Kampf gegen seltene Erkrankungen

4. April 2003, 20:34
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Gesundheitsstaatssekretär Waneck fordert mehr Forschung bei multipler Sklerose, Parkinson und Alzheimer

Wien - Auf Patienten mit seltenen Erkrankungen wie multiple Sklerose, Parkinson oder die Alzheimer machte am Freitag Gesundheitsstaatssekretär Reinhart Waneck (F) beim 8. Österreichischen Stoffwechselsymposiums in Wien aufmerksam. Aus diesem Grund forderte Waneck mehr Forschungsaktivität bei diesen Erkrankungen.

Die Patienten seien doppelt betroffen, meinte der Gesundheitsstaatssekretär. "Sie sind nicht nur krank, sondern ihre Krankheit wird oft nicht richtig diagnostiziert und es gibt wenige Spezialisten, die sich mit ihren spezifischen Problemen auskennen." Lange Odysseen bis zur richtigen Diagnose und beschränkte Therapiemöglichkeiten würden die Lebensqualität zusätzlich erschweren, meinte Waneck.

ALD als Beispiel

Als Beispiel nannte der Politiker die Krankheit Adrenoleukodystrophie (ALD). Diese sei nahezu unbekannt. Sogar Medizinern sei das Wissen über diese genetisch bedingte Stoffwechselerkrankung nur unter Spezialisten geläufig. Einer der Gründe dafür sei, dass diese Erkrankung die Symptome anderer, besser bekannter Erkrankungen imitieren könne, so Waneck, der als Vater eines an ALD verstorbenen Kindes selbst betroffen war.

Das Problem bei seltenen Erkrankungen bestehe darin, dass in einem solidarischen Gesundheitssystem den zahlenmäßig "kleineren" Problemen weniger Augenmerk geschenkt werde. Dies führe dazu, dass in der Forschung wenig Mittel für Schwerpunktforschung zur Verfügung stünden, meinte Waneck. Weiters, dass etwa in der Prävention nicht die geeigneten Maßnahmen gesetzt werden könnten, wie zum Beispiel beim Neugeborenen-Screening. Auch stünden Medikamente für eine notwendige oder mögliche Therapie durch fehlende Registrierung nicht in ausreichendem Maß oder finanziell sozial ausgewogen zur Verfügung, erklärte der Gesundheitsstaatssekretär. (APA)

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    Reinhart Waneck

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