Widerstand gegen AUA-Sparkurs

4. April 2003, 13:06
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Flugpersonal deponiert klares Nein zu finanziellen Abstrichen - Bereitschaft zu Urlaubsabbau und Teilzeit-Regelung

Wien - Beim fliegenden Personal der AUA-Gruppe regt sich jetzt Widerstand gegen weitere Sparpläne des Vorstandes. Ein zusätzliches Sparpaket wird von den Belegschaftsvertretern und auf Gewerkschaftsseite abgelehnt. Im Gegenzug werden jedoch freiwillige Leistungen angeboten, um die durch den Irak-Krieg schwierig gewordene wirtschaftliche Lage der Fluggesellschaft zu verbessern. Bereitschaft wurde am Freitag zu realem Urlaubsabbau, einer vorüber gehenden freiwilligen Teilzeitregelung und einer vorüber gehenden unbezahlten Urlaubsregelung (Karenzierung) signalisiert.

In einer Pressemitteilung sprachen sich die Fachgruppe Luftfahrt Bordpersonal in der Gewerkschaft Handel Transport Verkehr (HTV) und die Belegschaftsvertreter heute dezidiert gegen weitere finanzielle Abstriche aus.

"Massives" Sparpaket

Wegen der Terroranschläge vom 11. September 2001 und der prekären wirtschaftlichen Lage der AUA-Gruppe (AUA, Lauda Air, Tyrolean Airways) sei im vergangenen Jahr für alle drei betroffenen Arbeitnehmergruppen ein Sparpaket in Höhe von 8 Prozent der Gehaltskosten geschnürt worden. Wie es hieß, würden sich die Betriebsräte und die Gewerkschaft - auf Grund der Nachwirkung dieses "massiven" Sparpaketes für das fliegende Personal - nun aber außer Stande sehen, "weiteren finanziellen Entgeltschmälerungen und einer Ausweitung der Arbeitsbelastung zuzustimmen".

Die Arbeitnehmer seien durch die anhaltenden Einsparmaßnahmen "bereits an ihrer Belastungsgrenze angelangt". Die Gewerkschaft HTV befürchtet bei einer weiteren Erhöhung der im internationalen Vergleich bereits an der Spitze liegenden Arbeitsbelastung auch sicherheitsrelevante Auswirkungen und beruft sich dabei auf Erkenntnisse in internationalen Studien.

Auf der Kostenbremse

Wie berichtet tritt die AUA Group wegen des Golf-Krieges noch viel härter auf die Kostenbremse. Weitere 10 Prozent der Kosten müssen weg. Wegen Nachfrageausfällen hat das Luftfahrtunternehmen zuletzt 150 Leute beim Arbeitsmarktservice (AMS) zur Kündigung angemeldet.

Nach einem früheren Beschluss sollten konzernweit im Gesamtjahr 2003 rund 5 Prozent der Kosten nachhaltig gekürzt werden, was einer Einsparung von 40 Mio. Euro entspreche. Für April wurde die Gesamtproduktion um 11 Prozent zurückgefahren. Nun werden für Mai rund 10 Prozent der geplanten Linienflüge aus dem Programm genommen. Die Rede ist von einer temporären Produktionsanpassung. Damit würden die Kosten zusätzlich um 10 Prozent gesenkt und ein weiterer Einsparungseffekt von 20 Mio. Euro erzielt, hatte es Mittwochabend geheißen. Vier Flugzeuge der AUA-Flotte werden bis auf weiteres stillgelegt.

Sollten Einsparungsüberlegungen durch den Vorstand der AUA-Gruppe auch an die Gewerkschaft herangetragen werden, werde man selbstverständlich mit dem Management darüber beraten, hieß es heute von Seiten der Gewerkschaft HTV. (APA)

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