Frage und Antwort

Nacktscanner: Warnung vor Bomben und Windeln

4. Jänner 2010, 20:37
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Nacktscanner messen Wärmestrahlen, die jeder menschliche Körper aussendet. Sie machen daher jede "Anomalie" sichtbar. Doch dazu zählen auch Behinderungen und medizinische Hilfsmittel.

Frage: Wie funktionieren Nackt- oder Körperscanner?

Antwort: Nacktscanner "zeichnen" ein Bild der gescannten Person, indem sie deren Terahertzstrahlung messen. Jeder menschliche Körper sendet durch die Wärmeabgabe solche Strahlen aus. Die Frequenz der Terahertzstrahlung liegt zwischen Mikrowellen- und Infrarotstrahlen. Das von Nacktscannern gezeichnete Bild gibt die Wärmeabstrahlung als dreidimensionale Umrisszeichnung wieder. Fremdkörper an der Körperoberfläche werden so erkennbar, weil die Strahlen nicht oder nur abgeschwächt durch Gegenstände dringen können. Um den Bildkontrast zu erhöhen, wird auch die sogenannte "zweifache Terahertzstrahlung" verwendet: Ein Scanner misst die emittierte Strahlung, zusätzlich dazu wird der Körper mit Strahlen des gleichen Frequenzbereiches "bestrichen". So werden schärfere, genauere Bilder möglich. Obwohl Wissenschafter der Terahertzstrahlung seit langem eine große Zukunft im Sicherheitsbereich prognostizieren, wurde sie bisher vor allem von Restauratoren verwendet. Etwa um übermalte Gemälde an alten Kirchenmauern zu finden.

Frage: Ist der Scan gefährlich?

Antwort: Nach derzeitigem Stand der Wissenschaft: nein. Im Gegensatz zu Röntgenstrahlen emittiert der Körper Terahertzstrahlen selbst. Während Strahlenschutzexperten - etwa das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz - Röntgentechnik im Sicherheitsbereich für "nicht gerechtfertigt" halten, haben sie in diesem Kontext keine Bedenken gegen Terahertzstrahlen. Freilich liegen erst wenige Erkenntnisse über die Wirkung der Strahlen im Körper vor.

Frage: Wer wird durch den Nacktscanner zum Verdächtigen?

Antwort: Prinzipiell jeder, an dessen Körper das Wärmebild eine Anomalie zeigt. Neben Waffen und Sprengstoff "enttarnt" der Scanner auch Windeln für Menschen mit Inkontinenzproblemen, Urinbeutel, künstliche Darmausgänge oder Insulinports. "Jeder Kranke", warnt die Tübinger Ethikprofessorin Regina Ammicht Quinn in der Frankfurter Rundschau, "wird zum potenziellen Terroristen. Was das für die Betroffenen bedeutet, die sich buchstäblich offenbaren müssen, kann sich jeder leicht ausmalen." Offen, räumt Quinn ein, sei aber die Frage, ob Angesehenwerden oder gründliches Abgetastetwerden die Intimsphäre stärker verletzt.

Frage: Hätten Nacktscanner den versuchten Anschlag von Detroit verhindert?

Antwort: Jein: Abdul Farouk Abdulmutallab hatte den Sprengstoff in die Unterwäsche eingenäht. Vermutlich wäre das auch bei einem Nacktscan übersehen worden. Die Verantwortlichen am Amsterdamer Schiphol-Airport sind jedoch überzeugt, dass sie die Bombe in einem Nacktscanner entdeckt hätten. (rott/DER STANDARD-Printausgabe, 5.1.2010)

Roger Wilco
00
Linz?

Wie kommt in Linz so eine hohe Menge zu Stande, wo die Passagierzahlen doch viel geringer sind als in Salzburg?
Entweder sind die sort strenger, die Oberösterreicher Waffennarren oder die Statistik lügt.

Chocoholic
00
Menstruation bei Frauen! Was sagt man zu ob und Binde?

Muss die dann auf Sprengstoffqualitaet untersucht werden? Mahlzeit.

Der, der es besser weiß
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Vollkommen nutzlos.

Dann leiden ab jetzt alle Terroristen an Inkontinenz. Der Preis für die wenigen Anschläge, die durch das verhindert werden und nicht durch die schon vorhandenen Sicherheitseinrichtungen, ist auf jeden Fall zu hoch.

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