Altersteilzeit steigt weiter an

4. April 2003, 10:50
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Derzeitges Modell bis Ende 2003 - Danach nur noch Anspruch auf fünf statt derzeit sechseinhalb Jahre Teilzeitarbeit - mit Infografik

Wien - Der Zulauf zur Altersteilzeit steigt weiter unvermindert an. Ende März 2003 waren es nach vorläufigen Zahlen bereits 26.969 Personen, die diese Möglichkeit in Anspruch nahmen, geht aus den jüngsten Daten des Arbeitsmarktservice (AMS) hervor. Zu Beginn dieses Modells im Jänner 2000 hatten lediglich 24 Personen Altersteilzeit beantragt. Im Jahr 2001 war die monatliche Steigerung bei durchschnittlich 726 Personen gelegen, 2002 schon bei 1.119. Dieser Anstieg setzte sich praktisch in gleicher Höhe auch in den ersten Monaten des heurigen Jahres fort, sodass Ende 2003 mit rund 37.000 AltersteilzeitbezieherInnen zu rechnen ist.

Im Jahr 2000 hatte die Altersteilzeit noch lediglich 6,26 Millionen Euro gekostet, 2001 schnellten die Ausgaben auf 69,4 Millionen Euro hinauf und im Vorjahr waren es bereits 230,3 Millionen Euro (3,15 Milliarden Schilling). Von 2003 bis Ende 2009 wird mit Gesamtkosten von 1.214 Millionen Euro (rund 16,7 Milliarden Schilling) gerechnet.

"Blocken" der Altersteilzeit

Das derzeitige Modell der Altersteilzeit läuft vorläufig bis Ende 2003. Nach dem Begutachtungsentwurf für die Pensionsreform wird man die Altersteilzeit danach nur noch fünf Jahre statt derzeit maximal sechseinhalb Jahre in Anspruch nehmen können. Im Gegensatz zu den ursprünglichen Planungen soll das "Blocken" der Altersteilzeit - also die erste Hälfte Vollarbeitszeit, die zweite keine Tätigkeit mehr - unter bestimmten Rahmenbedingungen bestehen bleibt: Dann nämlich, wenn der betroffene Betrieb eine Ersatzarbeitskraft einstellt. Überhaupt soll es sich künftig auszahlen, eine Zusatzkraft einzustellen. Wird dieser Schritt vorgenommen, trägt das AMS weiterhin 100 Prozent des zusätzlichen Altersteilzeitaufwandes. Ansonsten nur noch 50 Prozent.

Reduktion der Arbeitszeit bis auf 40 Prozent derzeit möglich

Das bis Ende 2003 laufende Modell der Altersteilzeit sieht vor, dass Frauen ab dem 50. und Männer ab dem 55. Lebensjahr eine Reduktion ihrer Arbeitszeit bis auf 40 Prozent vereinbaren können. In diesem Fall wird der Lohn zwar ebenfalls auf bis zu 40 Prozent reduziert, allerdings gibt es bis zum Gang in die Frühpension vom AMS die Hälfte der Differenz auf den bis dahin bezahlten Lohn zusätzlich ausbezahlt. Bei 40 Prozent Arbeit käme man dann auf maximal 70 Prozent des ursprünglichen Gehalts, bei 50 Prozent Beschäftigung auf 75 Prozent und bei 60 Prozent Arbeit auf höchstens 80 Prozent des Lohnes.

Allerdings wird die Summe von reduziertem Gehalt und AMS-Beitrag mit der Höhe der Höchstbeitragsgrundlage gedeckelt, derzeit sind das 3.360 Euro (46.235 Schilling). Konkret bedeutet dies, dass heute bei einem Bruttogehalt von bis zu 4.480 Euro (61.647 Schilling) und einer 50-Prozent-Regelung die 75 Prozent des Ursprungsgehalts fast zur Gänze ausbezahlt werden: Die Hälfte der 4.480 Euro, 2.240, plus die Hälfte der restlichen 2.240 Euro, 1.120, vom AMS - zusammen käme der Betroffene damit auf die 3.360 Euro.

Jemand, dessen Bruttogehalt über den 3.360 Euro liegt, erhält also prozentmäßig entsprechend weniger. Wenn also jemand bisher 6.720 Euro brutto verdient und auf 50 Prozent der Arbeitszeit reduziert, gibt es überhaupt keinen AMS-Beitrag mehr. (APA)

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