Ärzte wollen Selbstbehalte nicht einheben

3. April 2003, 19:23
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Inkassoregelung "undurchführbar"

Wien - Geht es nach Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat und Hauptverbandssprecher Josef Kandlhofer, dann sollen die Ärzte ab 2004 die neuen Selbstbehalte einheben müssen. Werden sie sicher nicht, ließ indes der Präsident des Österreichischen Hausärzteverbandes, Peter Hosiner, am Donnerstag wissen. Die Ärzte könnten etwaige finanzielle Obergrenzen und soziale Staffelungen nicht kontrollieren, in Notfällen sei die geplante Inkassoregelung durch den Arzt überhaupt undurchführbar: "Wir können ja einem Ohnmächtigen nicht einfach die Euros aus dem Taschl ziehen", so Hosiner.

Auf die Ärzte als Selbstbehaltskassiere setzt auch der der Dienstnehmerkurie angehörende Vizepräsident des Verwaltungsrates im Hauptverband, Herwig Frad: "Es macht sicher Sinn, wenn der Selbstbehalt dort eingehoben wird, wo auch die Leistung anfällt." Sie müssten aber sozial gerecht sein. Der Katholische Familienverband fordert Ausnahmen für Kinder, das Wiener "Haus der Barmherzigkeit" für Pflegebedürftige und chronisch Kranke. (nim/DER STANDARD, Printausgabe, 4.4.2003)

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