Slowakei: Roma-Frauen "im Einklang mit Vorschriften" sterilisiert

3. April 2003, 15:46
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Untersuchung des Gesundheitsministeriums stellte "keinen Gesetzesbruch" fest

Preßburg - Alle Sterilisierungen von Roma-Frauen in slowakischen Krankenhäusern in den letzten Jahren sind im Einklang mit den gültigen Vorschriften durchgeführt worden, sagt das slowakische Gesundheitsministerium. Tomas Szalay, Pressesprecher des Ministeriums, erklärte am heutigen Donnerstag in Preßburg, dass eine Untersuchung die Behauptungen über Zwangssterilisierungen nicht bestätigt habe. Barbora Bukovska, eine Mitautorin des Berichtes, sagte aber auch, dass die Nachforschungen gezeigt hätten, dass es in zwei Fällen bei minderjährigen Mädchen einen begründeten Verdacht gebe, dass das Gesetz nicht respektiert worden sei.

Laut dem Direktor des Krankenhauses von Krompachy, nördlich der ostslowakischen Stadt Kosice, habe es sich hier um "dringende Fälle" gehandelt, wo es "nicht möglich" war, sofort die Zustimmung des gesetzlichen Vertreters dieser Mädchen zu bekommen. Stanislav Ryban, Pressesprecher des Innenministeriums, das die Untersuchungen in dem Fall führt, beschwerte sich wiederum, dass die Autoren des Berichtes Aussagen vor der Untersuchungskommission ablehnten und so die Ermittlungen "in der Sackgasse stecken zu bleiben" drohten.

Im Jänner 2003 hatten eine US-Organisation für Fortpflanzungsrechte und die Beratungsstelle für Menschen- und Bürgerrechte in Kosice den Bericht "Körper und Seele" veröffentlicht, in dem behauptet worden war, dass in der Slowakei in den letzten Jahren mehr als 150 Frauen der Roma-Minderheit zwangssterilisiert worden seien. Das slowakische Innenministerium richtete daraufhin eine spezielle Ermittlungskommission ein, um diese Anschuldigungen überprüfen.(APA)

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