Fälschungen in Europa bestellt:"Ich brauche ein paar Picassos" - bis zu 20 Jahre Gefänis drohen
Ein 57-jähriger Internet-Händler hat mit dem
Verkauf gefälschter Druckgrafiken von Picasso oder Chagall mehr als
eine Million Dollar erschwindelt. Der 57-jährige Michael Z. aus
Chicago gab am Dienstag zu, mindestens 250 Käufer betrogen zu haben.
Nach einer Vereinbarung mit dem Staatsanwalt steht das erste von
insgesamt sieben Verfahren in diesem Fall vor dem Abschluss. Die gefälschten Radierungen oder Stiche wurden in Spanien und
Italien produziert, gingen zu Preisen von 1.000 bis 1.500 Dollar in
die USA und wurden dann für ein Vielfaches im Internet
weiterverkauft. Bei den Druckgrafiken wurden sowohl die Signatur des
Künstlers als auch Echtheitszertifikate gefälscht.
Fake-Picassos aus Italien
"Ich brauche ein paar P's", schrieb Z. an seine Quelle für
gefälschte Picassos in Italien. Wenn es Bedarf an der Popart-Kunst
von Roy Lichtenstein gab, schrieb er: "Ich brauche ein paar L's." Im
Sommer 2004 kaufte der Händler acht gefälschte Chagall-Drucke für
20.000 Dollar, "die er für nicht weniger als das Dreifache
weiterverkaufte", wie aus dem Deal hervorgeht, den der Angeklagte mit
dem Staatsanwalt vereinbarte und der dem Richter vorgelegt wurde. Z.
gab auch zu, Fälschungen mit anderen Händlern getauscht zu haben.
Bis zu 20 Jahre Gefängnis
Der 57-Jährige ist eine von sieben Personen, die im März 2008
angeklagt wurden. Sein Fall soll als erster zum Abschluss gebracht
werden. Das Strafmaß für diese Art von Betrug reicht von einer
Geldstrafe von 250.000 Dollar (173.100 Euro) bis zu 20 Jahren
Gefängnis. Als wahrscheinlich gilt jetzt eine Strafe von zehn bis 13
Jahren. Richter Dow setzte die Urteilsverkündung für den 23. März an. Z. gestand 280 Verkäufe von gefälschter Kunst über das
Online-Portal eBay, wo er mit eigenen Unternehmen auftrat. Als einige
Käufer erkannten, dass es sich um eine Fälschung handelte, schickten
sie die Ware zurück. Z. erklärte in seinem Geständnis, dass er dann
ein paar Monate gewartet habe und die Fälschungen an einen anderen
Interessenten verkauft habe. (APA/APD)