Evolution

Forscher über Vierfüßer-Spuren aus dem Mittel-Devon erstaunt

06. Jänner 2010 19:29

Beine womöglich älter als gedacht: 395 Millionen Jahre alte Abdrücke eines Vierfüßers in Polen entdeckt

London - Die ersten vierfüßigen Wirbeltiere entwickelten sich womöglich viel früher, als Paläontologen bisher angenommen hatten. Vor kurzem in Polen entdeckte fossile Fußspuren deuten darauf hin, dass sich die Fortbewegung auf vier Beinen bereits im Mittel-Devon vor rund 395 Millionen Jahren in den flachen Küstengewässern der Meere entwickelt hat.

Damit sind die Abdrücke etwa 18 Millionen Jahre älter als die bisher als älteste Funde datierten Fossilien von Vierfüßern. Die Spuren wurden von Tieren hinterlassen, die statt Flossen Vorder- und Hinterfüße besaßen und die vermutlich getragen vom seichten Wasser über den matschigen Grund liefen. Dies berichten die Wissenschaftler aus Polen und Schweden im britischen Fachmagazin Nature.

Bei den im Südosten Polens entdeckten Abdrücken handelt es sich sowohl um komplette Laufspuren einzelner Tiere als auch um isolierte Abdrücke einzelner Füße. Bei einer der Laufspuren, die Grzegorz Niedzwiedzki von der Universität Warschau und seine Mitarbeiter untersucht haben, lassen sich Vorder- und Hinterfuß unterscheiden. Schleifspuren von Körper oder Schwanz sind nicht vorhanden, so dass die Wissenschaftler davon ausgehen, dass das Tier sich im Wasser schwebend auf seinen Gliedmaßen fortbewegte.

Bis 50 Zemtimeter langes Wesen

Anhand der Größe des Fußabdrucks schließen die Forscher auf ein etwa 40 bis 50 Zentimeter langes Tier. Andere Abdrücke sind größer und gehörten bis zu zweieinhalb Meter messenden Tieren. Teilweise zeigen die Abdrücke auch Spuren von Fingern beziehungsweise Zehen.

Die Entdeckung der Fußspuren wirft zahlreiche Fragen zur Evolution der Tetrapoden - der wissenschaftliche Ausdruck für die Vierfüßer - auf. Die Tetrapoden haben sich bisherigen Annahmen zufolge bei der Eroberung des Landes über das Zwischenstadium der Elpistogalia aus den Fischen entwickelt. Kopf- und Körperform der Elpistogalia ähnelte denen der Tetrapoden, sie besaßen aber noch Flossen anstelle von Gliedmaßen.

Aus dem Meer ans Land?

Die neu entdeckten fossilen Fußspuren sind aber nun zehn Millionen Jahre älter als die ältesten bekannten Elpistogalia-Fossilien, so dass die beiden Gruppen lange Zeit nebeneinander gelebt haben müssen. Dass die Spuren im marinen Umfeld gefunden wurden, stellt außerdem die gängige Annahme infrage, der zufolge der Übergang vom Wasser- zum Landleben an Flüssen und Seen stattgefunden hat. (red/APA)

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14 Postings
Linke Chuzpe
11.01.2010 08:58
Wenn nicht vier Beine hät', umfallen tät!

Schmauleier1
08.01.2010 10:57
Elpistogalia ?

Mit Elpistogalia sind wohl Elpistostegalia gemeint...

woifee 0.0
07.01.2010 16:15
ahoi

ich bin ja nicht so die leuchte im rechnen, aber wie kann es 395 mio. jahren schon vierbeiner gegeben haben wenn die welt doch erst vor 6000 jahren von Gott geschaffen wurde ^^

The Alien
 
08.01.2010 09:11

Dazu zwei mögliche Theorien:
A.) Ihr Gott hat vor 6000 Jahren auch viel ältere Spuren geschaffen - Gründe dafür braucht man keine suchen - sie wird schon wissen, warum sie sowas erschafft.
B.) Die Theorie mit irgendwelchen Göttern als Schöpfern ist Blödsinn und dient nur irgendwelchen religiösen Eliten dazu, dümmere Hominiden auszunutzen, indem sie sich für's Erzählen von Märchen über Götter von den Dummies bezahlen lassen.

woifee 0.0
08.01.2010 10:06
The Alien
 
08.01.2010 10:35

Ironie Continued meinerseits ist wohl auch nicht als solche angekommen?

Aber sind doch herzig, die Kreationisten und sonstigen Gottesgläubigen, oder?
Was soll man von Nutzmenschen schon halten, die sich selbst mit anderem Nutzvieh wie Schafen vergleichen, die einen Hirten brauchen? ;-)

Dr. B
07.01.2010 17:03

Zum Aufbessern Deiner Rechenkenntnisse kannst Du ja gerne einmal zu einem Vortrag gehen.

Ao UnivProf Dr Rupert Palme:
Glaube und Wissenschaft: (k)ein Widerspruch?!
15.1.2010, 19:30
Kammermeierei der HBLFA Schoenbrunn
Seckendorff-Gudent-Weg 6
1130 Wien

Ich weisz zwar nicht genau, worum es gehen wird, aber es koennte Antworten fuer Deine Fragen geben.

Cthulluh
07.01.2010 13:23
Zugehörige Fossilienfunde wären von besonderem Interesse.

Hoffentlich findet man versteinerte Tierkörper, die zu den Fußspuren passen.

Aufklärung die fünfte
07.01.2010 00:43

halten abdrücke so lang im wasser???
werden die nicht aufgewirbelt... ein lebewesen was am meeresgrund läuft???

LCD
11.01.2010 19:29

Nach einem Vulkanausbruch können Spuren leicht erhalten bleiben.

AlterEgo
 
10.01.2010 20:55

nur wenn die Spuren sofort mit Sediment bedeckt werden

Zinnmo
 
07.01.2010 13:02

Wenn das Wasser sehr ruhig ist, kann es duchaus sein, dass sich Sedimente in ungestörten Schichten ablagern. Wenn man wirklich viel Glück hat, sieht man richtige Jahresringe. Und man sieht dann wirklich jede Störung, jeden Fussabruck, teilweise Spuren von Insekten. Die fraglichen Viecher waren aber weit grösser, bis zu 2,5 Meter. Das sind keine kleinen Abdrücke.

Aber ja, es ist selten. Sehr selten. Deswegen sind Fossilien auch schwierig zu finden.

Dr. B
07.01.2010 16:58

Aber ob der Meeresstrand diese Voraussetzungen bietet (ruhiges Wasser)?

samuel vimes
07.01.2010 18:28
man stelle sich ein flaches wattmeer vor...

...recht fester schlick überall, subtrahiere gezeiten und voila... die beständigen fussabdrücke sind gar nicht mehr so unvorstellbar - oder? ;-)

es kam und wird immer wieder zur binnenfallung von meeren kommen, die im laufe der zeit tlw
austrockneten... in solchen meeren/gewässern gibt es keine gezeiten und damit kann auch ein fussabdruck recht gut konserviert werden...

das mittelmeer trocknete im laufe seiner geschichte min einmal aus...! die dort möglicherweise erhaltenen fussabdrücke sind mom leider ein paar tausend meter tief unter der wasseroberfläche desselben... ;-)

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