Öffentliche Unternehmen

OeNB-Pensionen stellen alles in den Schatten

1. Jänner 2010, 11:52

Mit einer Vorsorgeerfordernis von 2,1 Milliarden schlägt die National­bank auch den gut dotierten Stromsektor deutlich

Wien - Mit einem Pensions-Vorsorgeerfordernis von 2,1 Mrd. Euro stellt die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) alle anderen öffentlichen Unternehmen in den Schatten. Selbst der für seine hohen Gagen bekannte Stromsektor scheint da fast nur noch unter ferner liefen auf. Das üppige Notenbank-Pensionssystem soll ja, wie jenes der ÖBB, reformiert werden, die Unternehmen sollen dazu bis Jänner mit eigenen Vorschlägen aufwarten. In der E-Wirtschaft steht überraschend nicht der Verbund selbst an der Spitze der Pensionsvorsorgen, sondern die Salzburg AG, gefolgt von Verbund-AHP und Steweag-Steg. Auf Geld- und Kreditwesen sowie Elektrizität/Wärme entfallen laut Rechnungshof rund 90 Prozent der 3,365 Mrd. Euro Vorsorgen öffentlicher Betriebe.

Von den 825 Mio. Euro Pensions-Vorsorgeerfordernis im Strom- und Wärmesektor - der zweithöchsten Summe nach dem Geldwesen - entfielen 2008 unter anderem 224 Mio. Euro auf die Salzburg AG, 160 Mio. Euro auf die Verbund-Wasserkrafttochter Austrian Hydro Power AG (AHP), 134 Mio. Euro auf die Steweag-Steg, 76 Mio. Euro auf die Energie AG Oberösterreich (EAG) und 75 Mio. Euro auf die Kelag, geht aus einem Bezüge- und Pensionsbericht des RH von diesem Dezember hervor.

An Pensionsleistungen wurden von öffentlichen Unternehmen der Strom- und Wärmewirtschaft im Jahr 2008 für 5.806 Personen insgesamt 74,8 Mio. Euro erbracht. In Absolutbeträgen an der Spitze stand dabei erneut die Salzburg AG mit 17,25 Mio. Euro für 1.482 Personen, gefolgt von der Verbund-AHP mit 15,4 Mio. Euro für 645 Menschen und der Steweag-Steg mit 15,0 Mio. Euro für 445 Personen.

Mehr Pensionsbezieher als Aktive

Bei der Nationalbank profitierten insgesamt 1.297 Menschen von den 103,7 Mio. Euro Pensionsleistungen, die die OeNB im Jahr 2008 laut RH-Bericht erbracht hat. Im Jahr davor waren es mit 101,3 Mio. Euro für 1.297 Menschen unwesentlich weniger. Darin enthalten waren je 4,2 Mio. Euro an Bezügen für 14 pensionierte Direktoriumsmitglieder bzw. deren Hinterbliebene. Die Zahl der Pensionsbezieher ist übrigens höher als jene der Aktiven: 2008 zählte die OeNB 1.102 Beschäftigte, im Jahr davor 1.084. Das Vorsorgeerfordernis für Pensionen (Deckungskapital) ist bei der Notenbank innerhalb eines Jahres von 1,917 auf 2,137 Mrd. Euro gestiegen; an Deckungsaktiva standen 1,843 Mrd. Euro zum Ultimo 2008 zur Verfügung. 1,577 Mrd. Euro an OeNB-Wertpapierveranlagungen waren der Pensionsreserve gewidmet.

In ihrem Geschäftsbericht weist die OeNB darauf hin, dass seit Mai 1998 keine neuen Mitarbeiter mehr in das Direktzusagensystem einbezogen werden, wodurch der Personenkreis, für den die Pensionsreserve zur Absicherung der Pensionen dient, nach oben hin begrenzt und praktisch ein geschlossenes System sei. Damals wurde eine Pensionskassenvereinbarung abgeschlossen.

Wie berichtet sägt im Finanzministerium rund um Staatssekretär Reinhold Lopatka (ÖVP) im Zuge der Verwaltungsreform eine Arbeitsgruppe an privilegierten Pensionsrechten. Darin eingebunden sind auch Wifo, IHS und Rechnungshof. Bis Ende Jänner 2010 sollen betroffene Unternehmen wie OeNB oder Bundesbahnen ihre Vorschläge auf den Tisch legen. Andernfalls will die Regierung gesetzliche Maßnahmen ausloten, die es dem Bund ermöglichen sollen, in Sonderpensionssysteme einzugreifen, hatte es vor einigen Wochen geheißen.

Deutlich besser gestellt

Während die ab 2007 aufgenommenen OeNB-Mitarbeiter nur noch die normale ASVG-Pension sowie einen Zuschuss zu einer Pensionskasse erhalten, sind die älteren Mitarbeiter (Ende 2008 noch 82 Prozent des Personals) deutlich bessergestellt: Sie erhalten zwischen 80 und 85 Prozent des Letztgehalts. Lopatka sind vor allem die Regelungen bei Anstellungen vor 1993 ein Dorn im Auge, unter die 1.000 aktive und pensionierte Notenbank-Mitarbeiter fallen. 35 Jahre Arbeit sowie die Vollendung des 55. Lebensjahres reichten demnach aus, um mit 85 Prozent der Bezüge in Rente zu gehen. Wer vor 1998 angestellt wurde, muss 40 Jahre arbeiten und bekommt 80 Prozent der Bezüge. Die 2 Mrd. Euro Rücklagen für die Pensionsprivilegien seien "Gelder, die dem Steuerzahler fehlen", hatte Lopatka im Herbst erklärt. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 58
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Sebastien Delahaye
52
commu.....

Hi to all,

ersters - before posting sachverhalte recherchieren!
zweiters - bedenkbar, Auswirkungen von gesetzlichem Eingriff auf Einzelvertrag. Präzedenz für andere Bereiche!!
drittens - Neid ist kein sign von Intellekt.
viertes- alle die gleiche pension - alle das gleiche gehalt - alle die gleiche size of shoes --- back to the roots of commu......

Regards

redram
02
Hi Sebastien,

erstens - Geld fuer Leistung is ok, auch Steuergeld.
zweitens - Steuergeld fuer Beziehungen ist nicht ok.
drittens - Die "Bist du vielleicht Kommunist?"-Keule koennen Sie gleich wieder einpacken. Die zieht gerade nicht in einem Fall, wo Steuergeld fuer Vitamin-B verschwendet wird.
viertens - geht es ja eh nicht um bestehende Vertraege, die "Herrren" sollen ja nur ein sauberes Konzept fuer die Zukunft vorlegen.

Regards

Sebastien Delahaye
01

Keine Kommunismus-Keule - es ist leider nicht nur MM eine Keule, sondern Realität.
Und um Vitamin B geht es schon lange nicht mehr. Da sind andere Kaliber zuständig - die nicht nur in Österreich sitzen.
Da ist das Thema Oesterreichische Nationalbank unbedeutend.
Ausserdem scheint eher, dass f. den Wahlkampf in old Vienna eine Berufsgruppe das Schlachtvieh werden soll. War zu erwarten, dass darauf viele reinfallen.
Geänderte Konzepte sind schon seit einigen Jahren eingeführt. Jedoch müsste man da schon mehr lesen als nur Verunglimpfungsartikel.

Entfesselter Prometheus
04
Knappe 60 (!) % der Leistungen für 14 Personen!!!

Diese bekommen also zusammen mehr als die restlichen 1283 (!) Personen.

Das ist der eigentliche Aufreger und das typische für unsere Gesellschaft. Eine winzige Minderheit nimmt sich die Frechheit heraus auf Kosten der übergroßen Mehrheit zu leben.

Auch hier wird dieser Wahnsinn wieder elegant umschifft mit einem einzigen marginalen Satz.

chinaman_a1
07
wasserdichte Verträge

Frage an die Allgemeinheit: Warum ist eigentlich mein ASVG-Pensionsvertrag nicht wasserdicht?
Warum ist es möglich, dass die Grundlage meiner (möglichen?) Pension immer wieder zum Schlechteren geändert wird? Ich wurde nie gefragt. Weder beim Zahlen (Pflichtmitgliedschaft), noch beim Abändern (xxx Sozialversicherungsnovelle...) Ich wurde vor vollendeten Tatsachen gestellt, dass meine Schul- und Studienzeit einfach nicht mehr anerkannt wird. Reaktion: Nachkauf. (3 Jahre HAK, 2 Jahre Uni, mehr war als Familienvater und Käufer einer 3Zimmer-Eigentumswohnung mit Krediten nicht mehr drin. Jetzt die längere Durchrechnungszeit, dann die mögliche Erhöhung des Antrittsalter (67) in eiiner Zeit wo 40+ als alt gelten... Warum ist mein Vertrag nicht..

erwin 222
00
ganz einfach:

weil es sich bei Ihrer Pension nicht um einen Vertrag, sondern eine gesetzliche Regelung handelt. Und die Gesetze können halt einseitig verändert werden!

Josef Neuhauser
03
warum gibt es nationalbanken in den

landeshauptstädten?
unsere (sbg) besteht aus einer riesigen schalterhalle (leer) und vielen wohnungen (voll).
offensichtlich holen sich die bewohner geld lieber in ihrer eigenen schalterhalle als am bankomaten. (kommunikationstraining - es muss bezahlt werden).
dann rotiert das personal (hat man ja genug) und es wird wieder eingezahlt (totaler stress). im keller ist der tresor (95% der mitarbeiter bewachen ihn mutig und sehr gefährdet).

Management Quatscher
01

Günstlinge

Franz Woyzecks liebste Erbse
112

Es ist mir eigentlich völlig unverständlich, warum sich die Unter-40-jährigen Österreicher dieses nepostistische Parteienrepublikerl noch gefallen lassen.

Die Generation ihrer Eltern bestiehlt die Kinder, nimmt ihnen angesichts einer pervers hohen Abgabenlast jede Hoffnung auf sozialen Aufstieg und bietet als Perspektive ein Pensionsantrittsalter, das 15 Jahre über dem eigenen liegt.

Auswandern oder Steuern hinterziehen. Was anderes geht einfach nicht mehr.

Walter Tiefenthaler
67
bloedsinn...

...niemand bestiehlt die erben. ganz im gegenteil, noch nie ist es den jungen generationen so gut gegangen wie heute. aber es ist natuerlich klar, dass zwischen schiurlauben, playstationspielen und einkaufsbummeln auch noch zeit fuer selbstmitleid da sein muss. selbst der militaer bzw. sozialdienst wird alsbald abgeschafft werden, damit die jeunesse dorée ihre solariumszyklen nicht unterbrechen muss. bei so handfesten egoisten wie wir sie hier gezuechtet haben, kann das umlageprinzip nicht funktionieren. und hinsichtlich aufstieg wuerde ich es ausnahmsweise einmal mit arbeit versuchen...

derendrei
 
00

Was sie hier als handfeste Egoisten beschreiben ist ja bis zu einem bestimmten Grad ein Produkt der Vorgängergeneration. Die haben ja schließlich durch ihr Verhalten (entweder durch Handeln oder Nicht-Handeln) jene Strukturen geschaffen die erst einen solchen Schlag Menschen hervorbringen können, so wie sie das hier skizzieren. Nur Gott-sei-Dank gibt es auch jene die nicht mit der von ihnen versehenen Eigenschaft ausgestattet sind! Jene also die Versuchen werden (oder möglicherweise sogar aus einem tieferen Wollen heraus), dass diese Hypothek (was sie lieber Herr Tiefenthaler, als Egoismusauswuchs beschreiben) nicht mehr an die nächste Generation weiter gegeben wird!!

Schlom Wurzel
04

So einen Müll zu posten zeugt von Tollkühnheit. Die Leistungen der Aufbaugeneration nach dem 2. WK werden von kaum jemanden angezweifelt. Das allerdings gegenwärtig paradisische Zustände herrschen würden ist einfüch ridikül. Der Leistungsdruck und Konkurrenzdenken steigen ständig, so dass diese Generation sicher nicht weniger leisten muss als die Vorgängergenerationen. Ihre Klischees über "die heutige Jugend" (seit wann haben wir eine klassenlose Gesellschaft) zeigen ihre Verblendung und Prejudiz, und wenn Jugendliche teilweise auch so wie von ihnen beschrieben leben, so könnte es doch vielleicht ein klein wenig an den gesellschaftlichen Strukturen (sprich hemmungsloser Konsumismus und Materialismus) liegen, oder etwa nicht?

natoll
05

geh hör mit dem blödsinn auf.
umlageprinzip? aha, die umlage das die jungen die rechte der älteren bezahlen? lies den artikel und erzähl uns das nochmal. so gut wie noch nie? das ist definitv mal falsch. es gab zeiten mit weniger kriminalität, weniger arbeitslosigkeit und weniger steuern. ja und sogar mehr urlaub.

leute wie du sind unerträglich. ihr legt euch eure eigene wahrheit zurecht, weil die echte sogar für komplettegoisten unerträglich sein müsste.

Mario Ahner
020
Dieses Land ist zum Selbstbedienungsladen verkommen.

Aber gut zu wissen. Ich werd den Staat in Zukunft auch bescheißen, wo's nur geht.

luke skywalker
01
Ich auch !!!

dahofawors
00
traurig, so zu denken!

lieber die realität verändern, wie wäre das?

luke skywalker
03
Die Realität verändern ??


Das geht ohnehin nur mehr mit Methoden der Alkaida.

Walter Tiefenthaler
32
nicht selbstbedienung...

...sondern versorgung. es gibt - bedingt durch die technisierung der gesellschaft und die automatisierung der prozesse - leider das problem, dass es in oesterreich gar nicht genug arbeitsplaetze geben kann. das system versucht nun also an beiden enden zu kuerzen (verlaengerung des arbeitsantrittsalters und verkuerzung der arbeitszeit) um die zahl der erwerbstaetigen zu verringern. solche versorungen sind - sofern uebergewinne nicht in spekulative anlageformen wandern - durchaus vernuenftig, da so die kaufkraft erhoeht wird. zu glauben, dass durch eine schlechterstellung (gerechtigkeit?) eines grossteils der bevoelkerung den 'tuechtigen' mehr bliebe ist ebenso eine michmaedchenrechnung wie die vergoldung einer an sich wertlosen elite..

Franz Woyzecks liebste Erbse
01

Oje, lernen Sie einmal Volkswirtschaft.

aric82
02

Überhöhte Frühpensionen (ÜF) dienen nicht der Versorgung, sondern Erhöhen den Druck in der systemkippenden Pensionsbombe.

- Technisierung kann und muss bei richtiger Politik durch das aufkommen neuer Technologiefelder Arbeitsplätze schaffen - das bestätigt auch die Historie. ÜF schaffen keine neuen Arbeitsplätze sondern belasten nur das Verhältnis Systemrerhalter zu Zahlungsmpfänger.
- ÜF machen den Kuchen nicht größer. Die von Ihnen erwähnte Kaufkraufterhöung muss langfristig (beim Ansatz Einnahmen = Ausgaben) jemanden anderen in der Tasche fehlen. Sehr wahrscheinlich einem Systemerhalter. Bzw. muss das Geld zur Pk.subventionierung z.B. vom Bildungs- oder Forschungsbudget abgezwackt werden.

Unterm Strich belasten somit ÜF das System

Marilynn E.
04

"Darin enthalten waren je 4,2 Mio. Euro an Bezügen für 14 pensionierte Direktoriumsmitglieder bzw. deren Hinterbliebene."

je 4,2 Mio. Eine Chuzpe.

aric82
12

Bei der OeNB stehen derzeit also 1102 Aktive 1297 Pensionisten gegenüber.

Im Vergleich zur roten Bahn finde ich das jetzt gar nicht mal so schlimm - Zitat aus dem Text:
"Bei den ÖBB stehen 42.000 Aktive mehr als 72.000 Pensionisten gegenüber."
http://kurier.at/geldundwi... 956751.php

Walter Tiefenthaler
01
na und...

...die meisten davon kriegen eben ihr arbeitslosengeld ohne regelmaessige vorsprache beim arbeitsamt. wenn wir etwas gegen den wahsinn tun wollen, dann sollten wir damit beginnen der einstellung ueber 50 jaehriger positiver gegenueber zu stehen. es ist eines der grossen tabus in unserer gesellschaft, dass menschen im alter von 45 bis 65 eigentlich kaum mehr vermittelbar sind. da ist pensionierung noch das wuerdevollste...

natoll
02

die sv-beiträge für diese leute wurden schon rapide gesenkt. für unternehmen passts von den kosten her.

was aber meistens nicht passt ist die großkotzigkeit mancher Ü50 (sofern man sie anstellt), die schlichtweg nicht gewillt sind vermeintlich wohlerworbene rechte runterzuschrauben und sich im unternehmen auch von jüngeren etwas sagen zu lassen.
so ein abenteuer versuchen unternehmen nur 1-2 mal. aber sicher nicht öfter.

Tullner Liebe
00
Wie bitte?

Wie kommen Sie denn auf diesen Blödsinn?

Die SV-Beiträge werden erst ab 57 etwas reduziert!

Welche wohlerworbene Rechte hat man denn als über 50 Jähriger Arbeitsloser?

Und außerdem tust du mir leid, wenn Du Dich von der konkurrenz anderer fürchtest...

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