Neun Greifvögel in der Giftfalle

3. April 2003, 19:11
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Wieder Nervengift Carbofuran - Vögel sind nach dem Fressen vergifteter Fleischköder verendet

Wien - "Da bemüht man sich, dass die Vögel ungestört aufwachsen - und dann werden sie vergiftet", beschwert sich Remo Probst vom World Wide Fund for Nature (WWF).

Hintergrund seiner Verzweiflung: In den vergangenen Wochen sind im burgenländischen Seewinkel und im niederösterreichischen Weinviertel sage und schreibe neun Greifvögel nach dem Fressen vergifteter Fleischköder verendet: zwei Seeadler, ein Kaiseradler, ein Rotmilan, vier Bussarde und ein Uhu.

Nervengift Carbofuran

Mit dem Wildtiersterben durch das Nervengift Carbofuran müsse "jetzt Schluss sein", fordert deshalb WWF-Präsident Helmut Pechlaner. Weil die wieder aufgeflammte Giftlegerei die Bemühungen für den Greifvogelschutz zunichte zu machen drohe. Und weil "Gifte, die einen derart qualvollen Tod verursachen, aus Prinzip gesetzlich verboten werden müssen".

Pechlaner rief die Jägerschaft auf, gegen Giftleger in den Revieren aktiv zu werden. Peter Lebersorger von der Zentralstelle der Jagdverbände kündigte an, die Jägerschaft werde in Zukunft sämtliche Kosten für Untersuchungen verendeter Tiere übernehmen. (bri, DER STANDARD Printausgabe 4.4.2003)

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