Nacktscanner

Von der Raumfahrt in den Flughafen

04. Jänner 2010 20:33
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    Foto: dpa/tsa ho

    Diese Nacktscans entstammen Geräten der ersten Generation, ...

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    Foto: archiv

    ... dieses Bild zeigt das Ergebnis moderner Scanner.

Auch in Europa könnten Nacktscanner schon bald zur ganz normalen Flughafenausstattung gehören

Die EU-Kommission unternimmt einen zweiten Anlauf für die Einführung. Und Hersteller hoffen auf große Geschäfte.

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Die USA verwenden sie nach dem jüngsten gescheiterten Attentatsversuch in einem Flugzeug wieder verstärkt, und in Europa gehören sie vermutlich auch schon bald zur Flughafenausstattung: Ganzkörper-Scanner, auch Nacktscanner genannt, weil die Detektoren ein Bild der Körperoberfläche wiedergeben und dabei die Bekleidung weglassen. Nach den Niederlanden, wo die Geräte schon seit Monaten getestet werden, wird die Einführung der Körperscans nun auch wieder in Deutschland und in Italien heftig diskutiert.

Aber auch die EU-Kommission hat am Montag zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen auf Flughäfen als notwendig bezeichnet und einen neuen Vorschlag in Aussicht gestellt. Wie berichtet, hatte die EU-Behörde ihren Plan vom Oktober 2008, die umstrittenen Körperscanner zur Passagierkontrolle in allen Mitgliedstaaten einzuführen, wegen massiver Ablehnung im EU-Parlament zurückgezogen. Doch nun wird die Situation noch einmal geprüft. "Wir brauchen zusätzliche Maßnahmen und werden sehen, ob die Technologie sicher ist und im Einklang mit den europäischen Gesetzen steht. Auf dieser Basis könnten wir einen neuen Vorschlag vorlegen", hieß es in Brüssel.

In Deutschland hat sich zuletzt Außenminister und FDP-Chef Guido Westerwelle gegen verschärfte Gesetze und die Einführung von Nacktscannern der ersten Generation ausgesprochen. Innenminister Thomas de Maizière hingegen zieht Nacktscanner der neuen Generation für Deutschlands Flughäfen in Betracht. "Studien zu Terahertz-Wellen sagen uns, dass sie für den Menschen unbedenklich sind", sagte der CDU-Politiker der Bild-Zeitung. Trotzdem werde der Bund in diesem Jahr sehr genau prüfen, ob Nacktscanner der Gesundheit schaden könnten. "Geräte mit Röntgenstrahlen setzen wir nicht ein", so Maizière.

Im Labor getestet

Im Gegensatz zu herkömmlichen Metalldetektoren sollen Nacktscanner auch feste und flüssige Sprengstoffe, Keramikmesser und andere nichtmetallische Gegenstände entdecken. Derzeit werden die Geräte allerdings noch nicht an deutschen Flughäfen eingesetzt, sondern lediglich von der Bundespolizei im Labor getestet. Bisher können diese Nacktscanner Sprengstoff jedoch nach Aussage des deutschen Innenministeriums nicht sicher genug erkennen. Auch die Geschwindigkeit der Kontrollen lasse zu wünschen übrig.

Andere Länder, darunter Österreich (siehe "In Österreich wird es vorläufig keine Nacktscanner geben"), sind noch zurückhaltend. Erst müsse man die Ergebnisse des niederländischen Testeinsatzes abwarten.

Weltmarktführer bei sogenannten Terahertz-Scannern (siehe Artikel "Warnung vor Bomben und Windeln") ist laut Financial Times Deutschland die britische Firma Thruvision. Dabei wird Technologie genützt, die ursprünglich von der Europäischen Raumfahrtagentur ESA entwickelt wurde. Das aktuelle Scanner-Modell von Thruvision heißt T4000 und kann Menschen im Abstand zwischen 3 und 15 Metern kontrollieren. Nach Angaben der Herstellerfirma solle dabei keine anatomischen Details erkennbar sein.

Sicherheits-Screenings

Ein weiterer Hersteller von Scannern ist das US-Unternehmen L3 Communications, das nach eigenen Angaben mit einem Jahresumsatz von 14 Milliarden US-Dollar der weltweit größte Lieferant von Geräten für Sicherheits-Screenings ist. Sein Scanner-Modell ProVision tastet Passagiere aktiv ab und wird derzeit auch in Flughafen in Amsterdam, London und Moskau getestet.

In Amsterdam stehen insgesamt 16 Scanner, jeder im Wert von rund 500.000 Euro, zur Verfügung. Sobald dem Rechner an einem Körper irgendetwas gefährlich erscheint, gibt er eine Warnmeldung. Die betreffende Person, erklärt Schiphol-Betriebsdirektor Ad Rutten, werde dann - ähnlich wie bei Zweifelsfällen mit der bislang eingesetzten Metalldetektortechnik - einer herkömmlichen Leibesvisitation unterzogen. Jedes "Nacktbild" werde nach normalem Verlauf der automatisierten Kontrolle gelöscht. "Das System wird sich bald weltweit durchsetzen", glaubt Rutten. "Es versteht sich, dass damit auch Hoffnungen auf "Bombengeschäfte" verbunden sind." (APA, dpa, simo/DER STANDARD-Printausgabe, 5.1.2010)

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23 Postings
kandesbunzler
27.01.2011 14:35
L3-Communications

Also, wer sich demnächst auf Flughäfen von Scannern dieser Firma durchleuchten lässt, fördert damit indirekt auch noch die Produktion von Streubomben (ebenfalls Sparte von L3), welche übrigens von der EU bzw. im Völkerrechtsabkommen seit August 2010 offiziell geächtet werden. Grotesk. Wie kann es sein, dass man dieser Firma auch noch EU-Geld zukommen lässt?

Bafana
05.01.2010 15:04
nicht mit mir

Ich werde da sicher nicht einsteigen und mich jedesmal ein bisschen mit schwacher Radioaktivität bestrahlen lassen.

http://www.mlive.com/news/detr... _at_l.html

http://www.mlive.com/news/detr... _hask.html

Nachtsonne
06.01.2010 12:28

Es gibt auch Anlagen für scannen bzw. durchleuchten von Fahrzeuge und Passanten ohne ihre wissen.

Michael Tropper
05.01.2010 13:56
Auf für Flughafen/Airline-Personal?

Sonst wäre das ja ein Schildbürger-Streich allererster Güte ...
Szenario: Terroristen nehmen Familie z.B. eines Catering-Angestellten als Geisel und zwingen diesen zum Deponieren von Bomben/Waffen/etc. direkt im Flugzeug.
Was bringt es da, die Passagiere zu scannen?
1984 wir kommen!!!

airbus348
05.01.2010 15:36
Airline/Flughafenpersonal

müssen sich auch heute schon bei JEDEM Einsatz nach den Sicherheitskontrollen genau so kontrolliert werden, wie Passagiere.
So werden auch Piloten oder Stewardessen genau so gefilzt, und müssen ihr Taschenmesser oder andere gefährliche Gegenstände (wie PAssagiere) abgeben

Andreas S.
05.01.2010 13:35

Die modernen geraete strahlen nicht selber sondern messen die THz wellen die der koerper selber aussendet (langwelliges infrarot). Damit lassen sich allerdings keine gegenstaende im koerper finden.

also 'Arschbombe' : In zukunft muss man als terrorist nicht nur ein riesen a.loch sein sonder auch eins haben ! ;-)

Nachtsonne
05.01.2010 22:35
Backscatter

Backscatter, Backscatter X-Ray sind die Suchwörter zu die Quelle der Abbildung oben neben Artikel.

Das ist eine Chefin der Dept. of Homeland Sec. als sie das Gerät vorgestellt hat.

Raptor Jesus
05.01.2010 13:27
Was hat das Thema im Panorama zu suchen?

Das stinkt massiv nach Lobbyarbeit.
Die haben sich noch nicht einmal die Mühe gemacht, es zu vertuschen!
Es ist gemeinhin bekannt das der Nigerianer in Amsterdam nicht kontrolliert wurde.

Naeich
 
05.01.2010 11:52
Wer hat sich eigentlich diesen schwachsinnigen Begriff "Nacktscanner" ausgedacht?

Damit laesst sich ja gleich mal nur mit dem Namen super Stimmung machen.

Sogenet
05.01.2010 11:06
Jetzt wird wahrscheinlich Plastiksprengstoff in vivo transportiert.

Damit läßt sich jeder Oberflächenscanner leicht umgehen.

Ich freue mich schon auf die routinemäßigen Darmspiegelungen, welche sicher bald eingeführt werden.

Dr. Seltsam
 
05.01.2010 09:52

Vielleicht sind die Dinger ja unbedenklich. Vielleicht!

Genaueres wird man aber erst in ein paar Jahren nach einem großflächigen Einsatz sagen können.

Kinder? Schwangere?

Ich sehe auch nicht ein, warum solche Dinger eingesetzt werden müssen, wenn nicht einmal die auffälligsten Personen durch die Datenfilterung dingfest gemacht werden können.

Was hilft übrigens ein Ganzkörperscanner, wenn die Bombe in den Schuhen ist?

Naeich
 
05.01.2010 11:54
Teraherzstrahlung, nicht Roentgenstrahlung

Diese Scanner setzen Teraherzstrahlung ein und sind daher unbedenklich. Moderne Geraete arbeiten passiv, das heisst, sie senden selber ueberhaupt keine Strahlung aus sondern verwenden die langwellige Infrarotstrahlung, die der menschliche Koerper aussendet.

Michael Tropper
05.01.2010 14:03
Aktiv - Nicht passiv

"Sein Scanner-Modell ProVision tastet Passagiere aktiv ab und wird derzeit auch in Flughafen in Amsterdam, London und Moskau getestet."

lG

stumpjumper
05.01.2010 10:31
habe immer noch 3 Ohren

die schuhe zieht man aus und sie werden seperat gescannt. Wird schon lange in zB Moskau eingesetzt. Funktioniert scheinbar prächtig. Ich habe immer noch 3 Ohren.

di`Luca
05.01.2010 09:11
wie interessiert

die herren auf dem ersten bild doch sind...vielleicht sollt ich umschulen auf nacktscannerkontrolleur!

Milieubedingter-Hojac oder besser Saualm-Haider?
05.01.2010 09:09
Wieso so viel Geld für neue Technik?

Ich kann mich noch sehr gut an die Anzeigen in Zeitschriften erinnern, wo es "Röntgenbrillen" für ein paar Letsch zu kaufen gab. Die versprachen dass man die beobachteten Personen wie zu Kaisers neuen Kleidern-Zeiten sah.
Aber die Technologie dürfte wohl nicht ganz ausgereift gewesen sein.

di`Luca
05.01.2010 09:27
die gabs schon anfang der 80er in italien :o))

der müde Joe...
05.01.2010 06:34
von den modernen Scannern,

bekommt man also einen dicken Hintern...

...aber offensichtlich auch ein ganz ordentliches Dekoletee. Hm.

Peter W1
 
05.01.2010 02:25

Was soll dieses gottgebene "Die werden kommen"? Von alleine kommt gar nichts. Es wird bestenfalls einer unmündigen Bevölkerung aufgezwungen.

Es gab von den Interessensgruppen schon einmal einen Versuch diese Verbrechen durchzusetzen. Und sie wurden bereits abgelehnt. Muss diesem Haufen eben noch einmal klargemacht werden, dass sie keine Geschäfte auf Kosten der menschlichen Würde machen dürfen!

Quim Barreiros
04.01.2010 23:48
Ein weiterer Schritt

um den Flugverkehr unattraktiv zu gestalten. Man könnte fast meinen, die Buslobby steckt dahinter.

footy show
05.01.2010 06:44
Globalisierung hat ihren Preis

und der wird immer hoeher; und ich spreche da nicht (nur) von materiellen Werten.

Never
05.01.2010 07:52

George Orwell hatte es ja mit 1984 bereits vorausgesagt, das Jahr wird halt ein anderes sein.
Man gwöhnt die Massen langsam an immer mehr Kontrolle zu "Ihrer eigenen Sicherheit". Beispiele gibt es ja schon genug: Städte mit lückenloser Videoüberwachung, Vorratsdatenspeicherung, Bundestrojaner usw. Und wem bringt das alles wirklich was, wenn man mal etwas darüber nachdenkt?

Ergates faber
05.01.2010 01:17
Eher OMV und ÖBB...

:o)

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