UTA erwartet ab Sommer 2003 "Breitbandboom"

4. April 2003, 13:12
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Bis Jahresende 20.000 Breitband-Internet-Kunden geplant - Auch 2003 kein positives EBIT - Weiterhin Übernahme angestrebt

Die UTA Telekom erwartet ab Sommer 2003 einen "Breitbandboom" in Österreich. 2002 hat die UTA den Umsatz zwar um 5,7 Prozent auf 248,2 Mio. Euro gesteigert, aber noch immer rote Zahlen geschrieben. Für heuer werde ein positives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erwartet, das Betriebsergebnis (EBIT) werde allerdings weiterhin negativ bleiben, sagten die UTA-Vorstände Johannes Schwertner und Romed Karre am Freitag bei der UTA-Bilanzpressekonferenz. Die seit Monaten verfolgten Akquisitionspläne seien weiterhin aufrecht, eine Übernahme werde noch für 2003 angestrebt.

30-prozentiger Freibetrag gefordert

Die von der Regierung geplante Absetzbarkeit der Kosten und Benutzungsgebühren eines Breitband-Internet-Zugangs – die allerdings bis Dezember 2004 beschränkt ist – sei zu begrüßen, wünschenswert wäre zusätzlich auch ein 30-prozentiger Breitband-Freibetrag, sagte UTA-Vorstand Johannes Schwertner. Ein flächendeckender ADSL-Ausbau in Österreich sei allerdings ohne staatliche Förderungen nicht erzielbar. Bei der UTA selbst werde ein Anstieg der Zahl der Breitband-Internet-Kunden von derzeit 14.600 auf "mindestens 20.000" erwartet.

"Das Tal der Tränen" verlassen

Die UTA habe 2002 operativ "das Tal der Tränen endgültig" verlassen, sagte Schwertner. Das EBITDA habe sich von minus 63,1 Mio. Euro auf minus 10,7 Mio. Euro verbessert, sei aber wegen der Rückstellungen für zu erwartende Forderungen der Telekom Austria aus der Universaldienstverordnung "in Höhe eines einstelligen Millionen-Euro-Betrags" um knapp 3 Mio. Euro hinter den Erwartungen geblieben. Das EBIT habe sich 2002 um 45 Prozent auf minus 63,6 Mio. Euro verbessert. Ab dem dritten Quartal 2003 sei ein positiver Cash-Flow geplant.

Debt Equity Swaps

Auf Grund von zahlreichen Debt Equity Swaps (Umwandlungen von Schulden in Eigenkapital) in den vergangenen Jahren sei das Eigenkapital per Ende 2002 "kräftig auf 13 Mio. Euro gestiegen", sagte Schwertner. Auch künftig seien weitere Debt Equity Swaps zu erwarten. Frisches Kapital bekomme die UTA hingegen durch die geplante Kapitalerhöhung im Zuge der Anteilsaufstockung der Raiffeisen-Gruppe und UNIQA von 9 Prozent auf 25 Prozent und eine Aktie. UTA-Haupteigentümer VTÖB – eine Vereinigung österreichischer Energielandesversorger -, die 91 Prozent an der UTA hält, ziehe bei der Kapitalerhöhung nicht mit, so Schwertner.

Umsatzwachstum

Das 2002 erzielte Umsatzwachstum sei angesichts des stagnierenden Marktes und des starken Preisverfalls ein großer Erfolg, meint Schwertner. Die Umsätze im Privatkundengeschäft seien um 10 Prozent auf 81,1 Mio. Euro gestiegen, im Geschäftskundensegment um 15 Prozent auf 101,1 Mio. Euro. Um 3 Prozent rückläufig war hingegen das Carriergeschäft, wo 51,1 Mio. Euro umgesetzt wurden. Massive Rückgänge verzeichnete die UTA im E-Business-Geschäft (Netway), das wegen Auflassungen von nichtprofitablen Internet-Services von Firmen um 26 Prozent auf 14,8 Prozent zurückging.

Die Zahl der Telefonkunden stieg bei der UTA 2002 um 11 Prozent auf 460.000, die der Internetkunden um 8 Prozent auf 330.000. Per Jahresende betreute die UTA 65.000 Geschäftskunden.(APA)

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