Saddam International Airport - Der Flughafen von Bagdad

7. April 2003, 16:33
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Aufwändige Anlage war in den neunziger Jahren ein Gespensterflughafen

Berlin - "Saddam International Airport", der Flughafen von Bagdad im Südwesten der Stadt, liegt seit 1990 wegen der Sanktionen nach dem irakischen Einmarsch in Kuwait praktisch still. Es handelt sich jedoch um einen modernen Flughafen (Baujahr 1985) mit großer Kapazität. Er verfügt über zwei Start- und Landebahnen aus Beton: Die eine ist 4.000 Meter lang und 60 Meter breit, die andere 3.300 Meter lang und 46 Meter breit. Das bedeutet, dass in Bagdad auch sehr große zivile und militärische Flugzeuge mit maximaler Beladung landen und starten können.

Nur 16 km von Bagdad entfernt

Die Start- und Landebahnen verlaufen nicht ganz in Nord-Süd- Richtung (150/330 Grad) und liegen parallel. Zwischen den Pisten liegt der aus drei dreieckigen Terminals bestehende Abfertigungsbereich für den Passagierverkehr. Die irakische Luftwaffe ist am westlichen Rand der Anlage untergebracht. Die Park- und Rollmöglichkeiten sind in Bagdad so gut und reichlich, dass theoretisch viele Flugzeuge abgefertigt werden könnten.

Die US-Strategen schätzen vor allem die Hauptlandebahn des Flughafens, die mit rund 4.000 Metern für Jumbo-Jets ebenso geeignet ist wie für die größten Transportflugzeuge der US-Streitkräfte. Der Flughafen befindet sich nur 16 Kilometer vom Zentrum der Hauptstadt entfernt und liegt in unmittelbarer Nähe des Radwaniya-Palastes, der Hauptresidenz von Saddam Hussein.

regelmäßige Flugverbindungen nach Amman

Die Regierung hatte "Saddam International" im August 2000 demonstrativ für wieder eröffnet erklärt. Für die Ankunft des einzigen zivilen Transportflugzeuges, über das der Irak noch verfügte, war der Passagierterminal renoviert und sogar mit Duty-Free-Shops ausgestattet worden. Tatsächlich blieb der Flughafen jedoch wegen des Flugverbots, dessen Rechtmäßigkeit von Bagdad bestritten wird, auch weiterhin meist menschenleer. Im vergangenen Jahr gab es neben Flügen von Hilfsorganisationen immerhin in jeder Woche mehrere Flugverbindungen nach Amman (Jordanien) und Damaskus (Syrien).

Die staatliche Fluggesellschaft Iraq Airways blieb die meiste Zeit am Boden. Die Flotte von 15 Boeing-Flugzeugen war im Golfkrieg von 1991 nach Jordanien, Iran und Tunesien ausgeflogen worden, um ihre Zerstörung zu verhindern. Danach aber hatte die Fluggesellschaft Probleme, die Maschinen zurückzubekommen.(APA/dpa/AP)

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