"Hängematte-Diskussion"

Caritas-Generalsekretär übt scharfe Kritik

02. Jänner 2010 11:11

Bernd Wachter: Asyl-Thema lösbares Problem, wird aber zur Ablenkung von anderen Bereichen eingesetz

Wien - Verärgert ist der neue Generalsekretär der Caritas, Bernd Wachter, über die ständig wiederkehrende "Hängematte-Diskussion" im Zusammenhang mit Sozialleistungen. Der ÖVP-Vorschlag eines Transferkontos bereite ihm "gewisse Sorgen", sagt Wachter. Wenn man sich anschaue, wie schnell Banken-Rettungspakete und Schrottprämie auf die Beine gestellt wurden, gleichzeitig aber die Mindestsicherung immer wieder aufgeschoben werde, müsse man sich fragen, "ob der Regierung die Menschen nicht mehr wert sind als Autoschrott". Scharfe Kritik übt der Caritas-Generalsekretär auch am Umgang mit dem Thema Asyl, das aus seiner Sicht "lösbare wäre", aber immer wieder zur Ablenkung von anderen Problemen aufs Tapet gebracht werde.

Angesichts dessen, dass die Zahl der Menschen, die in Österreich in manifester Armut leben, von 2007 auf 2008 um 100.000 auf 500.000 gestiegen ist und insgesamt eine Millionen Menschen armutsgefährdet ist, hofft Wachter, dass der immer wieder aufgeschobene Termin zur Einführung der Mindestsicherung kommendes Jahr im Herbst hält. Die Caritas fordert allerdings eine höhere Unterstützung als die geplanten 744 Euro zwölfmal im Jahr, immerhin liege die Armutsgefährdungsschwelle bei rund 950 Euro. Geht es nach der Caritas, sollen es zumindest 855 Euro sein. Dass die "soziale Hängematte" immer auftauche, wenn es um Sozialleistungen gehe, ärgert Wachter: "In Österreich werden noch immer die Armen bekämpft und nicht die Armut."

One-Stop-Shop und Mindestsicherung

Er plädierte für die Einrichtung eines One-Stop-Shops sowie die Koppelung der Mindestsicherung an das AMS und damit an die Entwicklung von Perspektiven für die Betroffenen. Es sollte alles auf einen Tisch konzentriert werden und die Menschen nicht von einer Stelle zur nächsten "betteln geschickt werden", um am Ende bei der Caritas zu landen. Aber "Menschen in Armut verfügen über keine Lobby", so Wachter.

Kritik übt Wachter auch am Umgang mit dem Thema Asyl. Dieses wäre "von der Größenordnung lösbar", man könne aber den Eindruck gewinnen, dass die Politik versuche, mit diesem emotionalbesetzen Thema Ängste zu schüren und von Großbaustellen wie Armut und Integration abzulenken. Auch bei der Debatte um das geplante Erstaufnahmezentrum in Eberau müsse man klar machen, worum es gehe, nämlich um schutzsuchende Menschen und um konkrete Schicksale. Oft habe man jedoch den Eindruck, dass es der Politik um eine "möglichst optimale Verdrehung und Angstmache" gehe.

Rechtsberatung für Flüchtlinge

"Nicht haltbar" ist für den Caritas-Generalsekretär, dass Rechtsberatung für Flüchtlinge de facto nicht mehr vorhanden sei. Das Innenministerium hatte den drei großen Hilfsorganisationen Caritas, Diakonie und Volkshilfe Förderungen für diesen Bereich gestrichen. Laut Wachter ist es daher nicht klar, ob die Caritas nächstes Jahr in der Rechtsberatung weitermachen wird. Er hoffe jedenfalls, dass dieser "unwürdige Zustand" mit dem geplanten neuen Erstaufnahmezentrum beseitigt werde.

Unzufrieden ist er mit dem von Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) präsentierten Integrationsplan. Integration liege in der Verantwortung der gesamten Regierung und betreffe mindestens vier Ministerien, denn sie umfasse viele Bereiche - allen voran Arbeitsmarkt, Bildung, Familie und Soziales. In Fekters Plan dominiere hingegen "der absolute Problemfokus", Potenziale würden nicht berücksichtigt.

Für das Jahr 2010 wünscht sich der neue Caritas-Generalsekretär ein energisches Vorgehen bei der Armutsbekämpfung im In- und Ausland, die Umsetzung des im Regierungsprogramm bereits festgeschriebenen Pflegefonds sowie klare Maßnahmenpakete und Zuständigkeiten im Bereich Integration. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 92
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CKfk! - Creative Karrierefrauen kämpft!
 
04.01.2010 18:07
Jede/r, die/der meint, es sei so gemütlich von Sozialleistungen leben zu müssen, ...

...soll doch die Hängematte ausprobieren. Schnell wird sie/er erkennen, wie unangenehm diese ist.

Witzig, mein Religions-Prof hieß mit Nachnamen Wachter

watzlilaus "walmoerder" wondratschek
 
03.01.2010 20:09
Steuergeldverschwendung

Natuerlich sind Auto- und Bankensubvention Verschwendung von Steuergeldern: Der "durchschnittliche" Steuerzahler hat keine Krise verursacht, weshalb sollte er daher fuer die Folgen aufkommen?
Vollkommen richtig, es ist ein Skandal!
Genauso ein Skandal ist es, wenn sogenannte "Arme" Steuergelder unter dem Titel "Soziales" bekommen (und wenn noch dazu ein guter Teil dieser Gelder dazu verwendet wird, Gutmenschen zu finanzieren: All diese Sozialarbeiter und anderen Betrufsbetroffenen leben ja nicht schlecht). Inwieferne hat der Durchschnittssteuerzahler das schlechte Leben, das Unglueck eines anderen zu verantworten? Es gibt Leute, die Pech haben, aber dies ist kein Anlass, dafuer Steuergelder zu verwenden.
Beste Loesung: Steuern senken!

Long Dong Silver
04.01.2010 06:07

Schon mal was von Solidarität gehört?

ö4
04.01.2010 20:59

Ein Neona*i doch nicht!

watzlilaus "walmoerder" wondratschek
 
04.01.2010 13:43
Solidaritaet ist etwas schoenes

Nur sollte sie beidseitig sein. Einfach zu fordern, weil man "arm" ist, oder noch besser, weil man "den Armen helfen will", genuegt nicht.
Vor allem Leute, die Steuergelder wollen, halte ich zutiefst unsolidarisch. Sie nuetzen den Staat aus, um Geld fuer ihre Ziele herauszupressen.

Jambala Magdalena
03.01.2010 18:23

Das Wort Neiddebatte verwenden vorzugsweise jene, die keine Klarheit wollen. Es geht darum, dass ein Arbeitnehmer einen bestimmten Steuerfreibetrag hat. Und wie hoch insgesamt dürfen Transferleistungen sein und ist der Steuerfreibetrag bei beiden Einkommen gleich? Und vor allem, wie wird eine geringfügige Entlohnung bewertet? Verringern sich dadurch die Transferleistungen? Es sind also schon noch Fragen offen.

W.Hammerl
03.01.2010 14:17

Herr Wachter und seine Mitstreiter sind sog. falsch Fünfziger. Zuerst regen sie sich darüber auf, dass man doch viel mehr Emigranten ins Lande lassen sollte und dann wundern sie sich darüber, dass die importierte Armut steigt. Da muss dann natürlich sofort die Mindestsicherung her und nicht zu knapp.

Kevin Pospisil
03.01.2010 18:31

Das Ganze geht leider schon seit Jahren so.

Der Dumme ist der Arbeitende, der kräftig in die Sozialtöpfe einzahlt...

081547112
03.01.2010 12:40
abgehoben

solange es solche abgehobenen politiker gibt - alt aber gut

http://www.youtube.com/watch?v=GxOnpOAZXyQ

Sandra Blümel
04.01.2010 08:51
Ja, das Video hat dem Pröll schon im letzten Wahlkampf sehr genützt.

Denn es zeigt, dass auch ein Politiker nicht jede Frechheit widerspruchslos hinnehmen muss. Auch nicht eine Frechheit, die von der r.-k. Kirche kommt.
Und es zeigt Pröll als einen Mann der offenen Worte der keine Auseinandersetzung scheut, nicht mal die mit der Kirche, wenn die untergriffig daherkommt.

Long Dong Silver
04.01.2010 06:12

hübsches Video!
Dieser Pröll ist ja richtig unverschämt. Ein grauslicher Typ.

Intelligenter Antiintellektueller
03.01.2010 15:45

(aktive) Dummheit ist das gefährlichste was es gibt auf der Welt

es ist so schlimm, der Pröll glaubt, dass er sich korrekt verhält, moralisch wie politisch, was soll man da machen, wenn man diesen Menschen grundsätzliche Werte moralischen Zusammenlebens nicht verständlich machen kann, wenn dieser Mensch boshaft agiert, aber man diesen Menschen das Boshafte seiner Handlungen nicht begreiflich machen kann ... aber das ist ja sowieso nur eine Seite der Medaille, es muss ja Gründe dafür geben, wieso dieses menschenverachtende und genozide Sklavensystem funktionieren kann ...

Iris Meier
03.01.2010 14:47
pröll rede

woher ist das, wenn keine fake irre!!

Mario Sedlak
 
03.01.2010 12:25
Menschen in Armut verfügen über keine Lobby?

Ich habe genau den gegenteiligen Eindruck als der neue Generalsekretär der Caritas: Die Armen haben eine sehr gute, lautstarke Lobby.

Nur weil die Armen zufällig in einem reichen Land leben, gelten sie überhaupt als arm. Wie mag ein Moldawier, der von 30 EUR/Monat Pension leben muss, über die Diskussionen in unserem Land denken? Vielleicht kann der Standard einmal einen interviewen.

Grammelschmalzbrot
03.01.2010 12:09
Also mal über die soziale Hängematte gesprochen ...


... da fallen mir diverse Bankmanager, Skylinkmanager, ÖBBmanager, etc. etc. etc. ein, die ohne die "soziale Gesinnung" miterleben hätten dürfen wie "ihr Lebenswerk" den Bach runter geht, und wir reden hier nicht über lächerliche € 700,- sondern über Millarden.
Dieses "Transferkonto" möchte ich mal sehen.

In der Kriese steigt die Arbeitslosigkeit und unsere Herren Staatslenker sollen da jetzt nicht so tun als ob die Banken schuldlos in Not geraten sind und jeder der seine Arbeit verloren hat, ein faules, asoziales Gesindel währe.

Zweifelsohne gibt es "Schmarotzer" auf beiden Seiten aber es bleibt die Frage, welche unserem Staat am meisten schaden, vor allem deshalb, weil die eine Gruppe gar nicht thematisiert wird. Warum wohl? ;-)

cyber ferkel
03.01.2010 11:35

Die staatliche Mindestsicherung ist der falsche Ansatz. Mindestsicherung bedeutet, versteckte staatliche Unterstützung und Förderung von Unternehmen die Billigstarbeitsplätze anbieten. Jeder Arbeitnehmer muß Anpruch auf eine Bezahlung, die ein Überleben ohne äußeres zutun garantiert, haben. Alles andere ist Unfug und führt zu weiterem Lohndumping auf Kosten der Allgemeinheit.

Kontrahent1
03.01.2010 11:34
Liebe Caritas !

Dem Staat ist nicht der Autoschrott Stützungen wert, sondern ARBEITSPLÄTZE FÜR MENSCHEN ! Nämlich für Menschen, welche arbeiten WOLLEN. Dieser billige Populismus der Caritas hat mich als früher regelmäßigen Spender bereits vertrieben. Dann schon lieber das Geld direkt für Kirchenrenovierung oder fürs Tierheim, als diese Kuttenfur.. unterstützen, die den Hals nie voll kriegen.

Andreas Riverin
 
03.01.2010 05:54
die Loesung

www.arambol.com

wasndas
 
02.01.2010 22:24

Der Staat Österreich und manche Poster hier sollten lieber froh sein dass es solche Vereine wie die Caritas gibt denn wenn Typen wie Madoff wieder mal einen Weltweiten Crash verursachen verlässt sich der Staat darauf dass eh wer da ist der die Scherben bei den kleinen Leuten aufräumt denn die große Kohle die muss ja zu den Banken die habens ja auch bitter nötig. To Big to Fail das Unwort des Jahres Meiner Meinung nach.

The Dark
02.01.2010 20:46
Soll lieber selbst aus der Hängematte heraussteigen

der Hr. Generalsekretär. Schließlich finanziert sich die kath. Kirche fast ausschließlich aus Zwangsbeiträgen, welche notfalls per Gericht eingetrieben werden.

Alter Knacker
02.01.2010 23:48

die Höhe der Kirchenbeiträge ist aber lächerlich gering.

Heartbreak Hotel
03.01.2010 11:12

Naja, wenn ich keine Kinde hätte, wäre der Beitrag über EUR 200,- pro Jahr, das ist schon sehr viel, aber vielleicht kommt es Ihnen darauf ja nicht an...

Kuckenmucken
03.01.2010 11:39

Bei einem Kirchenbeitrag in Höhe von 200 Euro im Jahr zahlt der Staat schon beachtlich was dazu (bzw. kommt was Oedentliches bei der Arbeitnehmerveranlagung retour).

Alter Knacker
03.01.2010 11:34

200 Euro, also das ist im Verhältnis zum Einkommen sehr gering, ich zahle 0,65% vom Netto-Einkommen. Während ich zahle Steuern und Sozialversicherung 49% von meinem Zusatzeinkommen. Also zu sagen, daß das was die Leute in den Klingelbeutel hineinwerfen - und was vielleicht noch mehr ausmacht als der Kirchenbeitrag - Milliardenbeträge sind wie beim Staat, das ist eine böswillige Unterstellung.

Herzerzog Johann
02.01.2010 21:39
Du kannst jederzeit gehen. Wer zwingt dich zu was?

Jeder Kleingartenverein klagt dich, wenn du deine Beiträge nicht zahlst. Genauso ist es hier.

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