Schmied hat keine Zeit

29. Dezember 2009, 18:22
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Für die Kulturpolitik - Von Thomas Trenkler

Auch für das nun abgelaufene Jahr 2009 gilt leider: Claudia Schmied hat sich mit den lästigen Lehrern rumschlagen müssen - und für die Kulturpolitik wieder kaum Zeit gehabt.

Denn abgesehen von der Novelle zum Kunstrückgabegesetz und der Erlassung der neuen Museumsordnungen - jeweils mit einem Jahr Verspätung -, hat Schmied nicht viel vorzuweisen: Die Rahmenzielvereinbarungen mit den Bundesmuseen, für das Frühjahr 2009 versprochen, gibt es weiterhin nicht. Die Konkretisierung des Mumok 21, versprochen für September 2008, bleibt nach wie vor völlig unkonkret. Geld für die Neueinrichtung der Kunstkammer, auf das sie KHM-Generaldirektorin Sabine Haag im Juni 2008 Hoffnung gemacht hat, fehlt - wie auch für den Tiefspeicher unter dem Heldenplatz für die Nationalbibliothek. Und die soziale Lage der Künstler bleibt trist.

Schmied ist trotzdem stolz: weil ab 1. Jänner alle Kids kostenlos in die Bundesmuseen dürfen. Und dafür will sie sich feiern lassen: Am 11. Jänner findet im Technischen Museum die erste Führung für eine Schulklasse im Rahmen des Gratiseintritts statt - in Schmieds Anwesenheit. Die Vertreter der Medien seien dazu herzlich eingeladen.

Es ist schon ziemlich erstaunlich, wofür Schmied Zeit hat. Beziehungsweise: Wenn sie für solche Termine Zeit hat, ist es nicht weiter erstaunlich, dass sie für Kulturpolitik keine Zeit hat. (Thomas Trenkler, DER STANDARD/Printausgabe, 30.12.2009)

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