Internationale humanitäre Hilfe kommt wegen Kämpfen kaum in den Irak

4. April 2003, 13:35
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UNO erhält Zusagen erst über gut die Hälfte ihres Bedarfs

Kairo - Die Hilfszusagen für die Not leidende Bevölkerung im Irak kommt von so unterschiedlichen Ländern wie Bangladesch und Australien - wegen der anhaltenden Kämpfe ist bisher aber nur wenig ausgeliefert worden. Bei den Vereinten Nationen gingen bis Donnerstag Zusagen über insgesamt 1,2 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro) ein, gut die Hälfte der geforderten 2,2 Milliarden. Offiziellen Angaben zufolge stellen die USA 435 Millionen Dollar zur Verfügung, die Europäische Union sagte 305 Millionen Dollar für Nahrungsmittel und humanitäre Hilfe zu.

Hilfsgüter schwer ins Kriegsgebiet zu bringen

Auch verarmte Länder, die selbst von humanitärer Hilfe abhängen, kündigten ihren Beitrag an. Bangladesch will Lebensmittel, Medizin, Tee und Trinkwasser im Wert von zwei Millionen Dollar in den Irak schicken. Aber die Hilfsgüter sind nur schwer in das Kriegsgebiet zu bringen. Zwar erreichte vergangene Woche ein britisches Versorgungsschiff den südlichen Hafen von Umm Kasr, aber zwei australische Schiffe mit jeweils 50.000 Tonnen Weizen an Bord konnten wegen der Minengefahr zunächst nicht anlegen.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) wollte am Freitag von Kuwait aus einen ersten Konvoi mit Medizin und Wasser auf dem Landweg in die belagerte Millionenstadt Basra schicken. Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) schickte fünf Lastwagen mit humanitärer Hilfe in den Grenzort Safwan.

Nahrungsmittelvorräte reichen laut WFP nur noch bis Mai

Dem Welternährungsprogramm (WFP) zufolge reichen die Nahrungsmittelvorräte im Irak nur noch bis Mai. Die UNO-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation FAO warnte am Donnerstag, der Krieg könne die Landwirtschaft des Irak zerstören. 60 Prozent der 25 Millionen Iraker sind derzeit von Nahrungsmittelzuweisungen durch den Staat abhängig.(APA)

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