U2-Frontman Bono wettert gegen File Sharing

Andreas Proschofsky, 4. Jänner 2010, 09:52

Schade vor allem jungen und weniger bekannten KünstlerInnen - Vorwürfe gegen Internet Service Provider

Üblicherweise melden sich KünstlerInnen nur recht selten zu Wort, wenn es um das Thema File Sharing geht, tun sie dies doch, dann kann dies schon durchaus mal nach hinten los gehen. So sorgte einst Metallica-Drummer Lars Ulrich mit seinen Anti-Napster-Parolen für einiges Kopfschütteln - und jede Menge negativer Publicity für die eigene Band.

Kritik

Bei Metallica scheint man die Thematik mittlerweile etwas differenzierter wahrzunehmen, also schickt sich nun eine andere Größe der Musik-Branche an, die Nachfolge von Ulrich anzutreten. In einem Kommentar für die New York Times findet U2-Frontman Bono recht deutliche Worte zum Online-Musiktausch: Nach einer Dekade File Sharing sei unübersehbar, dass dieses nicht den großen Konzernen sondern den KünstlerInnen selbst schade.

Toleranz

Gerade jene, die nicht von Tourneen oder dem T-Shirt-Verkauf leben können - also vor allem junge und weniger bekannte KünstlerInnen - seien davon besonders betroffen. Es gebe hier eine Art "umgekehrten Robin-Hood-Effekt", schließlich würden die großen Internet-Service-Provider von der Toleranz gegenüber File Sharing direkt profitieren.

Zensur

Von den Anstrengungen der USA im Kampf gegen Kinderpornographie bis zu den - weniger unterstützenswerten - Zensurmaßnahmen der chinesischen Regierung sei bekannt, dass Inhalte sehr wohl effektiv gefiltert werden können, wenn man nur wirklich wolle, zeigt sich Bono überzeugt. Bleibe zu hoffen, dass zumindest die US-amerikanischen Filmmogule dort erfolgreich sind, wo ihre Kollegen aus der Musikbranche bislang versagt hätten - bei der Verteidigung der wichtigsten Kreativindustrie der Welt. (apo, derStandard.at, 04.01.10)

Kommentar posten
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net scout
00
11.1.2010, 13:03
grad der bono, der in einer steueroase seine steuern zahlt

der soll sich schleichen

motd
01
10.1.2010, 09:45
Kauft den Bono Scheiß - Das rettet Afrika

Glaubt Bono, der Clown einer pervertierten Welt.

aenema_lateralis
 
01
hm

bono, vielleicht einfach mal wieder ein album rausbringen, das nach drei mal hören nicht alt anhoert... wie wär das?

santa p schnabbs
00
der grosse irrtum

die musikindustrie fuerchtet sich ja vor allem davor dass musiker das system benutzen um unabhaengig vom etablierten system zu publizieren (und es so obligat machen).
die palette reicht von newcomern bis zu etablierten bands wie NIN und radiohead.

deshalb wollen sie auch file-sharing von allen music files verhindern (wie von bono angepriesen)

frueher waren's kassetten die getauscht wurden (und so z.b. metallica gross gemacht haben oder aber auch 50cent) und jetzt mp3s - das ist sicher die kleinere bedrohung.

santa p schnabbs
00

soll natuerlich obsolet net obligat heissen...

Leech
01
dass dieses nicht den großen Konzernen sondern den KünstlerInnen selbst schade.

dann sollte man sich vieleicht darüber gedanken machen was die großen Konzerne eigentlich für einen tun außer das sie einen anscheinend in die Bettlerei drängen.

wie so oft hats der große Konzern ordentlich verbockt und der kleine Mann - in dem fall die kleinen Künstler - darf dafür zahlen.

is ein altes aber sehr gut funktionierendes Prinzip des Kapitalismus.

t-bonesteak
00
was macht der böse konzern für den armen musiker?

äh, zuerst einmal finanziert er ihm die produktion seiner platte. dann sorgt er marketing/pr (stichwort: radio) und vertrieb.

Dr.Shirota
03

bitte bono,
halts zam!

Bastian Balthasar Bux
00
Cui bono?

Das ist wohl die zentrale Frage. ;)

Martin Major
 
00

POSTING DES TAGES :-)

Thomas Jones
04
bono

hat was nicht verstanden. nämlich dass es darum geht, dass junge, noch unbekannte musikerInnen dank internet und auch fileshring die chance haben, bekannt zu werden. die, die niemand kennt, kennen würde, wenn es dieses medium nicht geben würde. für bekannte, schon erfolgreiche künstler mag es eine gefahr sein, aber für unbekannte eine chance, entdeckt zu werden. das bono nicht gecheckt.

peter schmidt
 
50
ich glaube es ist genau umgekehrt

die leutln von u2 oder rem oder wer auch immer können auch heute noch millionen machen (konzerte, t-shirts, aufwändige sammler cds, kleinere auftritte in filmen, werbung etc.)


ruiniert wird durch filesharing die vormals 2. und 3. liga (ökonomisch betrachtet).

richtig ist natürlich das der völlig unbekannte künstler eine chance bekommt . aber mal ehrlich vieles was völlig unbekannt ist, ist es auch zurecht.

galiontariaho
04
das problem ist..

dass eine kriminalisierung der potentiellen fans wohl mit sicherheit nicht die lösung der krise der musikindustrie ist.

wobei ich denke dass die verluste vor allem der bekannten gruppen gewaltig sind, gruppen der 2. und 3. liga sind selbst über weniger legale schwer zu finden. wer es in dazu bringt in filesharing-portalen leicht gefunden zu werden, der hat sich schon gemacht...

Bastian Balthasar Bux
03

und vieles was bekannt ist, ist das völlig zu unrecht! ;)

hagane
01

Naja, wenn man mit der Musik nicht mehr begeistern kann dann muss man halt schauen, dass man auf andere Art und Weise Schlagzeilen macht.
Klingt eher nach einem bockigen kleinen Kind das gegen xy wettert weils selber nichts (mehr) zambringt.

Mozzer
00
nichts neues

U2 haben gemeinsam mit anderen Bands schon vor 15 Jahren einen kleinen Plattenladen in Wien verklagt, weil der Live Bootlegs verkauft hatte.

aenema_lateralis
 
00
hm

völlig zu recht! damals ließ sich doch so eine konzerterfahrung komplett auf audiocassette bannen...aufgrund dieses wiener verbrechersyndikates kam es zu millionenverlusten bei den ticketverkäufen.

franzgans
00
ist das der bono...

..der sein geld in den steueroasen dieser erde anlegt
und dann darauf angesprochen von nix wissen möchte und schnell in seinem wagen verschwindet?

das ist fix
01


also wir haben hier einen menschen welcher aus mehreren persönlichkeiten besteht:

künstler: macht musik (teilweise gute)
geschäftsmann: macht kohle (will mehr)
heuchler: macht charities (will gut dastehen)


willkommen im magischen theater!

oargestory
01
An alle jammernden "Künstler"

Ich kenne zwei österreichische Bands und habe selbst in einer gespielt, und nach jedem Release sind unsere Demos/Vinyls und Tapes ausverkauft gewesen.

Denn was macht man als kleine Band? Man stellt das Album kostenlos zur Verfügung und spielt dann Shows. Die ganze Zeit. Natürlich braucht man auch Merchandising, was in größerer Stückzahl einen angenehmen Preis hat, und darf halt nur ein paar hundert Stück von seinen Tonträgern herstellen lassen, aber Engagement reicht.
Denn umso größer die Stückzahl, umso höher der Preis, und auch wenn vielleicht manche Träumer mit ihrer Indiemusik vom großen Durchbruch träumen, er wird nicht kommen. Deswegen sind, wie jemand unten geschrieben hat, 4000€ für ein aufgenommenes Album einfach lächerlich hoch.

so go
13
mr. bono charity... ey, f*** u2!

er unterschlägt täglich mittels briefkastenfirmen genug geld um 1000e menschen ernähren zu können und rühmt sich selbst als wohltäter.

natürlich bin ich frei von schuld, ich hab doch meinen ablass bezahlt. ich heuchler!

Calderon Cool
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Beweise, Quellen???

..ohne die solche Hetztiraden eher mau ausfallen...

M. C. Escher
02

Ich kann den nett gestylten älteren Herren trösten: Ih würde mir nie etwas von U2 herunterladen. Das würde den Zweck der CD-Hülle als Armaturenbrettverschönerung für die "schau mal, was ich da habe - Geschmack für allle - ohne Risiko!" Apple-Konsumenten-Generation doch deutlich verfehlen...

heute ist fast morgen
21
Kenne genügend Leute

die dank der wunderbaren Filesharer ihren Job verloren haben.

Allesamt Programmierer und Grafiker, die in einer Spieleschmiede angestellt waren.

Toll war, daß das Spiel gute Kritiken bekam, aber auf den Multiplayer Servern auf einen legal Key fünf+ illegale kamen, also nur diejenigen die dumm genug waren mit ihrer illegalen Kopie auch noch online spielen zu wollen.
Im Endeffekt ging die Firma pleite weil sie nicht mal die Produktionskosten einspielen konnten, und die Angestellten verloren ihre Jobs.

Super Sache, wenigstens hatten ein paar tausend Pickelgesichter und Westentaschenrevulzzer ihren Spaß.

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