Wie lässt sich Österreich zum Öffi-Musterland machen?

6. Jänner 2010, 19:34
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    foto: ap/probst

Nachhaltige Mobilität: Herausforderungen, Chancen und notwendige Maßnahmen für eine Trendwende

Eine zukunftsfähige Gesellschaft benötigt ein entsprechend nachhaltiges Mobilitätsgesamtkonzept. Umfassend, intelligent, vernetzt und flexibel. Das scheint unumstritten. Dennoch weisen aktuelle Studien auf einen weiteren, starken Anstieg des Gesamtverkehrsaufkommens hin, prognostizieren aber nur ein moderates Wachstum des öffentliche Personennahverkehrs.

Doch wo stehen wir heute - primär in Österreich - eigentlich in Sachen nachhaltige Mobilität? Wer kämpft und packt an, um das vorhandene Wissen in die Tat umzusetzen? Wo wird wichtige Pionierarbeit geleistet und wer sind die aktuellen VordenkerInnen für eine nachhaltige und qualitative Mobilität von Morgen?

Die Herausforderungen liegen klar auf dem Tisch: Eine rasche Verknüpfung der Verkehrs- und Umweltpolitik, eine intensive Bewusstseinsbildung für nachhaltige Mobilität (besonders in der Schule), eine weitblickende Abstimmung von Verkehrs- und Raumplanung, ein Attraktivieren des öffentlichen Personenverkehrs (auch durch dessen Ausbau) und nicht zuletzt als entscheidender Schachzug, eine gelebte Kostenwahrheit aller Verkehrsträger (inklusive ihrer Folgekosten für die Gesellschaft).

Im Rahmen des Monatsthemas 12/09 - "Nachhaltige Mobilität" auf dem Nachhaltigkeitsportal www.nachhaltigkeit.at wurde eine Suche nach Pionieren (wie Ing. Walter Schiefer, der "Person des Monats"), Vorzeigeprojekten und wichtigen Förderprogrammen durchgeführt. Im "Dialog des Monats" wurden auch Experten eingeladen, Ihre Gedanken zur aktuellen Situation darzulegen und vor allem die aus ihrer Sicht wichtigen nächsten Schritte und politischen Maßnahmen zu nennen, um Österreich zu einem Musterland in Sachen nachhaltigen, öffentlichen Personennahverkehr zu gestalten.


Nachhaltige Mobilität ist das Thema des Monats Dezember 2009 im Internetportal




Logo: Nachhaltigkeit.at




 

Autor: Hannes Offenbacher, Geschäftsführender Gesellschafter von Mehrblick | creating sustainable ideas, Recherche und Aufbereitung im Auftrag des Lebensministeriums, Abteilung II/3 Nachhaltige Entwicklung und Umweltförderpolitik.

Direkt-Link zum Monatsthema 12/2009
(mit Text-Vollversion und weiterführenden Informationen)

Hannes Offenbachers Blog

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Posting 1 bis 25 von 54
1 2
jogus
 
00
10.1.2010, 15:26

Ein unabdingbarer Lösungsansat wäre die ÖBB aufzulassen und neu zu gründen. Dann aber mit Managern die auch wirklich welche sind und nicht nur Farbengleiche Sesselwärmer...

Gilgamesh
02
10.1.2010, 11:59

Ganz ehrlich und ohne irgendjemanden zu nahe treten zu wollen.

Jeder dumm, der in Wien mit dem Auto wegen der Bequemlichkeit fährt (es gibt sehr wohl auch Menschen die mit dem Auto fahren müssen)...

Ich habe seit über 10 Jahren kein Auto mehr und bereue es nicht.
Im Gegenteil, manche Strecken fahre ich in Zeiten, da habe ich sogar mit dem Motorrad Probleme so schnell zu sein...

iohui
01

dumm nur, dass ö nicht nur aus wien besteht. versuch mal als nicht pragmatisierter hochqualifizierter berufstätiger mit familie ohne auto in hintertupfing zu leben.
no way.

werner b.
00

Hm, mal rechnen. Linz Innenstadt, Wohnung > Arbeitsplatz, 3,7 km, selbiges zurück

Öffi: Wohnung > Haltestelle 5 min., Wartezeit 0-10 min., Fahrzeit 7-8 min., Umsteigezeit 1-5 min. Fahrzeit 7-8 min, Haltestelle > Büro 4 min. macht zusammen 24-40 min., Kosten/Tag 0,80 (Jahreskarte) bis 3,40 (Maxi), Jobticket gibt's bei unserer Firma nicht

PKW: Wohnung > PKW 2 min., bis Parkplatz 7-8 min., Parkplatz > Büro 7-8 min. macht zusammen 16-18 min., Kosten/Tag ca. 3,20 (AfA, Steuer, Versicherung, Sprit, Rep.,...), grüne Welle in Linz ein Fremdwort, im Schnitt 11 von 13 Ampeln rot

Fahrrad: Wohnung > Radl am Gehsteig 4 min., bis Büro 14-16 min. macht zusammen 18-19 min., Kosten/Tag ca. 0,35 (AfA 10Jahre + Rep.), Schei* Radwege, jede Ampel rot

doppel U
20

Es ist einfach nicht im geringsten ersichtlich wohin das viele, viele Geld das die öbb verdient verschwindet! Seitdem diese privatisiert wurde sind die Fahrpreise kontinuierlich gestiegen, so kostete eine Fahrkarte zur Schule als ich anfing ca. 9 € mit Vorteilscard. Im letzten Schuljahr, also 5 Jahre später kostete die selbe Strecke bereits 10,50 €, mir ist jedoch nicht die geringste Verbesserung im Streckenverlauf bzw. Reisezeit/komfort aufgefallen!
also -> ich fahre Auto unter anderem deswegen um der ÖBB kein geld zu geben

pez derflotte
00
10.1.2010, 17:51
??

die öbb ist privatisiert?

mortibus
05
Endlich eine Jahreskarte für ALLE Öffis

Schon vor Jahren wurde uns die Jahreskarte für ALLE Öffis zu einem Preis um die 1500 Euro versprochen. Dann war aber plötzlich kein Geld mehr da, während gleichzeitig die Autobau-Lobby 50 Millionen Euro in den Rachen geschoben bekam. Liebe Politiker: gebt uns endlich diese verdammte General-Jahreskarte!

mehr von mir
00

+30% rabatt auf taxifahrten, für alle fälle, um 90€/monat, das wäre sozial

Leistungssportler
02
Österreich ist vielleicht nicht Branchenleader,

der öffentlicher Verkehr in Österreich ist viel besser, als sein Ruf und im internationalen Vergleich sogar sehr gut.

Hoher Anteil an neuen Fahrzeugen im Bus und Schienenverkehr, großteils gute Versorgung in der Fläche (OK, nicht bis in jeden hintersten Winkel), niedrigere Preise als in vielen anderen europ. Städten.

Und der Vergleich mit dem Individualverkehr: Manchmal hat es eben Vorteile mit dem Auto zu fahren und manchmal öffentlich.

Kell-Conerem
01

Fahrrad ist ja nicht schlecht doch es gehört endlich mal eine nummertafel + versicherungspflicht für die Fahrräder eingeführt. Viele Millionen von Euro schaden entstehen jährlich durch "nicht ganz normale" fahrradfahrer.

In Ö muss vor allem der Regionalverkehr massiv verbessert werden. Es kann z.b. nicht sein das eine 40.000 einwohnerstadt nichtmal eine IC verbindung zur 40km entfernten Landeshauptstadt mit 200.000 Einwohnern hat. kein wunder das fast alle mit dem Auto fahren wenn man für die 40km ne stunde mit dem Zug unterwegs sein muss. Anstatt den Regio verkehr in der 40.000 EW stadt zu bündeln und den dann via IC zur Hauptstadt (ca 30 min fahrzeit mit 1 zwischenhalt) weiterzuführen. Wird alles urigst langsam durchgeschliffen.

werner b.
00

Steyr?

Surge
 
00

Gibts sowas nur in Wien?
In Westösterreich hab ich das noch nie so erlebt.

Und: Würde eine Nummerntafeln/Versicherungspflicht nicht noch mehr kosten, als die Radfahrer Schäden verursachen?

mortibus
11

Mach dich nicht lächerlich. Auf die Radfahrer hinzutreten ist wirklich unsinnig. Nirgends auf der Welt gibt es so eine Versicherung (außer in der Schweiz, wo sie grad abgeschafft wird). Wenn ich den Schaden durch Radfahrer mit dem durch Autofahrer vergleiche (finanziell zumindest das 1000fache, und außerdem ein Verhältnis von 0 zu 150 an umgebrachten Radlern und Fußgängern) ist klar, wo die Priorität liegt.

sleepyc
00
es geht dabei wahrscheinlich

aber weniger um die deckung von effektiv entstandenen schäden, als um die so oft zitierte 'bewußtseinsbildung'.
da die schäden - wenn welche entstehen meist wirklich minimal sind (wenn nicht gerade pensionistInnen am gehweg zu tode gefahren werden), würde die versicherungs-summe ein paar Euro p.A. ausmachen.
ABER - mit einem Kennzeichen hinten druf, würde so manche(r) fahrradbotIn und sonstige "ich-bin-immer-im-recht-und-stoppschilder, gehwege-oder-rote-ampeln-gelten-für-mich-nicht-ausserdem-überhole-ich-prinzipiell-vor-kreuzungen-rechts"-radlerInnen doch über gewisse aktionen nachdenken lassen.
so simpel ist's.
und: JA, sie haben recht, ich prügle gerade auf die mehrheit der radler wegen ein paar vollidiotInnen.

orso minore
00

Das Problem ist beim Auto haftet man auch wenn wer anderer faehrt, das geht soweit dass man sogar haftet wenn das Auto gestohlen wird. Das sind bei Autos natuerlich Einzelfaelle, bei Fahrraedern waere es aber der Regelfall

Mucosaprolaps
35

Simpel ...

a) Faulheitsbeihilfe "Pendlerzuschuss" abschaffen. Wer zu faul ist, um näher zur Arbeit zu ziehen, soll sStaatliche Beihilfen für Umweltvernichter pardon Autobesitzer sind international eine seltene Ausnahme.)

b) Benzinpreis verdoppeln, das Zeug ist viel zu billig. Wenn Benzin einen angemessenen Preis hätte, würden nicht so viele Leute mit dem SUV bei laufenden Motor am Gehsteig parkend telefonieren ...

c) Öffis - mit dem Geld, das man bei den übermotorisierten Speckgürtelfettwänsten einspart, könnte man die Öffis deutlich billiger machen.

iohui
00

soll man bei jedem jobwechsel näher zu seiner oder zu ihrer arbeit ziehen oder sich besser scheiden lassen und in ein hotel ziehen, die kinder am besten in ein internat, damit sie nicht alle 2 jahre in eine neue schule und neue freunde suchen müssen, oder besser single bleiben und gar keine kinder bekommen?

btw: den suv und den sprit für einen suv kann sich ein normalsterblicher sowieso nicht leisten, also lieber hohe steuern auf suvs, aber leistbaren sprit für die billigen gebrauchtwagen armer leute ohne öffi-anbindung. die sind mit den wahnsinnigen reparaturkosten und den flexibilitätswünschen des arbeitsmarktes eh schon gestraft genug.

The Resistance
00
26.1.2010, 18:35

ad a) Was sollen Leute machen, die ein Haus besitzen? Verkaufen und in eine Wohnung ziehen? ...

Loonquawl
00
von anderen ländern was abschaun:

Berlin: Öffis zwar mühsam, als Student gratis. Sollte für alle Minderbemittelte Gruppen sein.
Hong Kong u.v.m.: Bezhalung pro Station mit aufladbarer magnetkarte. wie nervig überteuert ist das in graz zb. für 3 bim stationen 1.90 hinlegen zu müssen?
Amsterdam: Radfahren ein genuß. Selbst in wien kann man innerhalb des gürtels relativ problemlos ÜBERALL mit dem fahrrad kommen ohne effektiv auf strassen fahren zu müssen. in ganz graz gibt es quasi 2 radwege: mur&glacis.
Vienna City Bikes: SEHR guter Ansatz, verwende ich oft da gratis.
etc....

tempurastyle
00
Pro Station abbuchen...

...das geht eigentlich nur bei der Ubahn. Aber stimmt, in Asien ist das Gang und Gäbe, ich finde es ist ein sehr faires System, und durch die Schranken gibt es 0% Schwarzfahrer. Eigentlich eine Win-Win Situation...
Beispiel: Metro Taipei - nach 7 Jahren Betrieb wurde ein Gewinn eingefahren, weil wirklich jeder für seine Strecke zahlt. Die haben dort als Folge den Fahrpreis um 20% gesenkt!!!
Aber soetwas lässt sich in Wien leider nicht umsetzen, da gibts zuviele Beamte, zuviele Berater, zuviel Bürokratie...da schauen die Kosten am Schluss so horrend aus, dass sich kein Politiker darüberstolpern traut. Lieber die Schwarzfahrer in Kauf nehmen und die ehrlichen Fahrgäste abzocken. Achja, und halbjährlich die Fahrpreise erhöhen.

sleepyc
05
da gäb's schon einige wirksame mittel:

1.) intelligenztest vor führerscheinerhalt
2.) spritpreise drastisch (mindest x2) erhöhen
3.) zusatzeinnahmen aus 2. zweckgebunden in die
4.) <wieder>herstellung von -benutzbarer öffi-infrastruktur investieren
5.) management in solchen infrastruktur-unternehmen nach qualifikation und nicht nach parteizugehörigkeit besetzen
6.) zur kenntnis nehmen, dass öffi-unternehmen NICHT gewinnbringend <aber nichtsdestotrotz effizient> betrieben werden können.

wolfgang gaerber
00
Wie lässt sich Österreich zum Öffi-Musterland machen?

Ein erster Schritt wär mal diesen Artikel in der Kategorie Panorama/Verkehr zu positionieren.

[R2D2]
01
Ich kann nur sagen

In Linz ist es katastrophal. 1. Sind die Preise der Linz Linien schon horrend. 2. wenn man abseits der Straßenbahn wohnt muss man mindestens 10 Minuten auf einen Bus warten. (Auch wenn 4 Linien von dort wegfahren). 3. Die sind so unprofessionell dass sogar in den neuesten Bussen bei den Anzeigebildschirmen der Haltestellenname abgeschnitten wird. Vom Durchsagen der Haltestellen die der besagte Herr nicht mal richtig aussprechen kann wird mir wirklich schlecht. Da fahr ich lieber mim Auto in die Stadt und such 15 Minuten einen Parkplatz!!!! Linz Linien sind das Letzte!

Salem Saberhagen
00
...

Ihre ersten beiden Punkte unterschreibe ich so für Graz, und das ist der Grund, wieso ich auf ca. fünf Öffi-Fahrten pro Jahr komme. Ansonsten nehme ich - je nach Entfernung des Ziels - das Rad oder das Auto.
Was bei mir noch hinzukommt: ich wohne in einem Gebiet, in dem enorm viel gebaut wird, leider hält die Öffi-Anbindung da nicht mit. Vor allem werktags nach 19 Uhr und sonntags geht gar nichts, da kann man nur zur nächsten Haltestelle ca. 20 min zu Fuß gehen.
LG,
Salem

Michael B
07
Solange Verkehrsunternehmen als teure Abstellplätze für Parteigünstlinge dienen,

und Infrastrukturiinvestitionen zuerst zur Parteienfinanzierung und zur Bereicherung von Industrie und Politik herhalten müssen, wird es wohl nichts werden mit dem "Musterland".
Besonders, da die Justiz in letzter Zeit wieder sehr vergeßlich wird...

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