Obama: "Sind der Kugel nur ganz knapp ausgewichen"

6. Jänner 2010, 18:51
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    foto: ap photo/the white house, pete souza

    Barack Obama liest den Verantwortlichen der amerikanischen Geheimdienste im Oval Office gehörig die Leviten. Personelle Konsequenzen gibt es - vorerst - keine.

Der US-Präsident redet Klartext: Der Detroiter Attentatsversuch offenbare "desaströses Versagen"

Dutzende Jemeniten werden nun nicht mehr aus Guantánamo in ihre Heimat überstellt.

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So hart, so grimmig hat man ihn noch nie reden hören. Neun Minuten stand Barack Obama im Großen Foyer des Weißen Hauses hinterm Rednerpult, allein neunmal benutzte er das Wort vom Scheitern. Gescheitert seien die amerikanischen Sicherheitsdienste, schimpfte der Präsident, aber nicht aus Mangel an Informationen. Die hätten sie gehabt, sogar reichlich. "Sie haben es nicht vermocht, diese Punkte miteinander zu verknüpfen."

Es ist die Umschreibung einer bürokratischen Fehlerkette, die es dem "Weihnachtsbomber" Umar Faruk Abdulmutallab erlaubte, sich ungehindert in eine Maschine zu setzen, in der er über Detroit einen Sprengsatz zu zünden versuchte. Hätten die Dienste deutliche Hinweise nicht ignoriert, wäre er gar nicht an Bord gelangt. Sein Vater war nicht nur einmal in die US-Botschaft in Nigeria gekommen, um vor seinem im Jemen abgetauchten Sohn zu warnen. Darüber hinaus rief der Senior an, schrieb Briefe. Großbritannien lehnte es ab, Abdulmutallabs Visum zu erneuern, wozu es auch in Washington einen Vermerk geben dürfte. Zwar legte die CIA-Zentrale in Langley eine Akte an, Biografie und Foto eingeschlossen. Aber dabei blieb es.

Niemand sorgte dafür, dass der 23-Jährige auf die 4000 Namen umfassende "No Fly List" kam. Niemand schöpfte Verdacht, als er sein Ticket bar bezahlte und kein Gepäck aufgab, ziemlich ungewöhnlich bei einem Amerikaflug. Nach den Worten Obamas wussten die Geheimen sogar, dass eine Al-Kaida-Zelle im Jemen einen Afrikaner für Anschläge in den USA einsetzen wollte. "Wir wussten, dass diese Gruppe mit einer ganz bestimmten Person zusammenarbeitete. Und es stellte sich heraus, dass es in der Tat die Person war, die an der Weihnachtsattacke beteiligt war."

Damit auch wirklich jeder begriff, wie verärgert der Präsident über die Pannenserie ist, reichte sein Stab eine Erklärung nach. Ein paar Sätze, die während Obamas zweistündiger Beratung mit den Geheimdienstchefs und den für Sicherheitsfragen zuständigen Ministern fielen: "Ein einziges Desaster" , "Nur ganz knapp sind wir der Kugel ausgewichen".

"Jede Regierung neigt im ersten Reflex dazu, eine Krise herunterzuspielen" , kommentiert Clark Ervin, Terrorismusexperte am Aspen Institute. Zum Glück habe Obama den richtigen Ton getroffen. Nun müsse jemand seinen Sessel räumen, sonst verpuffe der Lerneffekt.

"Botschaft verstanden" , quittierte Dennis Blair die präsidiale Predigt, einer, dessen Stuhl bedenklich zu wackeln scheint. Der ehemalige Flottenadmiral leitet das nationale Zentrum der Terrorabwehr. Gegründet wurde es, genau wie das Ressort Heimatschutz, als Konsequenz aus dem 11. September 2001, in der Absicht, besser zu koordinieren, was die einzelnen Behörden an Erkenntnissen zusammentragen. Kritiker sprechen indes von einem bürokratischen Moloch, der in dem Maße, wie er wuchs, noch mehr an Effizienz einbüßte.

Personelle Konsequenzen? Obama will sie nicht ziehen, noch nicht. Alle hätten versagt, die Schuld lasse sich nicht auf einen Einzelnen abwälzen, begründet er das. An der Absicht, das Lager Guantánamo zu schließen, hält er ebenfalls fest, auch wenn sich absehen lässt, dass der angepeilte Termin am 22. Januar nicht zu halten ist. Guantánamo habe Al-Kaida als kräftiges Argument gedient, um neue Rekruten zu finden, entgegnet der Demokrat den Republikanern, die ihn zur Umkehr drängen. Allerdings tritt er auf die Bremse. Rund 40 Gefangene aus dem Jemen, die in den nächsten Wochen in ihre Heimat zurückkehren sollten, bleiben fürs Erste hinter Gittern. 92 der 198 verbliebenen Insassen sind Jemeniten, die größte Gruppe der Guantánamo-Häftlinge. (Frank Herrmann aus Washington, DER STANDARD, Printausgabe, 7.1.2010)

Kommentar posten
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zimbo
 
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Vielleicht klappts aber beim naechsten Mal.

Simplicius Simplicissimus
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Dazu ist Folgendes zu sagen: ...

... es gibt keine 100%ige Sicherheit. Es wird auch in Zukunft knapp vorbei fliegende Kugeln geben. Aber immer öfter werden Drohnen und anderes US-Gewächs ihre blutigen Ziele nicht verfehlen. Und das bedeutet: Geschäft. Denn nichts anderes ist Krieg. Dass der Kopf dieser Geschäftsoperation Friedensnobelpreisträger ist, zeigt den unschlagbaren Zynismus, mit dem er uns seine Lügen schmackhaft machen will. Wer das erkennt, sollte keine Partei mehr wählen, die diese politischen und militärischen Straßenräuber unterstützt. Der Widerstand gegen den neuen Faschismus beginnt genau jetzt! Mit friedlichen Mitteln werden wir diese Dynamitgesellschaft in die Wüste schicken. Aktives Ignorieren ist das beste Mittel dazu.

Obama - ein gescheiterter Präsident
90

Es geht dem Ende entgegen. Lange wird sich Obama nicht mehr im Amt halten können. Dann hat er endlich genug Zeit zum Golf spielen.

zimbo
 
00
Wieso, er ist doch boese genug ?

Fuerhrt gegen 5 Laender Krieg, muss doch seinen Auftraggebern reichen.

Teleobjektiv1
02

Wollten Sie eigentlich irgend etwas sagen, oder macht es Ihnen einfach Spass, ein paar Buchstaben durcheinanderzuwürfeln?

christoph hofbaur
03

was einen menschen wohl dazu bringt so einen nick wie den ihren anzunehmen, und dann ausschliesslich negatives ueber ein-und-dieselbe person zu schreiben..

Nick Tameer
00
10.1.2010, 15:28

Da der Inhalt immer gleich ist, kann es Langweile nicht sein.

Ich glaube, er mag halt Obama einfach nicht.

Mostbluzer
03
naja beschränkte geistige kapazitäten ...

weil die amis zu dämlich sind, ihre oracle oder ms sql datenbanken zu verknüpfen, dürfen wir uns virtuell ausziehen im internet - denn das ist nur eine frage der zeit, bis die bilder dort landen.aber die security industrie muss ja auch leben. der ex-homeland (heimwehr?) chef der usa lebt ja als sicherheitsberater sehr gut davon (und sein client, der nacktscanner-hersteller).

dass die cia kein interesse hat, terrorschläge zu verhindern ist auch klar. wenn die bedrohung kleiner wird, gibts weniger money vom papa staat.

ein schifferlversenker als terrorchef ist ja auch eine posse sondergleichen. da wär ein airforce pilot noch hilfreicher, der kennt die flugbranche. ideal wäre natürlich ein guter bulle, aber die wären wohl zu erfolgreich

Norbert Müller
 
25
die terroristen sind längst am ziel!

und wälzen sich vor lachen am boden weil sich die amis wegen jeden pfurz ins hemd machen.
noch mehr einschränkungen durch noch mehr sicherheitskontrollen (die am ende eh nichts nützten, wie wir nun schon mehrmals erleben durften) dienen zu 100% dem ziel der ami-hasser in der höhle.

Die Vereinigten staaten amerikas mit ihrern absolut stolzt "freiheit". dabei merken die idioten gar nicht dass es auf der erde kaum mehr ein land mit so wenig freiheit gibt wie den USA. Naja, solange es noch nordkorea gibt is ja gut - es lebe der nacktscanner und die freiheitssatue!!!

Ro_bert
00

Ich versteh wiederum nicht warum Sie sich wegen eines Scanners ins Hemd machen, aber gut zu wissen daß es Leute gibt die noch mehr verklemmt sind als ich.
Sie sollten aber nicht nur Flughäfen meiden sondern auch Ärzten und Frauen nicht zu nahe kommen.

Ex-Muslim
01

Kaum ein Land mit so wenig Freiheit wie die USA


Weit bist du wohl noch nicht um die Welt gekommen.

Sebastian Auinger
02

Hmmm, nur was genau haben die Terroristen eigentlich erreicht?

O.k., der Westen ist eingeschüchtert, das Leben ist komplexer geworden und die Privatsphäre wurde beschnitten.

Nur - was genau nützt dies den Terroristen? Afghanistan ist besetzt. Der Irak destabilisiert. Und eine Menschenhatz auf Muslime ist angebrochen.

Der "Terrorist" als Person und dessen Familie lebt noch wesentlich mehr in Angst und Schrecken als davor, die Lebensqualität in seinem Heimatland ist gesunken, ganze Regionen sind destabilisiert und werden dies noch viele Jahre sein.

In Summe sehe ich nur Verlierer, aber keinen Gewinner.

iohui
00

bei kriegerischen handlungen gibt es immer auf beiden seiten verlierer.

was die terroristen erreichen, ist ein etwas ausgewogeneres verhältnis zwischen agieren und reagieren. es wird vom schwächeren part immer als verbesserung seiner lage empfunden, wenn er seine schwäche zu seinem vorteil machen kann, wenn er den stärkeren auch ein wenig steuern kann, wenn der auch angst und verluste hat, obwohl die bedrohung dadurch nicht weniger wird oder sogar eskaliert.

t-bonesteak
01
sie haben die abschaffung des rechtsstaates erreicht

die usa (und auch gb) zeigen uns vor wie man das macht:

man erlässt einen patriot act, der als grundlage dafür dient im namen der terrorismusbekämpfung einen inlandsgeheimdienst aufzubauen, der ohne jegliche sonst in einem rechtsstaat übliche kontrolle, auch die eigenen staatsbürger nach belieben ausforschen und diese festnehmen und -halten kann, solange es ihm beliebt.

für terrorverdächtige gilt der grundsatz: sie gelten solange als schuldig, wie wir es wollen. sie haben keinerlei in einem rechtsstaat übliche rechte.

und damit haben die usa ihre eigene verfassung ins klo geschmissen und den boden der rechtsstaatlichkeit verlassen.

qball
00

"Nur - was genau nützt dies den Terroristen?"

"Afghanistan ist besetzt. Der Irak destabilisiert." - mission accomplished.

Teleobjektiv1
00
Was die Terroristen erreicht haben?

Der Westen hat sich im Kampf gegen den Terrorismus in seinem Verhalten und seinen Methoden ein gutes Stück den Terroristen angenähert. Es wird gefoltert, entführt und Gefangene werden ohne Urteil, ja ohne Prüfung durch eine Gerichtsbehörde, festgesetzt und zu Rechtlosen gemacht.

Und schließlich werden selbst die Grundrechte der eigenen Bürger bis zur Unkenntlichkeit deformiert.

Die Terroristen haben damit erreicht, dass die westlichen Demokratien ihre eigenen Ideale - also das, was sie angeblich gegen die Terroristen zu verteidigen vorgeben - verraten und im Verhältnis zur islamischen Welt jegliche moralische Autorität verloren haben.

Damit haben die Terroristen mehr erreicht, als sie jemals erhoffen durften.

Sebastian Auinger
00

Das ist völlig richtig.

Sie haben also Angst, Haß und Zerstörung gesät.

Aber dieses Ziel war - da bin ich sicher - nur ein sekundäres, denn die eigentlichen Ziele waren sicherlich andere, etwa die Verbesserung ihrer Lebensqualität.

Das Primärziel von Hitler oder Stalin war ebenfalls nicht der Holocaust oder die Unterdrückung der Massen, sondern eigentlich ein besseres Leben für die Bevölkerung.

Nur scheint über das Sekundärziel das Primärziel, also die eigentliche Motivation, verloren gegangen zu sein.

Deshalb denke ich, dass die Terroristen genauso Verlierer sind und in Wahrheit nichts gewonnen haben.

Teleobjektiv1
00

hmmm. Sie mögen Recht haben mit Ihrer Differenzierung zwischen Primär - und Sekundärziel. Klingt jedenfalls plausibel.

Ich für meinen Teil bin mir allerdings nicht ganz sicher, ob Terroristen im Normalfall überhaupt irgend ein Primärziel verfolgen. Ich bin jetzt kein Experte was die psychologische Disposition von Terroristen anbelangt. Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass die hauptsächliche Motivation eines Terroristen in blindwütigem Hass besteht. Wäre dies zutreffend, müsste man davon ausgehen, dass ein Terrorist kein anderes Ziel konkret erreichen will, als Zerstörung und Demütigung an sich.

Freilich muss auch blindwütiger Hass zumeist durch irgend etwas ausgelöst werden. Aber das ist eine andere Geschichte....

trestigres
 
35
...und weil es kaum mehr ein Land gibt, indem die Freiheit kleiner ist als in den USA lebe die Freiheit Hoch...

in Russland, China, im Iran, in Kuba, in allen arabischen Staaten, in den meisten afrikanischen Staaten, in der Türkei und überall sonst noch, wo Freiheit noch so richtig Freiheit ist und Demokratie Hochzeit feiert.

Norbert Müller
 
35
ich bin schon viel in der welt herumgekommen,

ob südamerika, afrika, südostasien, auch türkei, und russland waren dabei, ober nicht mit abstand hab ich soviel securitywahn wie bei der us immigration erlebt. die längsten fragebögen (verkürzt wenigstens die flugzeit) fingerabdrücke, zahlreiche schwachsinnige fragen, 10 minuten herumgetue wegen einiger anderer stempel im pass, zwei mal schuhe aus, rucksack komplett ausräumen, ... und auch im land, mehrmals war ich opfer von bus-kontrollen wo ich pass inkl. greencard zeigen musste (1 stunde verzögerung weil bei einem was nicht passte) und jeder idiot im amiland hat eine knarre im handschufach und unterm kopfkissen, ..... das sind in meinen augen kranke leute!!!

trestigres
 
02
Vieles was Sie zum Sicherheitsreflex zu den USA sagen ist korrekt...

aber Sie blenden aus, was bei uns passiert wäre, wenn wir einen vergleichbaren Anschlag wie 9/11 gehabt hätten. Die im Verhältnis um ein vielfaches kleineren Anschläge in Madrid und London haben auch uns angedeutet was "Terrorschockwellen" bewirken können. 9/11 war eine "Riesenwelle" für die USA. Die USA haben im Gegensatz zu den meisten europäische Staaten keine kollektive Erinnerung zu einem direkten Angriff auf ihrem Territorium. Wer den Amis Überreaktion vorwerfen möchte sollte sich selbst nicht der Überzeichnung bedienen. Und mit Verlaub, viele ihrer Argumentationsstränge weisen einen Kulturrelativismus mit Klischeebilder auf, der auf ein ganz bestimmtes anderes Deutungsmuster hinweist.

Teleobjektiv1
21

Die Amis nehmen sich das Recht heraus, bei entsprechender Interessenlage jedes Land der Welt anzugreifen (Grenada, Haiti, Kuba, Panama, Libyen, Jemen, Somalia...)

Sie stürzen bei Bedarf Demokratien und setzen genehme Diktaturen ein (Chile 1973, Iran 1953)

Sie untertützen und bezahlen Terrororganisationen (Contras 1986, Taliban 1979 - 1989...)

Sie unterstützen Staatsterror und bilden staatliche Henker aus (ganz Lateinamerika bis in die 1990 er, Indonesien, Irak...)

Aber wenn ein einziges Mal zwei Hochhäuser in NY zwei Flugzeugen im Weg stehen, soll dies plötzlich als Ausrede für alles herhalten.

Es ist diese Asymmetrie in den angelegten moralischen Standards, die zunehmend unerträglich wird!

trestigres
 
02
Tatsächlich gibt es eine grosse Bandbreite von unterschiedlichen theoretischen Grundmustern zur Erklärung amerikanischer Aussenpolitik, die selten reflektiert werden. Wie ich aus Ihren Zeilen entnehmen darf scheint Ihre Denktration eher dort

verhaftet zu sein, wonach die amerikanische Außenpolitik sich gänzlich ihres (wenn überhaupt) traditionellen liberalen Charakters entkleidet hat und als Ausfluss mächtiger Interessen der Wirtschaft oder einer politischen Elite, nur nach imperialer Hegemonie ausgerichtet ist. Einen durchgehenden Faden zu einer solchen US-Aussenpolitik gibt es nur in einer ideologisierten Perspektive. Genauso verhält es sich, wenn über unterschiedliche Zeitabschnitte hinaus mit unterschiedlichen geopolitischen Bedingungen, ausgewählte Ereignisse verkürzt zusammengefasst werden, um daraus einen einzigen (die eigene These stützenden) Nenner zu ziehen. So bestimmt der konstruierte Aspekt von vornherein das Ergebnis. Histor. Wirklichkeit ist komplexer.

Teleobjektiv1
21

Sie mögen Recht haben, wenn Sie darauf hinweisen, dass Motivation und Handeln anerikanischer Außenpolitik etwas differenzierter darzsutellen wäre als ich es getan habe.

Dazu allerdings zwei Überlegungen:

1. Die Politik von Imperien ist notwendig imperial. Jede Macht, die dazu in der Lage ist, setzt ihre Interessen mehr oder weniger rücksichtslos durch. Moral ist in der Politik keine Handlunsgdeterminante.

2. Versuche Sie gedankenexperimentell, die Politik der USA/des Westens nicht aus westlichen Augen, sondern aus islamischen oder iranischen Augen zu sehen. Denken Sie an einen Iraner, der westliche Demokratierhethorik hört und dabei sofort an Mossadeq denkt. Wie glaubwürdig wird der Westen in den Ohren eines solchen Iraners sein?

trestigres
 
01
Eine gewisse Denkschule beschränkt sich tatsächlich in ihrer politischen Wahrnehmung und Analyse auf den sogenannten amerikanischen Imperialismus, blendet dabei aber gleichzeitig die Existenz totalitärer Machtzentren (Iran, China, Russland usw.) aus.

Um es auf den Punkt zu bringen; wollen Sie eine tragfähige internationale Ordnung unter Leitung der genannten drei totalitären Staaten hergestellt und gesichert wissen? Ich nicht! Mir reicht - mit Blick auf die UNO - dass im Vorsitz von Menschenrechtsorganisationen Staaten sitzen, die selbst die Menschenrechte unterdrücken. Ebenso wenig möchte ich, wie unter der Bush-Administration geschehen, dass die realen Kräfteverhältnisse falsch eingeschätzt werden und die Außenpolitik übermäßig militarisiert den weiteren Verfall amerikanischer Machtpositionen einläutet. Diese Machtposition ist solange notwendig, wie gleichzeitig totalitäre Machtzentren nur darauf warten das Machtvakuum auszufüllen.

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