Protein-Defekt schützt vor Herzinfarkt und Schlaganfall

5. Jänner 2010, 18:54

Phospholipase D 1 wirkt an Blutgerinnung mit - Fehlt es, dann bilden sich keine gefährlichen Blutpfropfen in wichtigen Gefäßen

Würzburg - Fehlt dem Körper ein das Protein Phospholipase D 1 zur Blutgerinnung, kann das Herzinfarkte und Schlaganfälle verhindern. Die Blutgerinnung selbst ist aber nicht beeinträchtigt. Das berichten Forscher um Bernhard Nieswandt vom Rudolf-Virchow-Zentrum der Universität Würzburg im Fachjournal Science Signaling. Die Wissenschaftler fanden in Tierversuchen heraus, dass Phospholipase D 1 (PLD 1) einen Blutpfropfen in den Adern besonders stabil und damit gefährlich macht.

Ein Schlaganfall oder ein Herzinfarkt wird ausgelöst, wenn die Durchblutung gestört ist - meistens durch einen Blutpfropfen. Wie ein Stöpsel verschließt diese krankhafte Ansammlung von Blutplättchen das Gefäß. Die Forscher beobachteten, dass Mäuse ohne PLD 1 keine großen Blutpfropfen ausbildeten und zum Großteil vor Infarkt und Schlaganfall geschützt waren. Die normale Blutgerinnung der Tiere - etwa nach einer Verletzung - war vom Fehlen des Proteins aber nicht beeinträchtigt.

Therapiechance

Durch die Erkenntnisse hoffen die Forscher, künftig Herzinfarkt und Schlaganfall effektiver therapieren zu können. Herz-Kreislauf-Leiden sind in den Industrieländern eine der häufigsten Todesursachen. Durchblutungsstörungen werden oft mit Blutverdünnern behandelt. Allerdings beeinflussten diese Medikamente die normale Blutgerinnung. Sie ist für einen Menschen lebenswichtig, damit er zum Beispiel bei einer Schnittverletzung nicht verblutet, das Blut also gerinnt und damit die Wunde verschließt. (red/APA)

shangl
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naja ich weiss nicht...

...warum man das protein defekt nennt...ich würds eher so sehen, dass wir alle einen defekt haben, der das protein produziert...oder gibts doch negative anzeichen, wenn man das nicht hat?

fuerTiere
20
Forschung ohne Tierversuche !!!

Allein in der Bundesrepublik Deutschland sterben jährlich noch immer mehrere Millionen Tiere im Namen der Wissenschaft. Dass man von den aus Tierversuchen gewonnenen Ergebnissen nicht auf die Wirkung beim Menschen schließen kann, ist inzwischen bekannt.
Für Hamster ist leckere Petersilie tödlich, Meerschweinchen sterben an dem für uns lebensrettenden Penicillin, Schafe können Unmengen des Nervengifts Arsen vertilgen – wie will man da wissen, welches im Tierversuch gewonnene Ergebnis auf den Menschen übertragbar ist und welches nicht?

Raubkopierer
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ich bin auch gegen tierversuche, wenn sie denn nichts bringen. geht es um ein medikament, wie in diesem fall, das hundertausenden menschen mit schllaganfällen, inneren blutungen und infarkten das leben retten kann dann verstehe ich durchaus dass versuche an tieren gemacht werden. übrigens ist der genetische code einer ratte zu 98% gleich wie der eines menschen. insofern kann man durchaus vergleiche ziehen. menschen essen auch tiere um zu überleben (vegetarier ja, aber besonders für menschen im wachstum ist vegitarische oder vegane ernährung gefährlich). ein kosmetikkonzern der lippenstifte an schimpansen testet ist zu verurteilen, aber ein forscher der ratten mit HI viren infiziert um aids heilen zu können nicht.

triebstrü
 
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"wie will man da wissen, welches im Tierversuch gewonnene Ergebnis auf den Menschen übertragbar ist und welches nicht?"

Man erforscht den Metabolismus der Tiere und vergleicht ihn mit dem der Menschen. Daraus sollten sich in vielen Fällen Rückschlüsse auf die Substanzklassen ziehen lassen, die im Versuchstier und im Menschen ähnlich oder unterschiedlich wirken.

Herr Plumm
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Stimmt. Warum nicht gleich Menschenversuche... Kommen Sie doch morgen mal in der Klinik vorbei und lassen Sie sich ein völlig unerprobtes Medikament verabreichen. Wenn Sie daran sterben...naja, Pech gehabt.

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