Weststeirer rettete drei Kinder aus brennendem Wohnhaus

3. April 2003, 18:37
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Mit Leintüchern aus sechs Metern Höhe abgeseilt - Der Mann und eines der Kinder erlitten Brandverletzungen und Rauchgasvergiftung

Graz - In einer dramatischen Rettungsaktion hat ein Weststeirer in Schamberg bei Frauental (Bezirk Deutschlandsberg) seine drei Kinder aus dem brennenden Wohnhaus befreit: Der 46-jährige Johann E. knüpfte, als die Flammen den Weg aus dem Dachgeschoss versperrten, Leintücher zusammen und brachte die Kinder in Sicherheit. Sich selbst konnte er erst mit Hilfe von Leitern der Nachbarn retten. Der Mann und eines der Kinder erlitten Brandverletzungen bzw. eine Rauchgasvergiftung.

Brandursache unbekannt

Der Brand in dem alten Bauernhaus war laut Gendarmerie gegen 2.15 Uhr aus ungekannter Ursache ausgebrochen. Johann E., der mit seiner Frau im Parterre geschlafen hatte, bemerkte den Brand und stürmte in den Dachausbau, wo die drei Kinder im Alter zwischen acht und zwölf Jahren schliefen. Doch die Flammen versperrten im Nu den Rückweg: Der Dachstuhl stand in Vollbrand. Johann E., selbst Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, handelte geistesgegenwärtig und knüpfte mehrere Leintücher aneinander. Dann wurden die Kinder aus einem Fenster in sechs Metern Höhe abgeseilt.

Brandwunden und eine Rauchgasvergiftung

Im Zuge der Bergung wurde der Familienvater selbst verletzt: Er erlitt Brandwunden und eine Rauchgasvergiftung. Mit Hilfe von Nachbarn, die rasch mit einer Leiter zur Stelle waren, konnte sich Johann E. schließlich auch noch selbst in Sicherheit bringen. Eines der Kinder, ein zehnjähriger Bub, trug ebenfalls Brandverletzungen davon, die Ehefrau des Retters erlitt einen Schock.

Insgesamt standen acht Feuerwehren mit 125 Leuten im Einsatz, das zum Teil aus Holz gebaute und erst kürzlich renovierte Haus wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen. (APA)

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