Mikrowellen gegen HIV im Test

4. April 2003, 09:17
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Positive Wirkung der Behandlung derzeit reine Spekulation

Durban - An der Nelson Mandela Medical School an der Universität von Natal im südafrikanischen Durban starten nächste Woche Versuche mit einer neuen Technologie im Kampf gegen HIV. In klinischen Tests an 360 HIV-positiven-Patienten wird untersucht, ob Mikrowellen das tödliche Virus von der Vervielfältigung abhalten können. Die elektromagnetische Behandlung erfolgt mit einem Gerät, das Radiowellen emittiert. Die Emission entspricht jener von Mobiltelefonen, erklärt der Leiter der medizinischen Abteilung Umesh Lalloo. Ende des Jahres sollen die Versuche abgeschlossen sein. Am Standort der Uni, der Provinz KwaZulu-Natal, sind Schätzungen zufolge mehr als ein Drittel der Bevölkerung HIV-infiziert.

Medikamente und Impfungen kommen bei der Behandlung nicht zur Anwendung, berichtet die südafrikanische Nachrichtenagentur SAPA. Getestet wird die Hypothese, dass eine elektromagnetische Frequenz Brüche im viralen Genom verursacht und ob dieser Effekt, die virale Replikation beeinflusst. Entwickelt wurde das Verfahren von russischen Wissenschaftlern, perfektioniert von südafrikanischen Forschern. Laut dem medizintechnischen Unternehmen Hivex, das die Versuche vorbereitete, kam es aber unter wissenschaftlich kontrollierten Bedingungen nie zum Einsatz. Mit drei Mio. Dollar wird die Studie vom britischen Rüstungskonzern BAE Systems finanziert, der ebenso wie Hivex seine Unabhängigkeit betont.

Nach Angaben von Lalloo werden alle teilnehmenden Probanden ausführlich über die Versuche informiert. Zu diesem Zeitpunkt sei die positive Wirkung der Behandlung reine Spekulation. Die Gesundheitsbehörde in Pretoria ist am Projekt nicht beteiligt. Von der Strahlungskontrollaufsicht wurde eine eingeschränkte Genehmigung erteilt. Die Forschung wird vom Ethik-Komitee der Uni, in dem medizinische Experten von Südafrika, den USA, Kanada und Ungarn vertreten sind, begutachtet. (pte)

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