"Le Monde" verlangt wegen Skandalbuchs Million Euro Schadenersatz

3. April 2003, 17:56
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Verleumdungen auf "jeder einzelnen Seite" beanstandet

Nach dem Skandalbuch über die journalistische Ethik bei "Le Monde" verlangt die angesehene Pariser Tageszeitung eine Million Euro Schadenersatz von den Autoren und dem Verlag. Wegen "jeder einzelnen Seite" des gut 600 Seiten dicken Buches könne "Le Monde" klagen, hieß es in der 13-seitigen Klageschrift.

Vor Gericht sollten aber nur jene Passagen untersucht werden, die in jedem Fall strafbar seien. Die Klage richtet sich gegen die Autoren Pierre Péan und Philippe Cohen, Verleger Claude Durand sowie den Verlag Fayard.

Heftige Debatte

Das Buch "La face cachee du Monde" um angebliche fragwürdige bis abstoßende Praktiken bei der Führungsspitze von "Le Monde" hatte in Frankreich eine heftige Debatte um die renommierteste Zeitung des Landes ausgelöst.

Pean und Cohen stellen die publizistische Unabhängigkeit des Blattes in Frage und beschuldigen die Direktion, in unsaubere Kampagnen um Politik und Wirtschaft verstrickt zu sein. Das Werk wurde heimlich in Spanien gedruckt und nach seinem Erscheinen Ende Februar sofort ein Bestseller. (APA)

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