Algerien: Erste Spur zu verschollenen Touristen

6. April 2003, 15:18
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Suchkarawane stieß auf Tunnelsystem nahe libyscher Grenze - Eine Chronologie der Vorfälle

Berlin/Wien - Auf unerklärliche Weise sind in den vergangenen Wochen insgesamt sechs Reisegruppen in der südalgerischen Sahara verschwunden. Insgesamt werden seit Ende Februar 29 Touristen vermisst, davon acht aus Salzburg und 15 oder 16 aus Deutschland. Möglicherweise ist eine Person tschechischer oder schwedischer Staatsangehörigkeit. Die Suche nach ihnen erstreckt sich auf das Gebiet Illizi - Hadjadj sowie die Region um Tamanrasset und Djanet. Es folgt eine Chronologie der Fälle:

  • 22./23. Februar: Letzte Kontakte in der Gegend um Illizi zu drei Reisegruppen mit insgesamt elf Touristen. Die erste Gruppe besteht aus drei deutschen Männern und einem Niederländer, die mit Motorrädern unterwegs waren. Die zweite Gruppe besteht aus drei deutschen Männern, ebenfalls Motorradfahrer. Die Deutschen stammen aus Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hessen, NRW und Rheinland-Pfalz. Bei der dritten Gruppe handelt es sich um vier Schweizer, zwei Männer und zwei Frauen, die einen Toyota-Bus-fuhren.

  • 10. März: Die erste Gruppe wird als vermisst gemeldet. Die Deutsche Botschaft in Algier wird eingeschaltet. Kurz darauf auch Einbeziehung der deutschen Botschaften in Tunesien, Libyen, Niger und Mali.

  • 17. März: Die zweite und dritte Gruppe werden als vermisst gemeldet. Letzter Kontakt zu einer vierten Reisegruppe aus sechs Personen. Die zwei Frauen und vier Männer stammen alle aus Bayern. Sie waren mit drei Geländefahrzeugen unterwegs. Letzter Kontakt mit acht Salzburger in Südalgerien.

  • 19. März: Eine Konsularbeamtin der Deutschen Botschaft Algier reist für vier Tage in die Region um Illizi, etwa 1.000 Kilometer südlich von Algier. Gespräche unter anderem mit Militär und der örtlichen Verwaltung.

  • 24. März: Eine Suchkarawane bricht auf.

  • 30. März: Die vierte Reisegruppe wird bei der Polizei in Deutschland als vermisst gemeldet.

  • 1. April: Im Auswärtigen Amt Berlin wird ein Krisenstab eingerichtet. Ein BKA-Verbindungsbeamter, sonst in Tunis auf Posten, trifft in Algier ein.

  • 2. April: Eine fünfte Gruppe aus zwei Frauen und zwei Männern mit zwei Geländefahrzeugen wird bei der Polizei Augsburg als vermisst gemeldet.

  • 4. April: Das Außenministerium in Wien sucht nach acht Salzburgern, die nicht aus der Sahara zurückgekehrt sind. Die Reisegruppe hätte tagsüber die Fähre von Tunesien nach Europa nehmen sollen, sei aber nicht an Bord gegangen.

  • 5. April: Zwei Diplomaten des Wiener Außenministerium und zwei Algerien-erfahrene Beamte der Exekutiv-Spezialeinheit Cobra werden als zusätzlicher "Spürtrupp" nach Algerien entsendet. Ein permanenter Krisenstab wird eingerichtet.

    Zur Suche nach den Verschollenen berichtet die ARD- "Tagesschau" von einer möglichen ersten Spur. Eine Karawane stieß in der algerischen Wüste auf ein Tunnelsystem, in dem sich auch Menschen befinden sollen. Ob sich dort auch die vermissten Reisenden aufhalten, blieb zunächst unklar. (APA/dpa)

  • Links

    Aktuelle Reise-Informationen des Außenministeriums

    Sahara-Verschollene

    Info
    Journaldienst des Außenministeriums: Tel. 01 - 53115/4411

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