Schoellerbank weiter auf Sparkurs

4. April 2003, 14:03
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Betriebsergebnis sank um 10 Prozent - EGT um 16 Prozent verbessert

Wien - Das schwierige Umfeld hat auch in der Bilanz der Schoellerbank Spuren hinterlassen. Ertragseinbußen durch Kursrückgänge und Anleger-Zurückhaltung konnten aber weitgehend kompensiert werden, unter anderem durch eine deutliche Senkung der Betriebskosten, erklärte das Führungsduo Jürgen Danzmayr und Heinz Mayer bei der Bilanzvorlage am heutigen Freitag in Wien.

Der ursprüngliche Namenszusatz SKWB fiel fast fünf Jahre nach der Fusion mit der Salzburger Kredit- und Wechselbank (SKWB) im Februar 2003 weg. Die Privatbank ist eine 100-Prozent-Tochter der zur Münchner HypoVereinsbank (HVB) gehörenden Bank Austria Creditanstalt (BA-CA). Zielgruppe der Schoellerbank sind Privatanleger mit einem Anlagepotenzial ab 70.000 Euro und Firmen- und institutionelle Kunden mit einem Anlagepotenzial ab einer Million Euro.

Das Betriebsergebnis der Schoellerbank reduzierte sich bereinigt um einen an die zur Grawe-Gruppe zählende Capital Bank abgespalteten Teilbetrieb (als Fonds geführte Vermögensverwaltung) um rund 10 Prozent auf 19,1 Mio. Euro. Das wichtige Provisionsergebnis sank um 6,6 Prozent auf 56,6 (2001: 60,6) Mio. Euro. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) verbesserte sich jedoch gegenüber dem Jahr davor um 16 Prozent auf 25,3 (21,8) Mio. Euro. An die BA-CA werden 22,5 Mio. Euro Dividende ausgeschüttet, das entspricht 112,5 Prozent des nominellen Schoellerbank-Grundkapitals.

Vorstandsvorsitzender Jürgen Danzmayr begründete diese Entwicklung mit "zeitgerechten Steuerungsmaßnahmen bei den Betriebsaufwendungen" und einem Finanzanlageergebnis in Höhe von 6,3 Mio. Euro. Die Risikovorsorgen hätten sich mit 100.000 Euro in einer "zu vernachlässigenden" Größenordnung bewegt. Zudem sei es gelungen, die Betriebskosten 2,5 Mio. Euro unter dem Budget zu halten.

Ende 2002 verwaltete die Schoellerbank insgesamt für 31.100 Kunden ein Volumen von 4,93 Mrd. Euro. Allein im Bereich Vermögensverwaltung stieg die Zahl der Kunden von 6.711 auf 7.814, die Bank betreut auch 20.400 Sparkonten. Das Fondsvermögen der Schoellerbank Invest AG war zu 52 Prozent in Anleihen veranlagt, 24 Prozent entfielen auf Aktien, 10 Prozent auf den Geldmarkt und der Rest auf gemischte Veranlagungen.

Die Schoellerbank habe ihre Position als "führende Privatbank Österreichs" im abgelaufenen Jahr behauptet. Gemessen am EGT liege man klar vor den anderen heimischen Privatbanken wie Constantia (17,5 Mio. Euro EGT), Bankhaus Gutmann (13,9), Schelhammer & Schattera (9,2), Spängler (6,8), Meinl Bank (6,8) oder Krentschker (3,9).

Der Vorstand wisse von "keinerlei Überlegungen" in Richtung eines Verkaufs durch die Mutter. Danzmayr erklärt sich das immer wieder auftauchende Gerücht aus der Tatsache, dass ein Verkauf im Jahr 2001 tatsächlich überlegt worden sei. Man habe sich dann aber für einen Weiterbestand als eigenständige Privatbank entschieden.

2003 werde in der Vermögensveranlagung das vierte schwierige Jahr in Folge sein. Danzmayr rechnet dennoch mit einem "zufriedenstellenden" Ergebnis. Dafür sollen auch weitere Sparmaßnahmen sorgen: Mit Hilfe von natürlichen Abgängen und Teilzeitlösungen soll die Zahl der Mitarbeiter auf Jahressicht weiter auf 390 sinken. Ende 2002 waren es 440 Mitarbeiter, 2001 noch 467. Auch die Sachkosten sollen "aufs Notwendigste" reduziert werden.

Mit dem neuen "Schoellerbank-GoldGarantie" bietet die Schoellerbank aktuell eine risikofreie Veranlagung in Gold an. Bei einer 5-jährigen-Laufzeit gibt es 100 Prozent Kapitalgarantie in Euro. Anleger können zu 100 Prozent an einem Anstieg des Goldpreises in US-Dollar partizipieren. Im Verlustfall gibt es das eingesetzte Kapital zurück. Möglich sei dies durch die Ausnutzung von "Ungleichgewichten am Markt mit Goldoptionen", erläuterte Vorstandsdirektor Heinz Mayer. Auf Wunsch kann der Kunde sein Investment direkt in Gold switchen. (APA)

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