Powell will "Runden Tisch" für Irak

4. April 2003, 12:54
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Soll nach afghanischem Vorbild neue Regierung in Bagdad einrichten - UNO soll sich auf humanitäre Hilfe konzentrieren

Warschau/Paris - Nach afghanischem Vorbild (Loya Jirga) wollen die USA nach dem Ende des Irak-Krieges einen "Runden Tisch" zur Einsetzung einer neuen Regierung in Bagdad einrichten. Eine solche Konferenz sei "eine sehr gute Idee", sagte Außenminister Colin Powell in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der polnischen Tageszeitung "Rzeczpospolita". Exil-Irakis und Oppositionelle müssten in eine neue Regierung eingebunden werden, die "die ganze Nation" repräsentieren solle. Die USA würden versuchen, "so schnell wie möglich die Verantwortung an die zivilen Ministerien zu übergeben, die mit unserer Hilfe reformiert werden", fügte Powell hinzu.

Die UNO werde bis dahin "ihre eigene Rolle definiert haben, in einer Resolution des UNO-Sicherheitsrats", sagte Powell. Diese könnte etwa darin bestehen, dass die UNO "die humanitäre Hilfe organisiert". "Wir werden mit unseren Verbündeten und Freunden im Sicherheitsrat zusammenarbeiten, um eine passende Resolution vorzubereiten". EU und Russland haben eine führende Rolle der UNO beim Wiederaufbau des Irak gefordert.

Powell sucht Annäherung mit Frankreich

Der amerikanische Außenminister Colin Powell hat sich nach den schweren Meinungsverschiedenheiten vor Beginn des Irak-Krieges mit Frankreich für die Versöhnung mit Paris ausgesprochen. "Wir hatten politische Differenzen in einer sehr wichtigen Frage. Wir haben niemals unsere freundschaftlichen Beziehungen in Frage gestellt. Es ist Zeit, uns zu versöhnen", sagte Powell der französischen Tageszeitung "Le Figaro" (Freitag-Ausgabe).(APA/dpa)

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