Früher Wahlkampfauftakt der Kärntner FPÖ

4. April 2003, 14:31
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Strutz kündigt große Info-Kampagne über FPÖ-Leistungen an - Haider: Abwahl in Kärnten wäre "Anfang vom Ende"

Pörtschach - Elf Monate vor der Landtagswahl im März kommenden Jahres hat die Kärntner FPÖ am Freitag schon ihren Wahlkampf eröffnet. Erster Schritt werde eine groß angelegte Informationskampagne über die in den vergangenen drei Jahren erbrachten Leistungen der Partei sein, kündigte Landesparteichef Martin Strutz bei der Frühjahrsklausur der Freiheitlichen in Pörtschach an. Gleichzeitig garantierte er, dass die FPÖ die Legislaturperiode auslaufen lassen wolle und strikt gegen eine vorverlegte Wahl sei.

Öffentlichkeitsarbeit verbessern

"Der Apparat der Freiheitlichen muss wieder auf Touren gebracht werden", betonte Strutz und forderte die Gemeindefunktionäre auf, die Öffentlichkeitsarbeit in Bezug auf die Leistungen der FPÖ zu verbessern.

Medienangriff: "Kampfblatt gegen die Freiheitlichen"

Als "alles andere als hilfreich" für den Wahlkampf bezeichnete Strutz die drohenden Belastungsmaßnahmen der Bundesregierung. Ebenso seien die Freiheitlichen mit Medien konfrontiert, welche der Partei nicht freundlich gesonnen seien. So sei die "Kleine Zeitung" nach den Worten des FPÖ-Landeschefs zu einem "Kampfblatt gegen die Freiheitlichen" geworden. Strutz: "Aber vor entscheidenden Wahlen wurden wir immer bekriegt oder tot geschwiegen."

Haupt: "Werde Böhmdorfer in der Regierung halten"

Ein klares Bekenntnis zu Justizminister Dieter Böhmdorfer angesichts von Angriffen der Banken gegen diesen legte FPÖ-Bundesobmann Vizekanzler Herbert Haupt am Freitag ab. Er werde Böhmdorfer in der Regierung halten, solange er zuständig sei, sagte Haupt bei der Frühjahrsklausur der Freiheitlichen in Pörtschach. Er unterstrich außerdem die Erfolge, die seine Partei bei den Verhandlungen über die Pensionsreform erreicht habe, wie die Verhinderung einer Schlechterstellung für die Kriegsgeneration.

Haider: "Entscheidungswahl"

Für den Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider stellt die Landtagswahl im März kommenden Jahres ein "Entscheidungswahl" dar. Sollte es den Gegnern in Kärnten gelingen die FPÖ abzuwählen, wäre dies "der Anfang vom Ende der freiheitlichen Bewegung", warnte Haider am Freitag vor ranghohen Funktionären bei der Frühjahrsklausur der FPÖ in Pörtschach am Wörther See.

Die FPÖ sei innerhalb der politischen Landschaft Österreichs "nach wie vor so etwas wie ein Fremdkörper", sagte Haider. SPÖ und ÖVP würden die FPÖ nämlich als einen "Betriebsunfall des rot-schwarzen Systems" ansehen. Haider vertrat weiters die Meinung, dass SPÖ und ÖVP in Kärnten "nicht wirklich wollen, dass etwas weiter geht, zumindest solange es einen freiheitlichen Landeshauptmann gibt".

Generell sprach Haider von einer "außergewöhnlichen Situation" in Kärnten. Es gebe nämlich kein anderes Bundesland, in dem die Partei des amtierenden Landeshauptmannes "in einer derartigen Weise in den Medien niedergemacht wird".

Weg der FPÖ von Idealismus getragen

Die FPÖ-Funktionäre rief Haider zu Selbstdisziplin auf. Der Weg der Freiheitlichen sei sicher nicht frei von Fehlern, aber von großem Idealismus getragen. Haider: "Wir wollen es anständiger, gerechter und sauberer machen". Dazu gehöre es aber, dass die FPÖ-Funktionäre mit gutem Beispiel vorangehen. Haider: "Ein Privilegiendiskussion in den eigenen Reihen ist höchst kontraproduktiv".

Im Hinblick auf die kommende Landtagswahl rief auch Haider, wie zuvor Landesparteichef Martin Strutz, die freiheitlichen Funktionäre dazu auf, der Öffentlichkeit die in den vergangenen Jahren vollzogenen Leistungen näher zu bringen. Haider: "Wir müssen zeigen, dass überall dort, wo die Freiheitlichen maßgeblich Politik betreiben, etwas weitergebracht wird". (APA)

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