Kärntner Hypo

ÖVP will Prüfung von Parteifinanzen

3. Jänner 2010, 19:43
  • Artikelbild
    foto: apa

    Ist im Umfeld der Kärntner Hypo Geld versickert - und wer hat möglicherweise noch am Verkauf der Bank an die Bayern verdient? Die Behörden in Österreich und Deutschland ermitteln.

Alte Vorwürfe, neue Verdachtslagen: Erneut nachgegangen wird in der Causa Hypo Alpe Adria nun auch dem Verdacht der Parteienfinanzierung

Wien - Die ÖVP ist empört über den Vorwurf der Parteienfinanzierung beim Verkauf der Kärntner Hypo Alpe Adria Bank an die Bayerische Landesbank. Angeblich seien an das BZÖ 27 Millionen und an die ÖVP 13 Millionen geflossen, kolportiert die Presse. In der ÖVP glaubt man, dass dieses Gerücht von der SPÖ gestreut werde. Der Sprecher von Finanzminister und Vizekanzler Josef Pröll betont im Gespräch mit dem Standard dass es dafür keinerlei Beweise gebe. Die ÖVP will jetzt aber eine Prüfung aller Parteienfinanzen in Kärnten: "Selbstverständlich müssen solche schwerwiegenden Vorwürfe aufgeklärt werden. Die Aufklärung muss aber alle Parteien betreffen, auch die SPÖ."

Prölls Sprecher macht darauf aufmerksam, dass sich das Haftungsvolumen der Hypo während der Koalition des BZÖ mit der SPÖ in Kärnten um zehn Milliarden Euro erhöht habe.

Für die SPÖ forderte deren Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas umfassende Aufklärung. Auch die Grünen wollen eine Offenlegung der Kärntner Parteifinanzen.

*****

Der Skandal um die Kärntner Hypo weitet sich aus und erfasst immer stärker auch die Politik. Neue Troubles bringt die Hypo auch für das Bundesland Kärnten. Der bayrische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) soll vom ohnehin finanziell angeschlagenen Kärnten 650 Mio. Euro Schadenersatz fordern - damit soll ein Teil des Verlustes ausgeglichen werden, den die BayernLB durch den Kauf der Hypo erlitten habe.

Seehofer übertrifft mit dieser Rückforderung die bayerische Opposition. Diese hatte knapp vor dem Jahreswechsel verlangt, dass jene Privatinvestoren, die über den Vermögensberater Tilo Berlin (er war später Hypo-Vorstandschef) knapp vor dem Verkauf an die Bayern bei der Hypo eingestiegen sind und so in Summe 150 Mio. Euro Gewinn generiert haben sollen, dieses Geld zurückzahlen.

Die Privatbeteiligung (via Projekt "Knox", der Standard berichtete exklusiv) interessiert auch die deutsche Justiz. Laut Süddeutsche Zeitung erhärte sich der Verdacht auf Insidergeschäfte zulasten der BayernLB und des Freistaats. Denn von der Expansion der Bayern nach Österreich hatten eben jene Privatinvestoren profitiert, die sich nur Wochen zuvor an der Hypo beteiligt hatten. Ex-BayernLB-Chef Werner Schmid wurde dazu von der Münchner Staatsanwaltschaft befragt. Neue Nahrung erhielten diese Gerüchte, als die Süddeutsche über ein "Geheimtreffen" im Jänner 2007 in München berichtete, bei dem es um einen Einstieg der Bayern gegangen sein soll. Laut bayerischer Opposition sollen die Exchefs von BayernLB und Hypo im Landtag unter Eid aussagen, wie es zu dem Milliardendesaster kam.

Unklar ist, wie viele Personen zum erlauchten Kreis von Berlin gehörten, der an der Hypo beteiligt war. Die Presse berichtet von 47 Investoren und beruft sich auf einen Hypo-Mitarbeiter.

Parteien im Zwielicht

Weiteres Ungemach droht auch an der politischen Front. Beim Verkauf der Hypo an die BayernLB sollen Millionen an die Kärntner Regierungsparteien BZÖ und ÖVP geflossen sein, berichtet ebenfalls Die Presse - allerdings ohne Angabe von Quellen. Demnach soll das BZÖ 27 Mio. Euro lukriert haben, die ÖVP rund 13 Mio. Euro. Einig sind nun aber alle Parteien, dass dieser Vorwurf aufgeklärt werden muss. "Derzeit ist das nicht mehr als ein Gerücht, das es aber zu klären gilt", sagt der Sprecher des Finanzministeriums zum Standard.

Aufgetaucht ist nun auch ein Papier der einstigen Hypo-Aktionärin Grazer Wechselseitige (Grawe). Laut Profil ist darin davon die Rede, dass die Grawe in den letzten drei Jahren "leidvoll feststellen musste, dass weder die vom Vorstand vorbereiteten Businesspläne (...) noch Aussagen zum Einzelwertberichtigungsbedarf (...) mit der wirtschaftlichen Realität übereinstimmten".

Neu sind viele dieser Vorwürfe nicht. Der Verdacht auf Insidergeschäfte und Parteienfinanzierung stand bereits nach dem Verkauf der Hypo im Raum. Der Deal wurde vom U-Ausschuss des Kärntner Landtages beleuchtet - ohne großem Erfolg. Dass der neue U-Ausschuss Licht ins Dunkel bringt, wird in Kärnten bezweifelt.

Mit der Aufarbeitung des Hypo-Debakels ist auch die Sonderkommission "Soko Hypo" beschäftigt, im Jänner soll die Staatsanwaltschaft Klagenfurt Unterstützung durch einen Bankexperten erhalten. Zudem hat Finanzminister Josef Pröll im Zuge der Verstaatlichung angekündigt, "dass bei der Hypo nun jedes Papier umgedreht werde". (bpf, DER STANDARD, Printausgabe, 4.1.2010)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 521
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11
Gerhard Schwarz
 
02

Es ist eine Fehleinschätzung die inferioren Kärntner Politiker als Verursacher des Desasters zu sehen.
Die wurden von den Kärntner Wählern gewählt -
die sind also voll verantwortlich für diese Lemurenanhäufung in der Politik.

Skorpionderl
 
02
Straaaaaaaaaaaaaaacheeeeeeee


Ja wo ist er denn, der einzige Gerechte

Ist er im Winterschlaf?
Ist sein Gaumenzäpfchen stark entzündet?

Warum nur lässt er Österreich in dieser Krise im Stich?

aiuto
00
da fehlt noch die Idee für einen gscheiten Stehsatz

weil er noch keinen Stehsatz hat, den er auswendig lernen könnte.

dryeti
00
Was hat das österreichische Vernetzungsplenum

mit der ganzen Sache zu tun?

Greis
13
Wien, 12-05-2006 (OTS)

Es dürfe nicht zugelassen werden, daß der
Verlust der Hypo Alpe-Adria-Bank im Schatten des BAWAG-Sumpfes
untergehe, forderte heute der freiheitliche EU-Abgeordnete Andreas
Mölzer. "Wenn eine Bank, die darüber hinaus noch fast zur Hälfte im
Eigentum des Landes Kärnten steht, in der Bilanz 2004 statt eines
Gewinns von 172 Millionen Euro einen Verlust von 99 Millionen Euro
(in alter Währung immerhin mehr als 1,3 Milliarden Schilling)
aufweist, dann hat der Kärntner Landeshauptmann akuten Erklärungs-
und Aufklärungsbedarf", stellte Mölzer fest. "Der Kärntner
Landeshauptmann trägt für den Verlust der Hypo Alpe-Adria die gleiche
Verantwortung wie der frühere ÖGB-Präsident Verzetnitsch für den
Verlust der BAWAG", unterstrich Mölzer.

Michael Tfirst
 
150
Die SPÖ und die BayrischeLB und der Gerngross, die Bawag, der Konsum, Palmers, Der Anker, das AMS, Libro….

Zur SPÖ: Wer teilte sich Gerngross, wer den Anker und wer den Palmers auf? Also spielte die SPÖ wieder ein doppeltes Spiel. ÖGB und BAWAG waren nur Vordergründig. Und die Bayrische Landesbank kaufte auch bem SPÖ/ÖGB ein: Siehe den Link „dasrotewien“:


http://www.dasrotewien.at/online/pa... hp?P=12037


SPÖ, SPÖ, SPÖ….

Justitia, die Parteienförderungen der SPÖ müssten endlich einmal Thema werden!

Hallo Justiz: Was ist mit dem SPÖ AMS-Chef Herbert Buchinger, der nie etwas vom Ventiatreiben wusste?

Und was ist mit Libro, gab es da nicht auch eine SPÖ Nähe?

MfG
Michael Tfirst

Michael Tfirst
 
00
Schon interessant, da erhalte ich fast 70 grüne Stricherl (siehe ersten Link) in einem einzigen Posting und heute häufen sich die Roten, dass es nur so

kracht.

http://derstandard.at/plink/125... id15020396


Der Wehrmann spricht: Nazi-Österreich

http://kunstvonmichaeltfirst.blogspot.com/

Im meinen Glossen: Der Wehrmann spricht, schreibe ich: „Ich habe es anfangs gar nicht glauben können, aber ist ist nun einmal so, dass es Österreich nur dem Bundeskanzler Dr. Bruno Kreisky zu verdanken hat, dass keine ordentliche Aufarbeitung der NS Zeit in Österreich stattfand.“:

http://www.clinicum.at/dynasite.... aid=467344


MfG
Michael Tfirst

perau1
 
23

wenn dummheit weh tun würde würden sie nur mehr vor schmerzen schreien.

maj jong
01
Für ihre Dummheit.....


hätte man keine grüne Balken programieren müssen

:-)

rr772
01
Ist schon gut!

Kriegst eh' Dein Geld aus der Liechtensteinstrasse, aber jetzt ist bald halb fünf, darfst z'hausgehen...

fritzobel
12
laaaaaangweilig

Es ist an der Zeit
010
Vielleicht können wir Druck aufbauen.....

Liebe Poster!

Soweit ich es zusammenfassen kann, geht es den meisten Postern um den Wunsch einer vollkommenen Aufklärung der Vorgänge rund um die Hypo, der Einführung einer wirklich transparenten Parteienfinanzierung und auch um die Abschaffung einer weisungsgebundenen Justiz. Dies zusammen erachte ich in einem demokratischen Rechtsstaat als selbstverständlich.
Auch wenn ich langsam wirklich daran glauben muss in einer Bananenrepublik zu leben in der Vertuschung ein Volkssport der oberen 10.000 zu sein scheint, so stehen uns Bürgern doch einige Instrumente zur Verfügung um ein wenig Druck auf die Politik auszuüben:

Siehe

http://www.parlament.gv.at/PB/VOLKBG... rtal.shtml

Wäre doch mal wieder an der Zeit für ein Volksbegehren..

Kärnten verlassen - Es wird nicht besser!
02

Nichts gegen Bananen. Österreich ist eine Zwetschkenrepublik, siehe:
http://www.zeit.de/2009/43/A... tizskandal

santamonica
09
in österreich und vor allem kärnten hat sich eine polit-parallelgesellschaft entwickelt, die mafiös agiert

mindestforderung sofort: alle parteifinanzen prüfen, und auch die der führenden politiker, zumindest vom kauf der abfangjäger an

Krach
04
28 Personen sind in München mit der Causa Hypo beschäftigt und in Klagenfurt gerade ein Staatsanwalt".

die Deutschen haben halt wirklich interesse den Fall aufzuklären.

Peter Glock
04
Verdächtig bedächtig, die SPÖ!

Obwohl wie's scheint ham sie am wenigsten Dreck am Stecken was den Hypoflopp angeht,
man würde meinen, die täten die anderen Parteien nun vor sich hertreiben, weit gefehlt, die sind so leise wie eine Mönchsbruderschaft beim Morgengebet.

perau1
 
00

die spö war und ist noch immer zu dumm die övp vor sich herzutreiben und wenn sie noch so einen elfmeter, manchmal auch ohne tormann, aufgelegt bekommt.
auch die heuchelei der övp wird die spö nie erreichen.
allein, wenn man sich vorstellt, das ganze wäre umgekehrt und was die övp daraus machen würde, kommt einem das kotzen.

ob das nun für oder gegen die spö spricht muss jeder für sich entscheiden.

zinn glaeckl
03
Verdächtig

ist dieses Verhalten der SPÖ nicht.
Faymann, Cap. Bures und Co. sind einfach so schleißig. Der Grund ist ganz einfach entweder Faulheit oder Unfähigkeit, oder beides.

schakl09
00

was erwarten sie sich von einer Partei deren Chef 12 Tage bis zur Erkenntnis braucht, dass Eberau nicht im Süden liegt sondern im Osten ;-)

Krach
00
die 18 Milliarden Euro Haftung des Landes

haben die Bank systemrelevant gemacht. Schluss mit dem Unsinn.

Krach
01
Soko Hypo

Gaber sagte zum KURIER: "Wir haben parallel die Causa Immofinanz. Auch da sind die Ermittlungen voll im Gange. Das ist eine Riesengeschichte. Querverbindungen bei manchen Immobiliendeals können möglich sein. Aber es ist noch zu früh, dazu exakte Aussagen zu treffen."

aiuto
01
im eigenen Bereich für Ordnung sorgen !

die ÖVP soll doch selber einmal in ihrem Bereich für Ordnung sorgen...
Ja, mit der Offenlegung der Parteifinanzen können sie ja mit guten Beispiel vorangehen.... aber das wird's leider nichtz spielen, denk ich amal.

Der sich den Wolf tanzt
09
die österreichische staatsanwaltschaft prüft...

und alles endet mit einem dörflerpersilschein: die mitwirkenden waren zu blöd, die gesetze zu kennen. dafür gibts in straffreiheit.

unkenntnis schützt vor strafe. wie schon ein altes kärntner sprichwort sagt!

rundblicker
20

Interessant, dass hier alle (verm. linken) poster plötzlich emotional werden. Ist das Angst- oder Reflexbeißen?

Dreistein
 
00
Also muss doch etwas dran sein, sonst würde die ÖVP nicht reflexartig nach der SPÖ beissen und dort den Schuldigen für ihre eigenen Verfehlungen suchen.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 521
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.