Lieber den Spatz in der Hand ...

4. April 2003, 14:36
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Sichere Geldanlagen mit nicht ganz so großer Rendite sind wieder gefragt - Das Bausparen erfreut sich besonders großer Beliebtheit

Linz - "Lieber den Spatz in der Hand als die Taube am Dach" - an dieses Sprichwort halten sich die Österreicher bei der Veranlagung ihres Gesparten angesichts der aktuellen weltpolitischen Ereignisse, wie eine am Freitag veröffentlichte Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstitutes "Spectra" ergab. Demnach ist Bausparen derzeit besonders beliebt.

Die Linzer Meinungsforscher befragen seit 1992 regelmäßig die Österreicher nach ihrer Einstellung zum Thema Geldanlage, zuletzt wurden 1.000 repräsentativ ausgewählte Personen im März persönlich interviewt. "Die Österreicher legen in diesen Zeit Zeiten großen Wert auf sichere und bewährte Geldanlagen. Die große Mehrheit sehnt sich nach einer sicheren Anlageform, nur wenige sind auf schnelle Vermögensvermehrung aus. Der Wunsch nach Sicherheit in Geldangelegenheiten hat sich in diesem Jahr immens verstärkt und ist so stark wie noch nie", fasst "Spectra" die Ergebnisse zusammen.

Als "Sicherheitsfels in der Brandung" hat sich erneut das Bausparen erwiesen, das 54 Prozent der Befragten zur Geldanlage einsetzen wollen. Das bedeutete einen Anstieg um sechs Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr und einen historischen Höchststand seit Beginn dieser Messungen. Der Bausparvertrag profitiert nach Ansicht der Meinungsforscher von der gedämpften Attraktivität des Sparbuches, das um vier Prozentpunkte abrutschte. Es liegt nunmehr ebenso bei 33 Prozent Beliebtheit, wie die Lebensversicherung, die jedoch um zwei Prozentpunkte zulegte.

Gold glänzte bei der diesjährigen Umfrage wieder wie im Jahre 1998 und kam auf 15 Prozent Zustimmung - ein Zuwachs von vier Prozentpunkten gegenüber 2002 und neun Prozentpunkten seit 2001. Schlechte Aussichten bei den Österreichern hat dagegen der Wertpapiersektor: Nur mehr 16 Prozent betrachten Fonds als attraktive Geldanlage - mit einem Minus von acht Prozentpunkten sind sie eindeutiger Verlierer bei dieser Umfrage. Die Anhänger von Anleihen, Wertpapieren und Aktien machen nur mehr je zehn Prozent aus. Das sind ebenfalls Rückgänge im Bereich von drei bis fünf Prozentpunkten.

Der Abwärtstrend, der seit 1998 für den Immobiliensektor festzustellen war, scheint vorerst gestoppt. Speziell für Häuser und Wohnungen stellten die Meinungsforscher sogar einen leichten Aufwärtstrend fest. (APA)

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    montage: derstandard.at
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