Sicherheitsberater warnt vor Al-Kaida-Anschlägen

31. Dezember 2009, 11:55
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Hussein: Terrorgruppe inzwischen unter Einfluss von Baathisten

Bagdad - Im Vorfeld der irakischen Wahlen im März hat die Regierung in Bagdad vor weiteren massiven Anschlägen von Al Kaida gewarnt. Der nationale Sicherheitsberater Safa Hussein sagte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP, er rechne damit, dass sich Anschlagsserien wie im Oktober und Dezember bis zu den Wahlen am 7. März wiederholen werden. Der irakische Arm der Terrororganisation sei inzwischen unter den Einfluss von Hardlinern der Baath-Partei des früheren Machthabers Saddam Hussein geraten.

Im vergangenen halben Jahr habe Al Kaida im Irak einen Strategiewechsel vollzogen, der auch auf eine größere Nähe zu den Baathisten zurückgehe, sagte Hussein. Nach dem Sturz Saddam Husseins infolge der US-geführten Invasion 2003 hätten sich Baathisten einer Reihe von Aufständischengruppen angeschlossen. Bei Al Kaida hätten sie ursprünglich nur niedrige Ränge besetzt. Erst nach der Tötung von Al-Kaida-Führer Abu Mussab al-Zarqawi bei einem US-Luftangriff 2006 hätten die früheren Baathisten mächtigere Positionen einnehmen können, sagte Hussein.

Baathisten-Favoriten bei Wahlen

Irakische Regierungsvertreter hatten nach den jüngsten Attentaten erklärt, verantwortlich dafür seien Baathisten in Zusammenarbeit mit Al Kaida. Die früheren Baath-Funktionäre haben nach Darstellung Husseins, der seit Mai im Amt ist, auch ihre Favoriten für die Wahlen. In einigen Gruppen und Parteien gebe es "Mitglieder, die von Baathisten favorisiert und finanziert werden".

Im Vergleich zu der Lage vor drei Jahren ist Al Kaida heute aber deutlich schwächer, wie Hussein sagte. Die Zahl der Mitglieder sei von rund 10.000 auf weniger als 2000 gesunken. Auch der Anteil ausländischer Kämpfer sei von einst zehn Prozent stark gesunken. Die meisten Ausländer bei Al Kaida im Irak sind laut dem Sicherheitsberater aus Saudi-Arabien, gefolgt von Ägyptern und Libyern. Von "reichen und einflussreichen Leuten in Saudi-Arabien" komme zudem ein Großteil der Geldmittel des irakischen Al-Kaida-Ablegers, sagte Hussein. (APA)

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