"Ich wollte doch zum Mond fliegen"

4. Jänner 2010, 17:23
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    foto: heribert corn

    "Ich würde gern den Zusammenhang verstehen, wie aus den Eigenschaften der Einzelmoleküle das Verhalten des Ensembles entsteht", sagt die Molekularbiologin Renée Schroeder. In ihrem Wittgenstein-Projekt analysiert sie derzeit Trilliarden von RNA-Daten.

Die Molekularbiologin und Wittgenstein-Preisträgerin Renée Schroeder ist fasziniert von komplexen Systemen. Sie erzählt, was sie von frauenfeindlichen Strukturen, Religion und Wikipedia hält

Standard: Ich habe Sie vor einigen Jahren bei einer Podiumsdiskussion mit vier, fünf Männern gesehen. Als Ihnen erstmals das Wort erteilt wurde, meinten Sie voller Sarkasmus: "Ah, die Quotenfrau darf jetzt sprechen." Hat sich die Situation seither gebessert? Gibt es mehr Frauen in den Wissenschaften, die sich in solchen Foren Gehör verschaffen können?

Schroeder: Es gibt mehr, aber es ist immer noch so, dass Podiumsdiskussionen zum Beispiel zum Thema "Wissenschaft und Religion" mit einer Handvoll Männer, aber nur mit einer oder keiner Frau besetzt werden. Ich muss dann mehreren Rollen gerecht werden. Ich bin die Frau, die Feministin, die Atheistin, die Wissenschafterin. Die Männer dagegen sitzen alle mehr oder weniger im gleichen Lager, dennoch muss jeder nur eine Position vertreten, ob sie nun religiös, konservativ oder vorurteilsreich gegenüber manchen Wissenschaften sind. Dieses Ungleichgewicht empfinde ich oft als sehr schwierig.

Standard: Trotzdem werden Sie nie müde, in diese vielen Rollen zu schlüpfen?

Schroeder: Ich könnte wahrscheinlich, würde ich jede Einladung annehmen, jeden zweiten Tag meinen Senf zu irgendeinem Thema abgeben. Nein, mir wird es nicht langweilig, gegen dieses Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen aufzutreten. Frauen werden immer noch oft übersehen und ignoriert. Man vergisst ja gerne, dass bis Mitte der 1980er-Jahre im Eherecht verankert war, dass sich die Frau dem Mann unterordnen muss, gehorsam sein muss. Diese Missachtung der Frauenrechte hat ihre Ursache in den Religionen.

Standard: Dieses Argument einer Atheistin ist jetzt nicht gerade überraschend.

Schroeder: Es ist Tatsache: In der Bibel oder im Koran oder der Tora haben Frauen keine Stimme. Die einzige Frau, die hier Bedeutung hat, ist die Jungfrau, die rein sein muss, rein durch Leiden. Das ist ein verheerendes Bild. Im Islam verhüllt die Frau ihr Gesicht. Das ist das Bild einer unterworfenen Frau, die nicht sichtbar sein darf. Es gibt zwar viele Frauen, die sich freiwillig verhüllen und sich sehr wohl zu Wort melden. Das Bild der Frau, die ihr Gesicht verstecken muss, bleibt aber für mich negativ.

Standard: Wie verlaufen Diskussionen mit Kirchenvertretern, egal welchen Glaubens, angesichts Ihrer nicht gerade angepassten Sichtweise?

Schroeder: Sie verlaufen nach den immer gleichen Mustern. Man will mir klarmachen, dass wir Menschen von außen gesteuert sind, von Gott gewollt. Wir können uns nicht selbst organisieren. Ein Unsinn. Wenn ich zum Beispiel Katholiken darauf anspreche, dann werden meine Überlegungen als primitiv bezeichnet. Man müsse die Aussagen der Bibel "anders interpretieren" und dürfe sie nicht wörtlich nehmen. Kirchenvertreter werfen jede Menge Zitate in die Diskussion, statt ihre eigene Meinung zu vertreten. Aber wie soll das funktionieren, diese hochgeistige Interpretation? In der Bibel steht, Gott sah auf die Erde, und das, was er sah, gefiel ihm nicht. Dann schickte er auf der Erde die Sintflut. Das ist ein Genozid.

Standard: Wodurch entstand diese vehemente Kirchenkritik? Sie lebten doch als Kind in einem sehr gläubigen Land, in Brasilien?

Schroeder: Ich war im Sacre Coeur, obwohl meine Eltern nicht religiös waren. Da hörte ich, Gott habe für Frauen zweierlei Wege vorbestimmt. Entweder wir heiraten und kriegen Kinder, oder wir gehen ins Kloster. Das fand ich ungerecht. Ich wollte doch zum Mond fliegen. Ich beschwerte mich bei meinem Vater, und der sagte, ich könnte, wenn ich mal groß sein würde, alles machen, was ich wollte. Ich entschied: Mein Vater weiß das besser als der Pfarrer im Erstkommunionunterricht. Und: Die Kirche erzieht die Menschen nicht zu reflektierenden Denkerinnen, sondern zu angepassten Dienerinnen.

Standard: Ihr Weltbild ist also nicht, von oben herab bestimmt zu werden. Wie schaut es konkret aus?

Schroeder: Die Autorin Melanie Mitchell erklärt es in ihrem Buch Complexity, A Guided Tour sehr schön. Man betrachtet komplexe Systeme und sieht, dass viele Teilelemente und ihre Eigenschaften für die Form dieses Systems verantwortlich sind. Und dass die Zusammensetzung nicht vorbestimmt von außen ist, sondern dass sich die Elemente in verschiedenen Formen miteinander verknüpfen können. Mehr oder weniger zufällig. Ein faszinierendes komplexes System sind Ameisenkolonien. Ameisen sind einzeln stupid, in der Kolonie aber entsteht ein hochintelligentes System. Interessant daran ist, dass die Zusammensetzung der Systeme einmalig ist.

Würde man also die Evolution zurückdenken bis zu dem Zeitpunkt, als die ersten Atome oder Biomoleküle entstanden sind, und fragen, ob die Evolution noch einmal so verlaufen würde wie bisher: Die Antwort könnte nur "Nein" lauten. Einmaligkeit ist nicht wiederholbar. Ein gutes Beispiel ist der genetische Code: Ist er ein eingefrorener Zufall oder eine chemische Notwendigkeit? Das wissen wir nicht, aber ich denke, dass der genetische Code ein anderer wäre, wenn die Evolution noch einmal ablaufen würde.

Standard: Sehen Sie Ihre eigene Forschungsarbeit in einem ähnlichen Kontext?

Schroeder: Ja. Wir schauen uns ein ganzes Ensemble von Molekülen an. Ich würde gerne den Zusammenhang verstehen, wie aus den Eigenschaften der Einzelmoleküle das Verhalten des Ensembles entsteht.

Standard: Auch in Ihrem Wittgenstein-Projekt, das Sie heuer abschließen wollen?

Schroeder: Was wir hier analysieren, ist ein Musterbeispiel für Komplexität. Alles, was im humanen Genom codiert ist, haben wir in Trilliarden RNA-(Ribunukleinsäure)-Moleküle umgeschrieben. Dann suchen wir nach bestimmten Eigenschaften - durch Selektion und durch Vervielfältigung. Die selektierten Moleküle werden dann dem humanen Genom wieder zugeordnet. In Verbindung mit neuen Techniken geht das heute sehr schnell, weil RNA-Gemische bestimmt werden können. Der Engpass ist jetzt die Analyse und Interpretation der Daten.

Standard: Welche Ergebnisse erwarten Sie sich?

Schroeder: Wir wollen damit jene Information bekommen, die für die Steuerung der Zellvorgänge verantwortlich ist. Derzeit versuchen wir eine Unzahl von Daten zu analysieren, das ist nicht immer ganz einfach. Deshalb arbeiten wir mit Bioinformatikern zusammen. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir 2010 einige dieser Elemente entdecken.

Standard: Und dann?

Schroeder: Ich werde 57 und möchte die nächsten acht Jahre wieder verstärkt der Forschung und der Lehre widmen. Also auch weniger Verwaltungsarbeiten übernehmen.

Standard: Ein neuer Job?

Schroeder: Nein. Wichtig ist mir aber auch die Vermittlung der Wissenschaften. Ich gehe im Rahmen des Projekts "Science goes school" der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Schulen und beantworte dort die Fragen der Schüler und Schülerinnen. Meine Erfahrungen dabei könnten unterschiedlicher nicht sein: Eine Klasse wollte alles wissen und saugte mich regelrecht aus, eine andere hingegen ließ sich eher berieseln. Wenn Kinder so erzogen werden, dass sie sich Wissen erarbeiten und nicht alles ohne nachzufragen nachplappern, dann können aus ihnen kritische Geister werden. Deswegen schätze ich ja Wikipedia so ungemein. Weil man sich hier Wissen erarbeiten kann, weil das Wissen in einer Community weitergegeben wird und auch überarbeitet wird.

Standard: Bloß muss nicht immer stimmen, was dort geschrieben steht.

Schroeder: Sicher nicht. Es wird immer Leute geben, die dieses komplexe Wissenssystem durch Falschinformation stören, es gibt aber mindestens ebenso viele, die es korrigieren. Das ist, wenn Sie so wollen, ein Evolutionsprozess. So etwas wie Wikipedia lässt mich an die Menschheit glauben, dass sie sich eben nicht von oben steuern lässt.

Standard: In diesem Fall zumindest nicht von Gott.

Schroeder: Genauso ist es. (Peter Illetschko/DER STANDARD, Printausgabe, 5. 1. 2010) 


Zur Person
Renée Schroeder (56), geboren in Joao Monlevade in Brasilien, ist Professorin am Department für Biochemie der Max F. Perutz Laboratories. 2003 erhielt sie den Wittgensteinpreis des FWF, im gleichen Jahr wurde sie als eine der ersten Frauen Mitglied der mathematisch-naturwissenschaftlichen Klasse der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. In ihrem aktuellen Wittgenstein-Projekt arbeitet sie an der Entwicklung einer Methode zur Entdeckung neuer RNA-Moleküle, die komplexe Prozesse in den Zellen steuern.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 28
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mirko burijan
00
11.1.2010, 17:22
das sacré coeur hat etliche atheistinnen hervorgebracht.

kein wunder.

Sanitätsgefreiter Faymann
21
11.1.2010, 00:05
Dahergeredet statt wissenschaftlich Argumentiert

Im Hinblick auf die Rolle der Religionen als Ursache patriarchalischer Strukturen redet Frau Schröder offenbar nur so daher statt wissenschaftlich zu argumentieren. Die Erfahrung zeigt, dass patriarchale Strukturen in areligiösen Gesellschaften (z. B. kommunistische, faschistische oder auch die Gesellschaft im de facto postreligiösen Kapitalismus) ebenso stark sind wie in religiösen.

Religionen liefern wie alle herrschenden Ideologien Argumente, warum die Gesellschaft so sein muss, wie sie ist. Insofern spielen siebei der Erhaltung patriarchalischer Strukturen in religiösen Gesellschaften natürlich eine Rolle (wie in allen Lebensbereichen); in nicht-religiösen Gesellschaften sind es andere (Schein)argumente, die zum gleichen Ergenis führen

ciciban
00
11.1.2010, 20:44
Ihr Posting ist definitiv Geplapper

Und Frau Schoeder weiß, wovon sie redet.

vedom01
 
82
Wovon man nichts versteht, davon soll man nicht reden

Fr. Schröder mag ja eine gute oder gar ausgezeichnete Molekularbiologin sein, von Religion, der Bibel oder der Geschichte von Gesellschaft und Kultur hat sie offenbar keine Ahnung. Kindheitserfahrungen als Wahrheiten zu verkaufen - da stellt's einem doch die Zehennägel auf!Die Ignoranz, die Pauschalisierung und Verkündung von Wahrheiten in Bezug auf Religionen, die auf ausschließlich persönlichen Urteilen beruhen und nicht auf ehrlicher und seriöser Beobachtung lassen einen zweifeln, warum ausgerechnet sie vom Standard so hoffiert wird. Vermutlich liegt es an dem bedauernswerten Umstand, dass seriösere Wissenschafterinnen sich öffentlich nicht zu Dingen äußern, von denen sie keine Ahnung haben. Fr. Schröder tut das ja ungehemmt.

ciciban
00
11.1.2010, 20:48
Die Frauenfeindlichkeit der Religionen ist doch notorisch

Aber was maßt sie sich da an und macht sich wichtig! Als Frau hat sie davon natürlich keine Ahnung. Hände falten, Goschn halten!

E. Pagliacchi
00
11.1.2010, 10:34

"Wovon man nicht reden kann, darüber muss man schweigen."

Sie übersetzen das sehr freizügig, aber treffen wohl den hochnäsigen Geist Wittgensteins, der am liebsten Redeverbote erteilt hätte, a la: "Du darfst nur Wissenschaft reden!"

Einer hat sich an seine Redeverbote nicht gehalten und wurde folglich von ihm mit dem Schürhaken "bedroht" ...

Eine Theorie der Demokratie oder des Internets wird man bei Wittgenstein vergeblich suchen. Auch das Wikipedia würde er am liebsten in Schutt und Asche legen. Ich hoffe, Sie wissen, wem Sie sich da anvertraut haben ...

Hier im Forum geistern ja auch etliche Irrlichter herum, die jedem Sprechverbot erteilen, der nicht mind. 3 Hochschulabschlüsse vorweisen kann.

phaidros
03
10.1.2010, 08:15
lesens das interview nochmal.

zitat:
"In der Bibel steht, Gott sah auf die Erde, und das, was er sah, gefiel ihm nicht. Dann schickte er auf der Erde die Sintflut. Das ist ein Genozid."

wo ist da eine kindheitserinnerung? besser und pointierter kann man diese geschichte in der genesis doch nicht zusammenfassen.

glauben sie, nur die haben die bibel gelesen und verstanden, die mit ihrer interpreteation dieses geschichte(n)buchs auf diesselben ergebnisse kamen wie Sie, erlauchtester?

und worin begruendet sich die tiefere wahrheit von "serioeser betrachtung" im gegensatz zu "kindheitserfahrungen", vor allem in beziehung zu einem buch, dessen hauptdarsteller in einem fort von halluzinationen und realitaetsentrueckungen heimgesucht werden? auf was wollen Sie bitte hinaus?

more more
50

Der Preis für die "Gleichheit der Geschlechter" ist aber sehr hoch: Das Absterben jener Gesellschaft die sie praktiziert.
Erleben wir ja auch gerade, siehe demographische Entwicklung.

ciciban
00
11.1.2010, 20:50
Da hilft nur eins: Immer fest budan!

Der sich nen Rolf stanzt ...
 
00
Was mach ich am Mond?

Die Zigarettenstummel vom Armstrong aufsammeln?

Nein, nein ... wenn schon ... dann auf den Mars!
Oneway Ticket, Oneway Ticket - fly me to the Mars ... ;-)

der innere neugebauer
00

sensationell gutes foto - respekt

Piwakawaka
52
Religion <-> Spiritualität

Es immer wieder bedauerlich, dass bei dem Thema "Religion" meist nur Bezug auf die großen Konfessionen bzw. Amtskirchen (und deren Machtverhalten) genommen und das Thema Spiritualität dann gleichermaßen verdammt wird.

Das Bedürfnis nach einer jeweils ganz persönlichen Form der Spiritualität existiert - und lässt sich im Übrigen leichter leben, wenn man diesen Machtstrukturen den Rücken kehrt. Man tut den Menschen keinen Dienst, wenn man diese völlig unterschiedlichen Dinge in eine Topf wirft und damit dem ganz persönlichen Thema Spiritualität keine Chance gibt.

Deshalb würde ich es begrüßen, dass das Thema "Religion" von so intelligenten und vernünftigen Leuten, wie es Renée Schroeder ist, differenzierter behandelt wird.

sturmy
00
religion steht zwischen mir und gott...

phaidros
15

in diesem interview gings aber nicht um spiritualitaet, sondern explizit um (institutionalisierte) religion. wie kommen Sie darauf, dass hier etwas vermischt worden ist?

Piwakawaka
00

Erstens erklärt sie sich als Atheistin, zweitens wird auf "Gott" Bezug genommen und drittens hat sie sich mehrfach an anderer Stelle in diese Richtung geäußert.

Sobald die Diskussion um "Religion" aufkommt geht es fast immer nur um die "institutionalisierten Religionen". In den meisten Fällen geht man damit am Thema vorbei, denn man redet dann statt über Glaube oder Spiritualität über das Machtverhalten von religiösen Interessengruppen.

ChesneyB
01

Leider ist es aber so, daß die meisten Gläubigen (welcher Konfession auch immer) von ihrem Weltbild so überzeugt sind, daß sie nicht in Betracht ziehen, daß sie mit ihrer Meinung falsch liegen und jemand anderer recht hat. Und das führt dann sehr schnell zu Intoleranz gegenüber Andersdenkenden. Ich finde, man sollte auch anderen Meinungen und Weltbildern gegenüber offen sein.

kunterbunter
92
2. ...zum Interview

Keine Frage dass in der heutigen Welt Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern herrschen sollte.
Ich bin aber verwundert über diese aggressive Pauschalablehnung von Religiosität und der Ignoranz gegenüber dem Verlauf der Menschheitsgeschichte.

Religion gab und gibt vielen Menschen eine Stütze.

Dass eine so intelligente Dame versucht Religion plump als Mittel zur Unterdrückung der Frau darzustellen ist sehr schwach.
Man muss man es sich leisten können Atheist zu sein! Das ist leicht wenn man eine gesicherte Karriere im Elfenbeinturm der Forschung betreibt und sich zur "Elite" zählen darf.
Leider kommt dabei vielen Forschern ein gesundes Gefühl für den Rest der Welt abhanden, weil sie sich und ihre Arbeit viel zu wichtig nehmen.

Karl600
01

Mit dieser Antwort stempeln Sie die Religionen eben zu jenen eingebildeten Krücken oder Opium fürs Volk für die Menschen, die Unsicherheit nicht ertragen können oder denen das Schicksal übel mitspielt. Üblicherweise wird dieses Argument von Atheisten gebracht und nicht von Verteidigern der Religion. Ob das beabsichtigt war??

kunterbunter
01
nein das war nicht unbeabsichtig, ich würde mich selbst als agnostiker bezeichnen.

Man kann nur Rolle der Frau in diesen Schriften nicht einfach aus dem zeitlichen Kontext reißen in dem sie entstanden. Religion hatte in der Geschichte eine wichtige Rolle darin ein moralisches Rahmenwerk für ein vernünftiges Zusammenleben zu schaffen. Vieles davon ist auch heute noch gültig (eg 10 Gebote) deshalb stört mich diese pauschale undifferenzierte Ablehnung.
Abgesehen davon: Der nachhaltige Output der Life-Sciences steht in keinem Verhältnis zu dem was an (!Steuer-)Mitteln dafür aufgewendet wird.
Ressourcen sind nun mal begrenzt ohne Opium f. d. V. (oder Brot und Spiele) würden wohl weniger Mittel für die Biomedizin zur Verfügung stehen, denn die aktuellen Probleme der Menschheit wird die Biomedizin nicht lösen können.

phaidros
01

ja, uebersimplifizierte scheinantworten gaben und geben noch immer viele menschen eine stuetze: sie lenken von den eigentlichen problemen ab und ersparen das selber-nachdenken.
deshalb sind sie aber noch lange nicht wahr oder sinnvoll. und sie sind deshalb schon gar nicht etwas, das einen besonderen wert hat.

spike Lee
18
Mag ja sein das Religion eine Stütze für viele Menschen ist,

aber dann soll sie auch diese Wertigkeit in der Gesellschaft einnehmen - nicht mehr und nicht weniger. Eine Hilfe für Menschen die der Wahrheit nicht in die Augen seheh können.

x x3
00
Was bitte ist

DIE WAHRHEIT?

kunterbunter
04
1. Liebe Journalisten/innen! Liebe Forscherinnen!

Ich denke es gibt bei uns auch andere Frauen die gute Forschung betreiben und vielleicht mal etwas zu sagen hätten!

Prof. Schröder mag zu vielen Dingen sehr klare Ansichten haben. Wenn man sich aber die Berichterstattung (auch im ORF) ansieht, scheint es sie hätte in Österreich ein Medienmonopol in gewissen Themenbereichen (Frauen in der Forschung, aber auch Ethikthemen).

Schröders gute Kontakte zu den Medien mögen für sie hilfreich sein, aber führen meiner Meinung nach zu einem undifferenzierten Bild der forschenden, über den Reagenzglasrand blickenden, Frau in Österreich.

NONE
04

Dennoch ist sie extrem engagiert für das Biozentrum im 3. Bezirk.

Ich kenne sonst keinen Wissenschaftler der dies so gut übernehmen könnte. Zudem ist sie rhetorisch extrem geschickt - wer kann hier mithalten? Wenn man schon Kritik üben möchte dann bitte Alternativen vorschlagen, anstatt es so wie sie zu machen ohne IRGENDEINEN Namen zu nennen.

kunterbunter
00
das Problem ist, dass

leider wenige Forscher/-innen die Bereitschaft für gesellschaftliches Engagement zeigen. Das respektiere ich auch an Prof. Schroeder, wenn ich auch nicht alle ihre Ansichten teile.

Es gäbe in Wien schon einige bei denen ich mir gut vorstellen könnte sie in öffentlichen Diskussionen zu erleben, zB vom GMI, aber auch anderen Instituten. Es bleibt zu hoffen, dass sich dies in den nächsten Jahren ändert.

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