LiMux: München erreicht weiteren Meilenstein

05. Jänner 2010 11:54

Offener Standard Open Document Format (ODF) nun vollständig integriert und die hauptsächlich verwendete Norm für den Dokumentenaustausch

Während sich die Stadt Wien noch nicht zwischen seiner eigenen Linux-Distribution Wienux und Microsoft-Produkten entscheiden konnte - der WebStandard berichtete - vermeldet die bayerische Hauptstadt München einen weiteren Meilenstein seines LiMux-Projektes. In seinem Blog zieht Projektleiter Florian Schießl ein Resümee des vergangenen Jahres und berichtet zudem von den weiteren Neuerungen rund um LiMux.

ODF nun als Standard

So hat München nun vollständig auf das offene Dokumentenformat ODF (Open Document Format) umgestellt und dieses sei nun die hauptsächlich verwendete Norm für den Datenaustausch. Zusätzlich würde für nicht-veränderbare Dokumente noch PDF als Standard im Einsatz sein, berichtet Heise.

Ein weiterer Meilenstein

Mit der vollständigen ODF-Integration hat das zuständige LiMux-Projektbüro in München einen weiteren Meilenstein erreicht. Laut dem stellvertretenden Projektleiter Florian Schießl besteht der Standard-Desktop in der Stadtverwaltung München nun mehr aus dem freien Bürosoftware-Paket OpenOffice.org, als Webbrowser kommt Mozillas Firefox und als E-Mail-Programm Thunderbird zum Einsatz. Zusätzlich seien noch zahlreiche andere Open-Source-Anwendungen, wie etwa GIMP für die Bildbearbeitung, zu finden.

Wider die Abhängigkeit

Laut Heise bedurfte es "im Hintergrund einer enormen Kraftanstrengung", um die über Jahre hinweg geschaffene Abhängigkeiten in der IT-Welt wieder rückgängig zu machen. So seien über 20.000 Vorlagen vereinheitlicht und umgewandelt worden, entweder in neue Makros, Templates oder Web-Applikationen. Ein Ziel, das laut Schießl ebenfalls 2009 erreicht wurde, ist die Einrichtung von Pilotprojekten zur letztlich anvisierten Linux-Migration in allen zwölf Abteilungen der Stadtverwaltung. Insgesamt seien bislang zwar erst 2500 von rund 14.000 Arbeitsplatz-Rechnern  auf den eigens entwickelten LiMux-Basisclient umgestellt worden - es sei aber der schwerste Teil der Arbeit gewesen, diese zum Laufen zu bringen, so Schießl. "In den kommenden Monaten soll Schießl zufolge nun der letzte große Schritt, die allgemeine Client-Migration in Angriff genommen werden", so Heise.(red)

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19 Postings
Der Menschenfreund
07.01.2010 20:07
Für die offensichtlich in Sachen IT-Einsparungen unwillige und unfähige SPÖ-dominierte Stadtverwaltung wird wohl Häupl die Rechnung präsentiert bekommen!

Gelegenheit dazu gibt es bei der Gemeinderatswahl 2010 für unzufriedene WählerInnen die kein Verständnis dafür haben, dass Einsparungspotienziale auf diese Art und Weise ignoriert werden!

Andreas Prucha
12.01.2010 21:22

Naja, ist immer eine Frage der Alternativen - und da sehe ich eigentlich kaum welche. Oder anders gesagt: Die SPÖ ist, wie sie ist ein Drama - die anderen zur Auswahl stehenden aber eine Katastrophe.

der.grisu
07.01.2010 20:42

So sehr ich in der Sache selbst bei Ihnen bin: IT in der Verwaltung habe ich nicht gerade als Kernthema in einem Wahlkampf in Erinnerung ...

Mathias
 
08.01.2010 08:32
Kernthema

Dann formulieren wir das Kernthema neu:

SPÖ: sparen beim Bürger, ein paar Wahlzuckerl für die Tage nach der Wahl, großes Sparpotential nicht auskosten, dafür unnötig Steuergelder verprassen.. kann man getrost beim treuen Wähler nacher aus der Tasche ziehen ...

der.grisu
08.01.2010 20:09

Ja, so passt's. Ist aber generell die Kernkompetenz der regierenden Kaste.

Njörd
05.01.2010 15:17
Wann stellt Wien um?

Vor allem: Warum hat man das Projekt mit dem deutschen Nachbarn nicht gemeinsam durchgezogen?
Um es auf den Punkt zu bringen: In Wien gab es ein paar Typen die MS schmieren konnte. In der bayrischen Landeshauptstadt hat man sich von MS dagegen nicht
schmieren lassen.

schweinebucht
05.01.2010 17:05
schmieren?

Das nennt man heute nobel lobbying!

;D
(wenns nicht so traurig wär!)

nukularteilchen
05.01.2010 14:22

Das wird die Deutschland Zentrale von Microsoft in München aber freuen :)

Proton
05.01.2010 14:19

So läuft es, wenn MS niemanden schmieren kann.

+DieMeinung+
05.01.2010 14:18
Ich vermisse die "Economy-Of-Scale"

Die müssen bis jetzt bereits ein Vermögen in die Entwicklung gesteckt haben.

Falls das gesamte Projekt über München nicht hinauskommt wette ich, dass es ein fettes Minusgeschäft ist. Da gibt es keine Economy-Of-Scale.

Leider werden wir niemals erfahren, ob sich das finanziell tatsächlich jemals rentieren wird.

Bis zum Hirnstamm und nicht weiter
06.01.2010 07:10

der unterschied ist, dass das geld in bayern bleibt, statt nach redmond zu fliessen.

werwolfi
05.01.2010 16:49

ich muss mich schon wieder mal wiederholen....

einsparungen ergeben sich bei solchen projekten eher langfristig.

es darf aber ja auch durchaus das selbe kosten wie zuvor (gratis is nix im leben), denn das entscheidende ist dabei DIE BEHEBUNG DER ABHÄNIGKEIT VON EINEM EINZELNEN ANBIETER UND VON PROPRIETÄREN FORMATEN.

"Free software is a matter of liberty, not price. To understand the concept, you should think of free as in free speech, not as in free beer."

http://www.gnu.org/philosoph... ee-sw.html

zusätzlich von vorteil sind die verbesserungen bei security (backdoors, wartezeit auf patches etc.) und privacy sowie der vollständigen kontrolle der eigenen systeme bei hard- *und* software, im öffentlichen bereich extrem wichtig.

Mode Biller
07.01.2010 13:49
ich muss mich schon wieder mal wiederholen....

Du kennst doch "+DieMeinung+" - da ist das einfach vergeudete Zeit...

werwolfi
07.01.2010 20:06

du hast natürlich völlig recht - aber ich wiederhol mich in solchen fällen insofern gerne mal, als es ja auch andere zu lesen kriegen - man kann den deppen und trollen ihre ad nauseam verzapften dummheiten nicht oft genug widerlegt zurückschleudern... ;o)

dank des permalink-features könnte man sich einen großteil der arbeit ja sparen.

apropos: sehr gut gefällt die "milchmädchenrechnung" von Robert Dunkelwand weiter unten zum thema:

http://derstandard.at/plink/126... 7/15230548

und auch die (von mir ähnlich getroffene) aussage, dass ,selbst *falls* (unwahrscheinlicherweise) ein minus am ende der migration steht, die freiheit von MS der entscheidende gewinn ist:

http://derstandard.at/plink/126... 7/15232432

Sebastian Auinger
05.01.2010 16:28

Zahlen wären am Ende des Migrationspfades tatsächlich interessant.

Nicht zu vergessen ist jedoch, dass bei LiMux und übrigens allen anderen Umstellungen von Behörden auch volkswirtschaftliche Betrachtungen einfließen müssen, wie z.B.:

- Schaffung von heimischen Arbeitsplätzen
- Prävention eines Lock-In in proprietäre Dateiformate und Applikationen

Solche Kriterien sind schwerer zu erfassen, eine Gegenüberstellung wäre in jedem Fall interessant - allein schon deshalb, weil dies für andere Behörden und Firmen interessant sein dürfte.

Bastian Balthasar Bux
05.01.2010 16:16
wieder einmal

1. Freie Software: Frei im Sinne von Freiheit, NICHT im Sinne von Freibier.

2. Wer programmiert denn jetzt für die Stadtverwaltung München? - Vermutlich hauptsächlich lokal angesiedelte kleine bis mittlere Firmen. Das wiederum bringt dem Staatssäckl Mehreinnahmen durch Umsätze die im Land bleiben, und obendrein werden noch Arbeitsplätze geschaffen.

Eine objektive Bewertung der finanziellen Vor- bzw. Nachteile ist aufgrund der enorm vielen zu beachtenden Variablen wohl kaum möglich.
Meiner Meinung nach ist das wahrscheinlich auch ein Null-Summenspiel und daher zählt nur Punkt eins.

Newsted
05.01.2010 18:14

"1. Freie Software: Frei im Sinne von Freiheit, NICHT im Sinne von Freibier."

Und selbst wenn kein dickes Plus oder sogar ein leichtes Minus unterm Strich rauskommt dann war es das doch für die Zukunft wert. Freiheit! Unabhängigkeit!

Robert Dunkelwand
 
05.01.2010 15:29
Ein bißchen Milchmädchen...

14.000 * (€ 125,- [Win] + € 500,- [Office]) = € 8.750.000,- Millionen je einmal "aufrüsten"...soviel haben die sicher noch nicht in den Umstieg gesteckt.

hamflo
05.01.2010 14:02
find ich super!

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