Hypo-Deal

Affäre macht Investoren und BZÖ nervös

4. Jänner 2010, 20:20
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    Die Kärntner Hypo Group Alpe Adria ist von allen Seiten in Bedrängnis - und bringt Investoren wie Politiker in ebendiese.

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    Michael Gröller: "Hypo-Geschichte gutgegangen."

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    Tilo Berlin hat die Beteiligung für Private abgewickelt.

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    Herbert Koch soll sich auch an der Hypo beteiligt haben.

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    Veit Sorgers Hypo-Gewinn liegt auf einem Treuhandkonto.

Täglich neue Namen werden aus jenem Kreis privater Hypo-Investoren bekannt, die beim Verkauf an die BayernLB kräftig mitgeschnitten haben

Das Rätselraten über die Liste jener Investoren rund um Ex-Hypo-Chef Tilo Berlin, der sich mit einer Gruppe finanzstarker Industrieller an der Kärntner Hypo beteiligt hatte, geht weiter. Neben Industriellen-Chef Veit Sorger war auch Ex-Mayr-Melnhof-Chef Michael Gröller dabei. Gröller zum Standard: "Ich habe in der Vergangenheit viele Investments in den Sand gesetzt, die Hypo-Geschichte ist aber gutgegangen." Auch Kika/Leiner-Senior-Chef Herbert Koch, bis 2004 Aufsichtsratschef der Hypo Alpe Adria, soll zu den Investoren zählen.

Unterdessen hat die Münchner Staatsanwaltschaft ihr Team um drei auf sieben Staatsanwälte aufgestockt. Die Bayern wollen eng mit den Kollegen in Klagenfurt zusammenarbeiten.

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Wien - Ein wenig Licht kommt in jenen Kreis von Privatinvestoren, die sich rund um Tilo Berlin an der Kärntner Hypo beteiligt hatten und vom schnellen Kauf durch die BayernLB profitierten. Ex-Mayr-Melnhof-Chef Michael Gröller, der nach seinem Ausscheiden ins Immobiliengeschäft einstieg, bestätigte dem Standard, Mitglied des Investoren-Konsortiums rund um Tilo Berlin zu sein. Die Investorengruppe soll zu einem guten Teil der frühere Bankchef Wolfgang Kulterer aufgestellt haben.

Veit Sorger, Präsident der Industriellenvereinigung und Aufsichtsratsmitglied der Banken-ÖIAG (Fimag), gab bereits zu, den Erlös aus dem Investment auf einem Treuhandkonto deponiert zu haben. Gröller tat dies nicht. "Ich sehe keine Veranlassung, das Geld auf ein Treuhandkonto zu legen. Ich habe in der Vergangenheit viele Sachen in den Sand gesetzt, die Hypo-Geschichte ist aber gutgegangen" , sagt Gröller. Es wird vermutet, dass er das Geld für seine Immo-Projekte benötigte.

Mit im Boot soll auch Kika-Leiner-Eigentümer Herbert Koch gewesen sein, bis 2004 Hypo-Aufsichtsratschef. Ein schlichtes "Wir äußern uns zu diesen Vorgängen nicht" kam aus der Flick-Privatstiftung, die auch zu den Investoren gezählt wird. Als Profiteure wurden laut Oberösterreichischen Nachrichten zudem die Unternehmerfamilien Tilly, Schmidt, Senger-Weiss und die Horten-Stiftung genannt. Die Gruppe um Berlin (er war später Hypo-Vorstandschef) ist im Dezember 2006 bei der Hypo eingestiegen und erreichte im Frühjahr 2007 die Sperrminorität. Für einen Teil des Kaufpreises bekamen die Investoren einen günstigen Kredit von der BayernLB.

Dann ging es bei dem Investment Schlag auf Schlag. Bereits im Mai 2007 veräußerte die Berlin-Gruppe das Aktienpaket an die BayernLB mit einem kolportierten Gewinn bis zu 170 Mio. Euro. Investiert war die aus vermögenden Familien aus Deutschland und Österreich bestehende Gruppe über ein Genussschein-Modell, das ihnen im Zuge einer Jagdveranstaltung 2006 schmackhaft gemacht worden war. Um die Spekulationsfrist von einem Jahr einzuhalten und Steuern zu sparen, sollte nicht vor Jahresfrist weiterverkauft werden.

Nicht Teil der Berlin-Investoren waren laut Standard-Recherchen Fruchtsaft-Hersteller Franz Rauch, Strabag-Chef Hans Peter Haselsteiner und der Sanierer Erhard Grossig. Alle drei dementierten ein derartiges Investment.

Wie wichtig den bayrischen Behörden die Aufklärung der Affäre ist - es geht um den Verdacht der Untreue, Betrug und Bilanzfälschung -, zeigt, dass die Münchner Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungsgruppe um drei Staatsanwälte auf nunmehr sieben Mitarbeiter aufstockt. Ex-BayernLB-Chef Werner Schmidt wird verdächtigt, die Hypo zu überhöhtem Preis gekauft zu haben. Er sei der einzige Beschuldigte, die Ermittlungen beschränkten sich laut Oberstaatsanwältin Barbara Stockinger aber nicht nur auf ihn. Die Staatsanwaltschaften in München und Klagenfurt arbeiteten zusammen. In Österreich ermittelt die Sonderkommission "Soko Hypo" .

BZÖ-Kredit belastet

Virulent sind auch beim Kärntner BZÖ Geldsorgen. Das Kärntner BZÖ steht bei der Hypo nach wie vor tief in der Kreide. Zur Finanzierung des Landtagswahlkampfes 2004 hatte Jörg Haider, damals noch FPÖ, einen Kredit aufgenommen und als Sicherstellung die Landesparteienförderung auf zehn Jahre verpfändet. Laut Manfred Stromberger, damals Landesgeschäftsführer der FPÖ und später des BZÖ, hat die Kreditsumme knapp zwei Mio. Euro ausgemacht. Stromberger bestätigt dem Standard, dass jährlich 360.000 Euro zurückzuzahlen seien, die genaue Kreditrate beträgt 90.000 Euro pro Quartal. Der Kredit sollte am 31. Dezember 2013 getilgt sein. Die aktuelle Parteienförderung für das BZÖ in Kärnten macht pro Jahr 2,2 Mio. Euro aus.

Pikantes Detail: Dem BZÖ mit dem amtierenden Landeshauptmann als Schuldner oblag zugleich die Kontrolle der damaligen Landes-Hypo-Bank. Der aktuelle Schuldenstand des BZÖ, das sich in Kärnten jetzt FPK (Freiheitliche Partei Kärnten) nennt, dürfte sich - inklusive Außenstände bei der Hypo - auf 1,8 Mio. Euro belaufen. Die FPK dürfte die Schulden des BZÖ jedenfalls mitnehmen, außer es kommt zu einer massiven Teilung der Partei in die neue und in die alte Bewegung. Darüber könnte bei einem Parteitag am 16. Jänner in Klagenfurt eine Vorentscheidung fallen.

Verwirrung herrscht über jene 650 Mio. Euro, die Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) laut Presse von Kärnten zurückfordern will. "Diese Zahl kennen wir nicht, die kommt nicht von uns" , sagte seine Sprecherin zum Standard. Das bayerische Finanzministerium nannte Ex-Vorstände und Aufsichtsräte von Hypo und BayernLB als mögliche Adressaten für Schadenersatzansprüche.

Kärntens Landeshauptmann Gerhard Dörfler (FPK) sagte, dass die Hypo im Vorfeld des Verkaufs geprüft wurde. Das politische Bayern habe genau gewusst, dass man eine Bank mit Risikopotenzial gekauft habe. Vorwürfe, dass Geld von Bayern an das BZÖ oder das FPK geflossen sei, wies er zurück. (Claudia Ruff, Bettina Pfluger, Michael Völker, DER STANDARD, Printausgabe, 5.1.2010)

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Grammelschmalzbrot
02
Vorzeigeunternehmer und Spitzenpolitiker

So, da sehen wir sie nun, die österreichischen Vorzeigeunternehmer und Spitzenpolitiker. Ein gut eingespieltes Team die sich mal schnell bei einer Jagdgesellschaft ein paar hundert Millionen zu schanzen.
Sozial verantwortliches Unternehmertum trifft auf die integre politische Interessensvertretung der Bevölkerung.
Auf vorbildliche Weise wurde hier zusammengearbeitet um eine einzigartige Geschäftsgelegenheit aus zu nutzen.
Schade bloß das wohl wieder die Mindestrentner und alleinerziehenden Mütter die Rechnung zahlen werden müßen. Soziale Partnerschaft nennt man das wohl und fröhlich grinsen sie uns dann in High Society und Seitenblicke am Bildschirm entgegen!

schafmeister
01

1 Promille Ehre ist für Veit Sorger zu wenig.

..|..
01
Zum Lesen und Nachdenken:

http://www.zeit.de/2009/52/A-Hypo

Karl Heinz dein Geld ist meins........
 
00
Ja in Bayern werden große Geschütze aufgefahren!

Da wird es in Österreich einige Schuldsprüche wegen
schweren Betruges geben:Aufsichtsrat,Managment,Politik usw!

Das lassen die Bayern nicht auf sich sitzen!

Wolf X
01
"Vorwürfe,

dass Geld von Bayern an das BZÖ oder das FPK geflossen sei, wies Dörfler zurück."

No na, zugeben wird er's!

Was macht Kärnten eigentlich, wenn die 650 Millionen Euro tatsächlich zurückzugeben sind? Ich fürchte, das werden die Haider-Erben, Dörfler, Petzner oder wie die Typen auch heißen mögen, nicht so einfach aus der Portokasse begleichen können.

W.Hammerl
00

Was macht das eigentlich für einen Sinn, dass Geld von den Bayern an das BZÖP geflossen sein soll, wenn behauptet wird, dass die BLB viel zu teuer gekauft hat? In diesem Fall hätte ja Haider die Bayern bestechen müssen, den müden Laden zu übernehmen.

Viktor Frankenstein
02
BZÖ nervös?????

für das BZÖ/FPK ist doch das alles normal. Diese Partei ist seit der GRÜNDUNG 2005 von einem Skandal in den anderen getaumelt-(nicht würdig einer Parlamentspartei)

Falschaussage-Westenthaler
Knieaffäre-Westenthaler
Abhöraffäre-Westenthaler
Strutz-Pfändungen, im Parlament
Petzner-Ferrarifahrer in Monaco
Huber-Nötigung, Erpressung,Fälschung
Scheibner-Wurstsemmelabrechnung
Scheuch-BMW(Versicherungsbetrug)
Haider 1,8%
6 Bundesobleute seit 2005( Haider-Westenthaler-Haider-Petzner-Scheibner-Bucher)
Dörfler-Faschingsclown
und und und, einfach alles normal-hoffentlich ist bald schluß mit dieser Faschingstruppe

Aurvandill der Erste
05
Muffensausen Anita?

Der F*o*r*o*m*a*t wütet ja heute extrem hier.

Da wird doch nicht etwa eventuell in der O*nL*ineR*edaktion das Telefon geklingelt haben .....

Schüssel Biograf Walter Moers
011
Die Sache mit den "Investoren" ist wirklich interessant.

Da investieren "Familien" in ein Projekt, das eine sensationelle Rendite erzielt.

Interessant dabei ist, dass sie getäuscht wurden. Denn hätten sie gewusst, dass Tilo Berlin günstig kauft und gleich wieder stark überhöht verkaufen kann, hätten sie natürlich nicht mitgemacht, denn das wäre ja Insiderhandel gewesen.

Die Bank aber geht krachen und der Steuerzahler, der sie auffangen muss, finanziert praktisch den satten Gewinn der Familien mit.

Die honorigen Familien finden das voll o.k., sie sind halt ein Risiko eingegangen.

Der Steuerzahler, der aber kein Risiko eingegangen ist, hat halt Pech gehabt.

Und dass eine dieser "Familien" auch noch Aufsichtsratspräsident der Banken ÖIAG ist, ist auch witzig.

Wolfgang Lederbauer1
03
Erstaunliches angesichts der geballten Kraft von Kompetenz

Die neueste Entwicklung ist tatsächlich erstaunlich. Den veröffentlichten Ereignissen steht der Bürger völlig fassungslos gegenüber, zumal der Rechnungshof die Hypo Alpe Adria, die Finanzmarktaufsicht und die Nationalbank geprüft hat. Nicht zu vergessen ist, dass der ehemalige Präsident des Rechnungshofs Dr. Franz Fiedler nach seinem Ausscheiden aus dem Rechnungshof Berater der Kärntner Landesregierung war. Wieso konnte es angesichts dieser geballten Kraft von Kompetenz nur zu dieser Entwicklung kommen? Vgl http://so-for-humanity.com2000.at unter 300 Die Fälle, 317 Fall 17 - Hypo Alpe Adria

http://www.zpa.at
01

in Kärnten hat Fiedler eben dazugelernt und dann war er reif für "Transperancy International"

Loggo
01
Ist zwar nur ein Detail am Rande...

Aber fuer Werbung fuer eine angestrebte 4 jaehrige Wahlperiode die Parteifoerderung fuer 10 Jahre zu verpfaenden, wuerde ich als "nicht sonderlich weitsichtig" bezeichen... ;-)

Aber das scheint ja mittlerweile sowieso gaengige Praxis zu sein.

donquichotesenior
05
Den "Investoren" in das Stammbuch geschrieben !

Frühere Zockerverluste rechtfertigen keinesfalls unredliche Spekulationsgewinne (es gilt die Unschuldsvermutung).

Naomh
04
es ist nicht Neid..

wenn aus diversen U-Auschüssen wirklich nur häufenweise Ausschuss produziert wird und nichts anderes dabei rauskommt, ausser ein schaler nachgeschmack..

vielleicht können ja unsere Deutschen Freunde mal was ans Licht fördern, das sonst gerne im Dunkel geblieben wäre.

wir haben kein Geld .. aber die Millionen rauchen nur so in den Schornsteinen der Banken....
Da gibt es keine Meldungen unter 100 Millionen.. also wenn ich mir überlege was ich ca. im Jahr an Steuern bezahle.. sollte jeder mal machen und hochrechnen wieviele ähnlich viel bezahlen müssen um eine Hypo oder andere Banken zu "retten" ..

uncle sam3
01

Gröller zum Standard: "Ich habe in der Vergangenheit viele Investments in den Sand gesetzt, die Hypo-Geschichte ist aber gutgegangen."

Hier spricht ein echter Experte.

Was noch fehlt ist ein Prof. oder KR Titel.

shaki1
00
7


Jetzt bleibt nur mehr auf "die glorreichen Sieben" zu hoffen und vor der nächsten Wahl ein bißchen nachzudenken.

Karl M Lutz
00

Da man de-facto keine Wahl hat (außer man ignoriert die Abgehobenheit der Grünen), hilft auch Nachdenken nicht viel.

Karl M Lutz
02
Die politische Kaste denkt, dass sich die Österreicher alles gefallen lassen

Leider haben sie recht. Das muss anders werden!

pesigny
023
Zusatz: ein staatsanwalt im urlaub

"Während in Bayern SIEBEN Staatsanwälte eingesetzt werden, ist es in Österreich... na?

Richtig: EINER!"

und dieser eine staatsanwalt ist gerade im Urlaub! es ist wirklich so, auch wenn man es kaum glauben kann! man kann es nicht fassen, es ist niemandem mehr vermittelbar, der um die dimension dieses wirtschaftskriminellen falles weiss. aber die masse, die wahlentscheidende mass weiss das eben nicht. übrigens ist dieses unwissen ergebnis unserer bildungspolitik, die offensichtlich ein intellektuelles niveau hervorbringt, das mit dem der kronenzeitung übereinstimmt. das tut wirklich weh!

New Hampshire
014
Sie haben ganz Recht

Es ist das Berlusconi-Prinzip....ich erlaube mir, was ich will....denn wenn ich aus dem Fenster meines Regierungspalastes blicke, sehe ich weit und breit keine wütenden Demonstranten...also mache ich weiter und weiter und weiter.

Unsere Politiker tun heute Dinge, die es vor 20 oder 30 Jahren auch schon gegeben hat (Noricum, Proksch,...), aber damals gab es Anklagen und Verurteilungen...heute ist davon nichts mehr zu sehen - eine Mentalität zum grausen.
Dieses Land wird geführt wie eine Bananenrepublik (und die Leute schauen derweil dem Assinger zu)

Hansi Huber
02
Stimmt nicht

Berlusconi schaut neidisch nach Nordern. Unsere Staatsanwaltschaft hätte ihm viel Ärger erspart. In Italien funktioniert die Justiz besser als bei uns.

drwestbahn
02
Der Unterschied ist,

dass Bayern aufklären WILL.

Meine Hoffnung auf Licht ins Dunkel richtet sich ohnehin ausschließlich nach Bayern.

hinter Grund
00

Klaerte die oesterreichisch Justiz den Hypo Sumpf restlos auf, dann wuerde vielleicht deutlich, dass noch viel mehr Finanzierungsbedaf besteht um die Bank nicht pleite gehen zu lasse. "Normalerweise" wird in Oesterreich die Justiz an ihrer Aufgabe gehindert, um Parteifreunde zu schuetzen. Hier ist der oesterr. Staat als Eigentuemer wahrscheinlich nicht interessiert an irgendeiner Aufklaerung der Situation.

der Bastard, der dich nachhause bringt
00

Welcome to Bananistan!

frei raum
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Deutung

Dass Hr. Sorger das Geld auf einem Treuhandkonto deponiert und nicht wie sonst üblich sofort wieder investiert ist schon ein halbes Schuldeingeständnis...
Oder hat irgendjemand eine Idee, warum er das sonst so gemacht hat?

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