Krise in Afghanistan

Ein Schatten seiner selbst

03. Jänner 2010 18:07

Die USA und die Nato bräuchten starke, glaubwürdige Partner in Kabul und Islamabad

Der Präsident Afghanistans, Hamid Karzai, der in keinem Moment seiner Regierungszeit die Kontrolle über das afghanische Territorium ausgeübt hat - daher sein Spitzname "Bürgermeister von Kabul" -, ist auch politisch nur mehr ein Schatten seiner selbst. Das Parlament hat ihm, indem es 17 der 24 von ihm vorgeschlagenen Minister durchfallen ließ, gezeigt, was es von seiner Legitimität hält.

Diese war Karzai 2001 vom Westen verliehen - und angesichts seiner Amtsführung und der inkorrekten Wahlen im Sommer 2009 wieder entzogen worden. Daran änderte auch nichts, dass sich die Staaten, deren Soldaten in Afghanistan im Einsatz sind, dann doch nolens volens mit einer zweiten Amtszeit Karzais abfanden.

Glaubt man den dazu befragten Parlamentariern, dann sind die meisten Ministerkandidaten durchgefallen, weil ihre Qualifikationen nicht überzeugten. Das wäre, wenn es denn stimmt, wohl sozusagen eine Sternstunde der jungen afghanischen Demokratie. Ganz froh wird man der Sache jedoch nicht. Afghanistan steht - gemeinsam mit Pakistan - vor einem alles entscheidenden Jahr. Wird nicht bald der militärische Wendepunkt erreicht, kann man die Hoffnung auf eine mittelfristige Stabilisierung begraben.

Die USA und die Nato bräuchten starke, glaubwürdige Partner in Kabul und Islamabad. Stattdessen scheinen in beiden Ländern Zeiten wachsender politischer Instabilität bevorzustehen, denn auch Pakistans Asif Ali Zardari schwächelt. (Gudrun Harrer, DER STANDARD, Printausgabe, 4.1.2010)

1116er
11.01.2010 09:49
echt gemein,

wenn seine eigenen landsleute karzai nicht politik machen lassen.
in der nun reichlich vorhandenen zeit muss er sich jetzt noch mehr auf die mehrung des reichtums von ihm persönlich und seiner freunde konzentrieren.

lessismore
04.01.2010 13:30

The Graveyard of Empires.

'Nuff said.

DieBo
04.01.2010 12:09
Nato raus aus Afghanistan.

+DieMeinung+
04.01.2010 10:02
... alles entscheidenden Jahr.

Genau mit solchen Aussagen machen sich die Autoren TOTAL lächerlich.
Wieso ist 2010 entscheidender als 2009, 2008, ...

Afgh., so hat die Geschichte der letzten 150 Jahre gezeigt, ist nicht beherrschbar im europäischen Sinn.

maxbz
03.01.2010 19:00
"bräuchten starke, glaubwürdige Partner"

Wer soll das sein?
Ein brutaler Warlord oder wieder ein General der sich an die Macht putscht?
Oder ein religiöser Führer mit Gottes Unterstützung?
Am besten wäre vielleicht noch ein durch und durch korrupter Wirtschaftsboss, der einen gewissen Frieden für seine Geschäfte benötigt. (z.B. Rohstoffe am Volk vorbei nach China verkaufen etc.)

Wünschen kann man sich viel.
Der Westen sollte auf jeden Fall von dort verschwinden. Die Menschen müssen selbst eine andere Ordnung wirklich wollen, wir können sie dazu nicht zwingen.
Wenn die Taliban weiter dermaßen menschenverachtend vorgehen, werden sie sich genügend Feinde machen.

Erich Furtner
04.01.2010 19:24
ja korrumpierte Poltiker mit funktionierendem Staatsapparat

Leider gibt es das heute immer weniger. Liest man J.Ziegler's Geschiten über afrikanische Staaten, so bewwirkt Korruption den Zerfall des Staates (Verlust an Glaubwürdigkeit, unterschiedliche korrupte Gangs, jeder ist sich selbst der Nächste - halt gemäß dem Credo der "Freiheit der Märkte", wer mehr bezahlt hat das Sagen)
Das passiert in vielen Ländern nicht nur in Somalia und Jemen, .... Wer soll einen Staat ( = akzeptierte Regeln = Aufgabe eines Teils der indiv Freiheit zu Gunsten eines zivilisatorischen Zusammenlebens, frei nach Kant) organisieren? Die alten Kolonialmächte wurden durch das anonyme internat Kapital (J.Ziegler) abgelöst. Es schütze sich JEDER SELBST so gut er kann (auch in den Flugzeugen).
Ein Umdenken gefällig?

zimbo
 
03.01.2010 23:17
Das Werben für den totalen Kriegseinsatz er EU.

Als Lakaie eine Kostenauslagerung für den Terroreinsatz den es ohn die zuvor gewesene Angriffskeige nie gäbe.

Vermutlich ist auch ein Bürgerkrieg in der EU geplant.

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