Venedigs Rettung vor dem Untergang

4. April 2003, 11:08
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Grünes Licht für Hochwasserprojekt - Deiche am Meeresgrund montiert sollen sich heben, sobald der Wasserspiegel steigt

Rom - Die italienische Regierung hat am Donnerstagabend Grünes Licht für ein geplantes Hochwasserschutz-Projekt für Venedig gegeben. Die Arbeiten werden am 29. April beginnen. Den Spatenstich wird der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi vornehmen. Der Bau der mobilen Deiche, die Venedig vor Überschwemmungen schützen sollen, werden acht Jahre beanspruchen und die Staatskassen zirka 2,3 Milliarden Euro kosten.

Absenkung

Seit etwa 1900 ist Venedig um 26 Zentimeter abgesunken. Über Möglichkeiten, Venedig vor den regelmäßigen Überschwemmungen zu schützen, wird seit der Flut vom November 1966 intensiv diskutiert, als die berühmte Piazza San Marco mehr als einen Meter hoch unter Wasser stand. Und vor 37 Jahren kam auch die von Deichen auf, die am Meeresgrund montiert werden und sich heben, sobald der Wasserspiegel ansteigt.

Gegen das Deichprojekt, das "Mose" genannt wird, sprachen zunächst Zweifel an der Wirksamkeit der Schutzeinrichtung, die hohen Kosten und schließlich die Frage der Vereinbarkeit mit der Schifffahrt durch drei Öffnungen zwischen Lagune und offenem Meer.

Technische Lösungen

Die Bedenken wurden im Laufe der Jahre mit technischen Lösungen Schritt für Schritt ausgeräumt. Jetzt ist die Regierung Berlusconi entschlossen, das Projekt trotz der hohen Kosten zu verwirklichen. "Nach 36 Jahren bewegt sich endlich wieder etwas in Venedig, einer Stadt, die sonst zum Tode verurteilt wäre. Mose ist nach dem Projekt für den Bau der Brücke über die Meeresenge von Messina, die Sizilien zum Festland verbinden soll, das wichtigste Werk für Italien. Mose ist der einzige Weg, um Venedig vor dem Untergang zu retten", sagte der Präsident der Region Veneto, Giancarlo Galan.

Umweltschützer beobachten das Projekt ihrerseits mit Sorge. Sie befürchten, dass das Dammsystem das prekäre ökologische Gleichgewicht in der bereits schwer verschmutzen Lagune kippen könnte. (APA)

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    Piazza San Marco unter Wasser ist beinahe schon ein alljährliches Bild

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