Ältere Biodiversität in Südamerika als angenommen

5. April 2003, 20:00
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Forscher: Fossilien beweisen Vielfalt seit 50 Millionen Jahren

University Park - Ein internationales Forscherteam hat in Fossilien Beweise gefunden, dass die extreme Biodiversität in Südamerika bereits seit 50 Mio. Jahren besteht. Damit werden erstmals Thesen widerlegt, die davon ausgegangen ist, dass die Vielfalt tierischen und pflanzlichen Lebens erst nach der letzten Eiszeit entstanden sind, berichten die Forscher in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Science.

"Das tropische Südamerika ist heute das artenreichste Gebiet unseres Planeten", so Peter Wilf, Professor für Geowissenschaften an der Penn University. Aus geologischer Betrachtung Forscher sind davon ausgegangen, dass dieser Reichtum erdgeschichtlich erst seit relativ kurzer Zeit besteht. Damit meinen die Forscher den Zeitraum zwischen der Faltung der Anden vor 20 Mio. Jahren und dem Abschmelzen der Eiskuppen vor zwei Mio. Jahren. "Unter den Wissenschaftlern gab es zahlreiche Diskussionen über den Entstehungszeitpunkt der neotropischen Biodiversität. Beweise gab es allerdings keine", erklärt Wilf. An einer Stelle in Laguna del Hunco, rund 1.300 Kilometer südwestlich der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires, haben die Forscher fossile Pflanzenreste untersucht. Das Gebiet ist heute eine gemäßigte Wüste, vor 52 Mio. Jahren, während des frühen Eozäns, befand sich dort ein dichter feuchter Regenwald mit üppiger Vegetation. "Diese Periode war die wärmste Zeit der vergangenen 70 Mio. Jahre", erklärt der Forscher. Heute halten die Anden die feucht-warme Luft des Pazifiks ab.

Sammlung und Datierung

An der Fundstelle konnte das internationale Forscherteam, das aus Wissenschaftlern des paläontologischen Museums in Trelew, Argentinien, des Denver Museum of Nature & Science, der Smithsonian Institution und dem US Geological Survey in Denver bestand, mehr als 1.500 Fossilien sammeln. Daraus konnten die Wissenschaftler mehr als 100 verschiedene Pflanzen erkennen. Mit Hilfe modernster Methoden konnten die Fundstücke auf 50 bis 52 Mio. Jahre bestimmt werden. Damit gelang den Forschern erstmals eine hochpräzise Angabe von Daten über die gesammelten Fossilien. "Dadurch kann der Beweis erbracht werden, dass die Artenvielfalt in Südamerika wesentlich früher begann als bisher angenommen. Darüber hinaus können diese Daten mit denen in Nordamerika verglichen werden", so Wilf. (pte)

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