Zuviel Kontrolle? Zensur-Vorwürfe gegen Apple

7. Jänner 2010, 10:40
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"Stern" ohne Erotik - Wenn es um Programme für iPhones geht, versteht der Konzern keinen Spaß

Innovativ und ein bisschen frech - so ist für viele das Image des Computerherstellers Apple. Doch wenn es um Programme für iPhones geht, versteht der US-Konzern keinen Spaß. Das Unternehmen prüft nicht nur die technische Funktion der mehr als 100.000 Anwendungen ("Apps") für die Mobiltelefone, sondern auch deren Inhalte. Damit schafft Apple weltweit Zugangskontrollen nach eigenen Regeln. Kritiker sprechen sogar von Zensur.

Nacktfotos und Sex-Anzeigen mit weißen Überblendungen

Der Medienkonzern Axel Springer hat sich für die Abonnenten der "Bild"-Apps etwas Besonderes einfallen lassen. Sie können bereits um 22.00 Uhr die Zeitung des folgenden Tages auf dem iPhone herunterladen. Doch wer genau vergleicht, bemerkt Abweichungen zur gedruckten Ausgabe: So sind auf dem Mobiltelefon Nacktfotos und Sex-Anzeigen mit weißen Überblendungen entschärft ("geblitzt").

Grund sind die Apple-Regeln. Entweder liefern die Anbieter ihre Inhalte so, dass sie nicht beanstandet werden oder Apple greift selbst ein und löscht diese. "Nicht erlaubt sind Anwendungen mit beispielsweise pornografischen, illegalen oder die Privatsphäre verletzenden Inhalten", erklärt Apple-Sprecher Georg Albrecht. Die genauen Richtlinien veröffentlicht das Unternehmen jedoch nicht und weitere Erklärungen möchte Albrecht dazu auch nicht abgeben. Wegen der fehlenden Transparenz können die Nutzer kaum ermessen, ob nur Bilder aus dem Verkehr gezogen werden oder vielleicht auch andere "anstößige Inhalte", wie in manchen Blogs kritisiert wird.

Zensur

Für den Vorsitzenden des Deutschen Journalisten-Verbandes, Michael Konken, ist klar: "Da wird in die Berichterstattung eingegriffen, das darf nicht sein. Das kann man sogar als Zensur bezeichnen." Konken sieht die Glaubwürdigkeit von Informationen auf dem iPhone insgesamt erschüttert. "Der Provider ist nur der Lkw, der die Ladung transportiert, er darf nicht die Fracht bestimmen." Schließlich gebe es Mediengesetze und im Streitfall Gerichte, die über die Pressefreiheit wachen.

Mit den restriktiven Regeln machte kürzlich der "Stern" Erfahrung: Apple löschte die Anwendung wegen einer Erotik-Bildstrecke. Das Magazin kritisierte das als praxisfern und verwies darauf, dass solche Bildergalerien völlig normal seien. Bei "Bild" gehört das Entschärfen zum normalen Produktionsprozess, um einer Sperre zu entgehen. "Die Redaktionsleitung entscheidet, welche Bilder im Zweifel geblitzt werden müssen", erklärt der stellvertretende "Bild"-Chefredakteur Michael Paustian. "Die Regeln richten sich zum Einen nach den Vorgaben von Apple ­ zum Anderen nach dem gesunden Menschenverstand und der Einschätzung, welche Nackt-Darstellungen in anderen Ländern und Kulturkreisen eventuell anstößig sein könnten. Natürlich muss man sich auch an die geltenden Spielregeln halten, um im App-Store zu erscheinen." Es gehe aber nur um die Entschärfung von Erotik, betont Paustian. Eingriffe in journalistische Inhalte seien ausgeschlossen.

Medienunternehmen erhoffen sich zusätzliche Einnahmen von den "Apps"

Für den Präsidenten des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger, Helmut Heinen, ist die Prüfung der Inhalte problematisch. "Zensur ist sicher nicht die Zielsetzung der Plattformbetreiber, aber wir müssen als Inhalteanbieter den Anfängen wehren. Eingriffe müssen öffentlich gemacht werden, da wird es sicher noch Diskussionen geben." Da das iPhone weit verbreitet und die Plattform einfach zu bedienen ist, kommt ein Anbieter, der seine Inhalte mobil verbreiten möchte, an Apple nur schwerlich vorbei. Medienunternehmen erhoffen sich zusätzliche Einnahmen von den "Apps", da die Nutzer oft bereit sind, dafür Geld zu bezahlen - im Gegensatz zu Internetangeboten. Inzwischen wurden weltweit mehr als drei Milliarden "Apps" heruntergeladen.

Der Berliner Medienwissenschaftler Norbert Bolz hat allerdings Verständnis für den Konzern. "Es kam mehrfach vor, dass Provider in kritischen Fällen für Darstellungen auf ihrer Plattform zur Verantwortung gezogen wurden. Insofern handelt es sich um eine Vorsichtsmaßnahme aus juristischen Gründen." Allerdings müssten die Kriterien offengelegt werden. Bolz sieht die größere Gefahr im vorauseilenden Gehorsam von Journalisten. "Die Redaktion kann mit Rücksicht auf iPhone-Nutzer eine Schere im Kopf verinnerlichen und von vornherein auf problematische Inhalte verzichten." (APA/dpa)

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Apple

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Posting 1 bis 25 von 84
1 2 3
M L3
00
20.1.2010, 14:00
Warum brauch ich überhaupt ein spezielles "App", wenn ich die Webseiten von Bild oder Stern ansehen will?

Bringt das mehr als der normale Webzugang?

Peter W1
 
21
11.1.2010, 07:17

Sind jetzt Busen genauso unwichtig wie Multitasking und vor einem Jahr noch Copy & Paste ;) ?

Its not a bug, its a feature :P .

F F
01
11.1.2010, 18:47

Lieber Peter das ist etwas für dich:Roxxxy

F F
00
11.1.2010, 18:30
Schade

Peter für dein Sex Leben sind natürlich nackte Busen am Telefon sehr wichtig. Hast ja sonst nichts vom Leben!

Zeitvertreiber
11
Firma

In meiner Firma werd ich rausgeschmissen wenn ich nackerte Weiber am PC laden tu oder Pornos ansehe. Wennst scho` nackerte am Iphone brauchst`, dann gehst halt ins Internet? Ich glaube es wurde grundsätzlich nicht für den Gebrauch als mobile Porno Konsole konzipiert. Außerdem san die Titten eh z`klan am Display. Wird dieser Beitrag jetzt auch von Standard Team gelöscht?

phishhead
23

es soll sogar firmen geben, die zeitung lesen während der arbeitszeit gar nicht erlauben. na und?

es geht auhc nicht um die nackerten stern. es geht darum, das eine plattform, in dem fall das iphone, nicht nur die macht, sondern auch die dresitigkeit besitzt, etablierten medien zu sagen, was sie veröffentlichen dürfen, und was nicht.

wenn wir davon ausgehen, dass die bedeutung digitaler "printmedien" in nächster zeit ganz stark steigen wird, dann ist diese entwicklung verdammt gefährlcih.

Vorratsdatenspeicherung = Verfassungswidrig!
67
Apple: iDioten lieben es, die anderen meiden es

das war schon immer so und wird immer so bleiben.

Mir wäre es persönlich peinlich, mich in der öffentlichkeit mit einem gerät der firma apple blicken zu lassen.
es ist nicht cool, sondern ein armutszeugniss, mit einem iPhone durch die gegend zu rennen.

das ist so, als würde ich mir "ich bin ein dummes schaf, um cool zu sein würde ich alles machen. Soll ich dir einen bl*sen? ich nehms auch a*al!" auf die stirn tätowieren.

imho: apple = peinlich

martial
03

Wirklich blöd ist man, wenn man sich ein Gerät kaufen will (Smartphone, Mp3 Player, Laptop oder was auch immer) und von vornherein eine bestimmte Marke vorzieht oder ausschließt. Jedesmal wenn das passiert, läuft irgendwo in einer Werbeagentur jemandem ein wohlig warmer Schauer über den Rücken...

Als peinlich und blöd zur selben Zeit zeigt man sich dann aber vor allem, wenn man andere Menschen nach dem Firmenlogo auf ihren Handys beurteilt.

Otto Motor
32

mir wärs peinlich, ein posting wie deines zu verfassen.

Rudi Lölein
10

also abgesehen von ihrer fixierung im letzten absatz teile ich ihre ansichten.
deutlich wirds beim iphone: genau diejenigen nutzen es nun, von denen sich die applejünger abheben wollen. das gibt ein massives imageproblem.

howling_mad
42
...

NIVEAU ist keine Hautcreme.

hcl
00

Also mir ist kein elektronisches Gerät peinlich. Weder mein iPhone noch mein TAP80. Aber ich definiere mich halt auch nicht darüber, sondern ich setze solche Geräte dort ein, wo sie mir persönlich den größten Vorteil bringen.

KTHXBYE
43

Ein Grund mehr, mit dieser Führerfirma keine Geschäfte zu machen.

Pinguman
11

Der Führer verurteilt dich zum Tode durch iPhonigung.

Besser als Google ist Apple allemal, bei Apple weiß ich die sammeln meine Daten nicht bei Google werden sie irgendwo in Serverfarmen eingemottet und sind auf Abruf bereit.

Beiddenker
12
"bei Apple weiß ich die sammeln meine Daten nicht" ...

... und woher wissen Sie das?

C. J.
00
13.1.2010, 01:10

Weil es das Marketing verbreitet! ::)

Sir Harry....
12
Kann sein, dass Mormonen an Apple große Anteile halten?

Stonefred
10

genügt doch schon, dass es amerikaner sind

Thanks for all the fish
11

wieso dann nicht gleich den Safari auch entfernen? damit könnte man auch Inhalte ansteuern die gegen den Apple Regeln verstoßen?

Oder gibt es da auch ein eingebauter Webfilter am iPhone?

Irgendwie kontraproduktiv ...

SprecherVienna
 
01
wie dann nicht gleich ....

das iPhone entfernen? Also ich lasse mir nicht von einem Handhersteller vorschreiben, was ich sehen darf und was nicht- auch wenn mein Interesse an Nacktbildern gegen null geht

bensen
 
75
apple verdient 30% an jedem verkauften app

daher würde apple an pornografie oder erotischen inhalten mitverdienen. apple hat strikte richtlinien die bei jeder installations des SDK akzeptiert werden müssen.

wenn sich entwickler nicht daran halten und trotzdem solche inhalte anbieten ist das nicht zensur, lieber "standard", sondern die umsetzung der richtlinien.

zudem kategorieisiert apple apps in altersfreigaben. und wenn ein app dann ab 6 jahren freigegeben ist und eltern auf dem ipod touch apps für maximal 6 jahre alterfreigabe freischalten, hat da erotik oder pornografie nichts zu suchen. auch nicht versteckt in werbebanner. somit ist die diskussion beendet.

C. J.
00
13.1.2010, 01:12

Und als nächstes schreiben sie in die Richtlinen, dass keine App negative Schlagzeile über Apple machen darf. :X

Bundesministerium für Jenseitige Angelegenheiten
04

wenn in china webinhalte gesperrt werden ist das auch keine zensur, sondern bloß die umsetzung der richtlinien!
http://events.ccc.de/congress/... 23.en.html

IanG
11
nicht ganz

stimmt nicht ganz.

ja, apple hat strenge richtlinien für apps, nur das problem ist, dass die nur zu einem gewissen teil öffentlich gemacht weden, daher ist es für jeden entwickler tlw. ein Ratespiel ob das ganze nun zugelassen wird oder nicht.

beat843796
50

kompletter schwachsinn. die richtlinien sind für jeden entwickler einsehbar, bin selbst entwickler und hatte noch nie irgendwelche probleme mit meinen apps im store

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