Prozesse, die dorthin führen aus dem Auge. Um diese Prozesse geht es aber eigentlich, wenn wir Innovation ermöglichen wollen. Das System, so wie es funktioniert, fördert eher "intelligente Repetition", das heißt das Publizieren von Variationen von Erkenntnissen oder von ein wenig Neuem. Es macht radikalere Innovationen zu einem Risiko, das Einzelne tragen müssen. 

Durch zu starke enge (Selbst)-Kontrollmechanismen werden Zeit und Freiraum eingeschränkt und damit auch Kreativität. Und wir sind uns dieser Konsequenzen indirekt auch bewusst: Denn sonst würden wir nicht eigene Exzellenzprogramme ins Leben rufen, die ausgewiesenen Forschern genau diese Freiräume wieder zurückgeben sollen. Konkret bedeutet dies aber auch, dass eine Zwei-Klassen-Forschungsgemeinschaft geschaffen wird: Die Exzellenz, welche unter freieren Bedingungen arbeiten und denken kann und die "normalen Forscher", die den Systemkräften in vollem Maße ausgesetzt sind.

derStandard.at: Sie haben unter anderem Interviews mit jungen Wissenschaftlern der Lebenswissenschaften geführt. Welche Schwierigkeiten und Herausforderungen, die sich direkt oder indirekt auf die Forschungstätigkeit auswirken, wurden dabei erkennbar?

Ulrike Felt: Die oben beschriebenen Veränderungen zeigen nun für die jüngeren Generationen besonders deutliche Auswirkungen: Während gleichzeitig immer mehr und neue Möglichkeiten für sie in der Phase der Doktorate und kurz danach entstehen, ist es klar, dass das System massiv auf Selektion ausgerichtet ist. Das Problem besteht allerdings darin, dass den jungen Forschern oft unklar ist, was sie genau erfüllen müssen um Erfolg haben zu können. Wie viele Publikationen reichen aus? Ist das Institut/Labor/Department an dem man derzeit arbeitet gut genug, um als Sprungbrett in der Karriere zu dienen? Wie lange muss man durch die Welt wandern, bis man endlich mit einer etwas festeren Stelle rechnen kann?

Das bedeutet, dass sie all ihr Handeln auf die Optimierung ihrer Karrierechancen ausrichten müssen und das romantische Bild des interessierten jungen Forschers, der seiner Leidenschaft nachgehen kann, oft als zynischer Werbetrick gesehen wird. Dies hat natürlich auch Auswirkungen auf die Risikofreudigkeit und damit auf das Innovationspotential - was nur mehr als verständlich ist.

derStandard.at: Sie stellen die Hypothese auf, dass sich die Form der wissenschaftlichen Wissensproduktion und somit das produzierte Wissen verändert. Die Gründe dafür seien etwa, dass die Arbeit von Forschern immer mehr am quantitativen Output und an der Zahl der Publikationen gemessen werde. Sehen Sie dahingehend eine Gefahr, dass auf diese Weise Wissen, Ideen oder Innovationsgeist "verloren" gehen könnten?

Ulrike Felt: Ja, ich gehe davon aus, dass sich Wissensproduktion und auch das produzierte Wissen verändert. Zum einen müssen Forscher immer mehr in Kategorien von Nützlichkeit ihres Wissens argumentieren, auch wenn sie im Bereich der Grundlagenforschung tätig sind. Zum anderen wird durch die zunehmend quantitative Orientierung in der Qualitätssicherung auch die Produktion von Wissen in bestimmte risikoärmere Bereiche "umgeleitet".

Aber wir müssen uns auch vor Augen halten, dass die qualitative Kontrolle immer schwieriger wird, wenn sich die Produktionsdichte und -geschwindigkeit von wissenschaftlichem Output erhöht. Forscher tendieren dazu, auch einmal weniger kontrollierte Daten und Interpretationen zu publizieren. Das kann man sehr gut an der steigenden Anzahl von Papers sehen, die im Nachhinein zurückgezogen werden müssen, weil sie falsche Daten oder Interpretationen beinhalten, aber auch an der steigenden Sorge um wissenschaftlichen Betrug.

Auch den Nachhaltigkeitsaspekt von Wissen sollte man nicht aus dem Auge verlieren. Wir müssen mit viel Umsicht darauf achten, Wissen in breiten Bereichen zu produzieren - auch wenn dessen potenzielle Anwendungsmöglichkeit nicht unbedingt klar ersichtlich ist. Im Grunde leben wir im heutigen Wissenschaftssystem von der früheren Offenheit der Forschungspolitik, die Forschung in sehr unterschiedliche Richtungen ermöglichte. (derStandard.at, 7.1.2010)

Der Text "Riskante Verwicklungen des Epistemischen, Strukturellen und Biographischen: Governance-Strukturen und deren mikropolitische Implikationen für das akademische Leben" von Ulrike Felt und Maximilian Fochler (2009) erscheint im Frühjahr 2010 im Sammelband "Governance des österreichischen Innovationssystems" (Peter Biegelbauer) im Studienverlag.

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Posting 1 bis 25 von 55
1 2
Nick Tameer
00
10.1.2010, 15:03

Gibts eigentlich auch schon Wissenschaftsforschungsforschung?

Erwin Wolfram
01

dieses interview ist so schlecht, dass ich den titel nicht der interviewten waehrend der interviewzeit anerkenne, denn es ist voellig klar, dass viele wissenschaftliche inhalte von underdogs, outsidern, armen, ungetesteten stammen. gerade frauen sollten das wissen und wir sollten es nicht im kommentar schreiben muessen.

mika33
11
Deise Frau wäre doch ein guter Wissenschaftsminister!!

War da nicht grade ein Artikel zu dem Thema?

Mike 23
00
10.1.2010, 19:29
Sachlich stimme ich Ihnen vollkommen zu

Ich befürchte aber, dass einE WissenschaftsministerIn eine politische Erfahrung benötigen wird, um seine/ihre Anliegen durchzubringen.
Auch Politik muss man lernen.
Michael

Thomas Rothschild
 
00
Andererseits

Das ist die eine Seite, darin hat Frau Felt sicher Recht. Die andere Seite aber sind jene zahlreichen Professoren und Professorinnen, die, kaum haben sie einen Ruf, (so gut wie) nichts mehr veröffentlichen. Die Frage nach Innovation und Qualität stellt sich da gar nicht erst: es gibt nichts, was zu beurteilen oder zu messen wäre. Für die akademische Karriere junger Wissenschaftler sollte auch ihre Qualifikation zur Lehre berücksichtigt werden, aber weltfremd ist, wer annimmt, die Schreib- und Forschungsfaulen seien "dafür" notwendig gute Lehrer. Das Übel sind die Hochstapler, die sich hier wie dort, in Forschung wie in Lehre wie bei der Betreuung von Studenten, hindurchschwindeln.

Blanca Hohn
00
"kaum haben sie einen Ruf, (so gut wie) nichts mehr veröffentlichen."

solche mag es immer gegeben haben. aber, nur um diese handvoll leute zu verfolgen, war es das wert, den wissenschaftsbetrieb mittels evaluierungswahn so zu pervertieren, dass die folge ist, dass sich nur mehr obere mittelschicht oder extreme asketen es sich leisten können, wissenschaftler zu werden?

Thomas Rothschild
 
00
Früher?

Ihrer Kritik an (noch dazu ineffizienten) Evaluierungen stimme ich zu. Wann aber soll das gewesen sein, dass (in Österreich) Kinder aus Arbeiter- oder Migrantenfamilien gleiche Chancen wie Bürger- und Akademikerkinder hatten, Professoren zu werden oder auch nur zu studieren?

Emil i Lönneberga (advocatus diaboli)
01
"die, kaum haben sie einen Ruf, (so gut wie) nichts mehr veröffentlichen"

"kaum haben sie eine Pragmatisierung" bzw. "fixe Stelle" wäre korrekter. Es gibt genug, die nur am gleichen Institut in Österreich tätig waren, irgendwie einen Fixposten ergattert haben (ohne vorher grossartiges geleistet zu haben) und dann auf die Pension warten.

Blanca Hohn
00
sehr wichtiges und richtiges interview.

zwischen echter grundlagenforschung und dem quantifizierungswahn, dem wir alle (?) erliegen, besteht inhärent ein zielkonflikt.

hinter letzterem steckt ja letzten endes die generalverdächtigung des obezahrens.

wissenschaft ist, let's face it, nach einem (für aufsteiger aus mittleren und unteren schichten) günstigen fenster in der mitte des letzten jahrhunderts wieder das geworden, was sie auch im 19. jahrhundert war: ein angenehmer gentleman-sport für die reichen und fadisierten.

und viele beklatschen das begeistert.

Chocoholic
20
Endlich ein Realitaetscheck der WissenschaftsglaeubigerInnen!

Es wird endlich darauf hingewiesen, dass an der Fassade und dem Allglauben an eine ethisch einwandfreie Wissenschaftspraxis und Studienbearbeitung endlich einmal gekratzt wird!

Kull
03
bei der reisserischen ueberschrift

habe ich mir ein maues interview erwartet.
allerdings habe ich das interview als toll zusammengefasste aufnahme der situation fuer (vor allem) junge forscher wahrgenommen.

bei ihnen habe ich allerdings das gefuehl, dass sie ausser der ueberschrift nicht viel mitgenommen haben.

Chocoholic
10
Wer aus der Wissenschaft kommt, wird mit meiner Aussage

natuerlich ein Problem haben.

Wer aus dem normalen Leben kommt, kann genau das, was ich hier geschrieben habe, nachvollziehen:

es wird im Interview klar erzaehlt, was und wie und unter welchen Situationen Studien verwirklicht werden, welche Motivation die meisten jungen WissenschafterInnen haben, in welche Richtung sie forschen, alles immer rein nach dem Auftraggeber.

Auch, dass das, was geforscht wird, nicht damit zusammen haengt, was interessant ist, sondern wer dafuer bezahlt wird oder wo man dann publiziert wird, sohin wird die Wissenschaft per se durch die Machthabenden und Finanziers geleitet und gelenkt, was wiederum bedeutet, dass Wissenschaft die Hure der Machthabenden ist.

Chocoholic
00
.. aber mein persoenliches Highligth ist

"Die Wissenschaft ist heute vor allem durch eine Projektifizierung gekennzeichnet, Wissen wird immer mehr gegen notwendige Mittel abgewogen."

Chocoholic
00
....

"Das bedeutet, dass sie all ihr Handeln auf die Optimierung ihrer Karrierechancen ausrichten müssen und das romantische Bild des interessierten jungen Forschers, der seiner Leidenschaft nachgehen kann, oft als zynischer Werbetrick gesehen wird. "

"Der Begriff vermittelt die Illusion, dass Wissen und Wissensaktivitäten quantifizierbar sind. Das hat aber die fatale Konsequenz, dass bestimmte Tätigkeiten, die nicht quantifiziert und in Wissensbilanzen vermerkt werden können, schleichend an Wert verlieren werden."

"Auch die zunehmende kurzfristige Ergebnisorientierung erweist sich als Problem. Dadurch verliert man die längerfristige Perspektive etwas aus dem Auge. Das könnte durchaus eine Gefahr für die Nachhaltigkeit des Wissens bedeuten."

na habedere
02
endlich einmal?

Selbstkritik ist DIE Grundlage von Wissenschaft, da ist nicht das Geringste Neue dran ...

Chocoholic
00
Ja, wenn das bloss auch der normalen Bevoelkerung so

erklaert wuerde, anstatt immer wieder so zu tun, als waere Wissenschaft autonom und die Aussage der Wissenschafter einer Richtung, je mehr Autoritaet sie einsetzen, in Stein gemeiselt.
(siehe z.B. Mobilfunk, Mammographiegeraete, energiesparende Fahrzeuge, selbst erhaltende Alternativenergien, etc.)

Conan der Knusperkönig
03
Ein inhaltlich sehr gutes Interview!

Als Quintessenz habe ich folgendes mitgenommen:

-) Der Wunsch den Erfolg wissenschaftlicher Arbeit messbar zu machen, schädigt alle Forschungslinien die Zeit zur Entwicklung, Risikobereitschaft oder Expermentierfreude bräuchten.

Eigentlich übt sie Kritik an einer allzu strengen Leistungsethik, und an der "Entzauberung" der Wissenschaft. ;)

Frau Felt ist eine ausgezeichnete Professorin, und ich wünsche mir, daß ihren Ideen möglichst viel Gehör geschenkt wird.

Ihr Knusperkönig

soki3456
02
Danke für das Interview

Saskia Fabian
 
12
danke endlich mal jemand die was draufhat

wenn man in der community ist, weiss man das ohnehin, was hier für schindlunder getrieben wird, vor allem in der nawi.

Herr Plumm
10

eigentlich ganz gutes interview. aber ohne druck in der forschung gehts halt nicht mehr, so blöd das ist...

na habedere
04
druck ja, aber welcher

Der Druck auf reine Quantität zerstört die Wissenschaft, was wir brauchen ist Druck auf QUALITÄT.

Es wird mehr als genug publiziert, das Problem ist, dass ein Großteil dieser Publikationen von niemandem gelesen werden, und damit nur Störrauschen darstellen.

Harti01
10
Wenn sinnlos viel publiziert wird

und das eh niemand liest, hat es also keinen (sehr wenig) wissenschaftlichen Wert...hat es nur Selbstzweck ?
In Zeiten der Verknappung will halt niemand mehr für die vorerst sinnlos wirkende Grundlagenforschung bezahlen. Also:

In knappen Zeiten wird Grundlagenforschung zurückgefahren.

ICH SEHE DA ÜBERHAUPT KEIN PROBLEM,

solange Grundlagenforschen an sich nicht aussterben !

PS. das sage ich als Nichtwissenschafter.....

na habedere
03
aussterben

Es gibt aber auch genug Publikationen, die die Welt revolutionieren, und solche brauchen wir!

Und das Problem ist sehr wohl, dass die Forscher aussterben: wer einmal aus dem System draußen ist, hat kaum mehr Chance auf Rückkehr. Ein Jahr Finanzierungsproblem ist meistens das Todesurteil!
So ist es, leider!

Herr Plumm
00

DAS erklären sie mal einem gruppenleiter der selber unter dem druck des institutsleiters "leidet"...es fängt alles GANZ oben an!!! und genau dort muss man intervenieren um auch nur irgendwas zu ändern. dazu kommt halt aber leider auch das faktum, dass länder wie china, japan und auch die USA...ja, eigentlich alle auf "humanität" in der forschung furzen.

rein arbeitsrechtlich ist das doch alles ein großer graubereich...hier wird auch noch viel zu wenig getan (zulagen wegen strahlung, arbeiten mit ansteckenden keimen usw., überstundenregelung,....)
solange sich da weltweit nichts ändert, wird sich einfach nichts ändern!!

na habedere
02
fängt oben an

Das ist halt die leichte Lösung, alle Schuld nach oben schieben. Natürlich hat man als kleine Schraube auch nur kleine Einflussmöglichkeiten, aber man hat trotzdem welche: selber lieber besser als mehr publizieren (auch wenn das kurzfristig der Karriere vielleicht schadet), in Gesprächen Phrasen wie "der hat aber viele Publikationen" selber vermeiden, und bei anderen sofort mit "sind die auch gut?" kontern etc ...

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Posting 1 bis 25 von 55
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