Haitis Sender protestieren gegen Verfolgung von Journalisten

4. April 2003, 11:39
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"Tag des Schweigens" erinnert an ermordeten Kollegen

Aus Protest gegen die häufigen Übergriffe auf Journalisten haben 21 Radiosender in Haiti am Donnerstag ihr Programm unterbrochen. Mit einem "Tag des Schweigens", an dem keine Nachrichten ausgestrahlt wurden, gedachten sie des dritten Jahrestages der Ermordung des Rundfunkkommentators Jean-Leopold Dominique. Trotz Drohungen und Einschüchterungen wolle die Presse ihre Arbeit fortsetzen, hieß es in einer Erklärung des Nationalen Verbandes Haitianischer Medien (ANMH).

"Katastrophal"

Dominique, Direktor von Radio Haiti Inter, war am 3. April 2000 erschossen worden. Die Hintermänner der Tat wurden nie ermittelt. Dominiques Witwe Michelle Montas schloss den Sender Anfang des Jahres und setzte sich in die USA ab, nachdem sie selbst nur knapp einem Anschlag entgangen war. Nach dem Tod Dominiques sind weitere Journalisten in Haiti ermordet und zahlreiche von ihnen angegriffen oder bedroht worden. Die Verantwortlichen werden in den Reihen der Regierungspartei Lavalas vermutet. "Das vergangene Jahr war, was die Respektierung der öffentlichen Freiheiten anbelangt, katastrophal", hieß es in dem Kommunique des Verbandes. (APA/dpa)

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