Standard & Poor's erwartet bessere Bonität bei Telekom-Werten

3. April 2003, 18:42
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"Großes Potenzial" bei France Telecom

Nach einer Phase drastisch reduzierter Kredit-Bewertungen bei europäischen Telekommunikations-Unternehmen erwartet die Ratingagentur Standard & Poor's nun wieder bessere Bonitäts-Noten in der Branche.

Der Abteilungsleiter Unternehmensratings bei der Agentur Standard & Poor's, Peter Kernan, sagte am Donnerstag in Madrid, grundsätzlich werde es zu einer Verbesserung der Kreditwürdigkeit in der Telekom-Branche kommen. Bei KPN, BT und TeliaSonera habe es bereits eine deutliche Verbesserung der Bonitäts-Bewertungen gegeben, nachdem die Unternehmen sich mit neuem Kapital versorgt hätten.

Bei France Telecom werde nach der Ankündigung einer Kapitalerhöhung um 15 Mrd. Euro derzeit eine Heraufstufung der Bewertung geprüft, sagte Kernan. Er sehe noch "ein großes Potenzial" für eine fortgesetzte Rating-Verbesserung bei dem mehrheitlich staatlichen französischen Konzern, fügte er hinzu. Bei den übrigen Branchengrößen wie Deutsche Telekom und Telefonica sei kein Druck mehr auf die Unternehmensbonität zu spüren. Die überwiegende Zahl der europäischen Telekom-Konzerne weise unter Gesichtspunkten der Bonität mittlerweile eine stabile Verfassung auf.

Die durch Ratingagenturen bewertete Kreditwürdigkeit der europäischen Telekom-Unternehmen hatte in den vergangenen Jahren vor allem wegen hoher Investitionen in die neue Mobilfunktechnik UMTS und teurer Unternehmenszukäufe gelitten. So summierten sich allein die Kosten für die UMTS-Lizenzen auf rund 100 Mrd. Euro. Selbst Konzerne mit einem großen Staatsanteil, die früher als solide Kreditnehmer galten, erlebten eine drastische Herabstufung ihrer Bonität. Beispielsweise werden Anleihen von France Telecom und Deutscher Telekom nur noch knapp mit dem Gütesiegel Investment-Grad bewertet.(APA)

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