Das Café Atelier ist kein Treppenwitz

3. April 2003, 21:09
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Hollein-Cafe bei der Albertina nach langen Streitigkeiten eröffnet

Wien - Architekt Hans Hollein hat das Lokal absichtlich unter die Rolltreppe gesetzt, die ins Museum führt. Am Samstag wird eröffnet. Gastro- nomisch ist die Albertina in der Hand von Josef Bitzinger und Sohn. Vier Lokale betreiben sie darin.

Streitigkeiten im Vorfeld

Die Bauarbeiten sowie die Streitigkeiten, die dem Projekt vorausgingen, waren umfangreich - jetzt hat es seinen Betrieb aufgenommen: Das Cafe Atelier neben dem Eingangsbereich der kürzlich wieder eröffneten Wiener Albertina. "Das Schaufenster und die Visitenkarte der Albertina kann nicht ein Stadtheuriger sein", hatte Museums-Direktor Klaus Albrecht Schröder noch vor einem Jahr gepoltert.

Kaffeehaus statt Heuriger Jetzt hat ein "modernes trendiges Kaffeehaus" dort eröffnet, wie Betreiber Josef Bitzinger und Architekt Hans Hollein am Donnerstag betonten.

Bitzinger ist nicht nur Chef des neuen Cafes, sondern auch Besitzer des benachbarten Augustinerkellers, der sich durch eher rustikales Ambiente auszeichnet. "Es war nie geplant, beim Albertina-Eingang einen Heurigen zu errichten", versicherte Bitzinger bei der Eröffnungs-Pressekonferenz im Cafe Atelier. Mit Schröder verstehe er sich wieder "sehr, sehr gut", betonte der Gastwirt, der auch Obmann der Sparte Tourismus- und Freizeitwirtschaft in der Wiener Wirtschaftskammer ist.

Neugestaltung des Albertina-Eingangsbereichs

"Es ist ein nicht sehr typisches Wiener Cafe", kommentierte Hollein, der auch für die Neugestaltung des Albertina-Eingangsbereichs verantwortlich zeichnet, seinen Entwurf. Wo sich das Lokal heute befindet, war bis zum Herbst 2002 nichts als Erde. Das Kaffeehaus wurde in die Befestigung der Augustinerbastei eingegraben.

Palais Tarucca

Im Inneren des Lokals kann eine Fundamentmauer bestaunt werden, die ihre letzte Veränderung beim Neubau des an dieser Stelle 1745 errichteten Palais Tarucca (oder auch Tarouca, Anm.) erfahren hat. Eingemauerte Findlinge stammen wahrscheinlich noch aus der ersten Stadtmauer Wiens.

Ein völlig anderes Bild bietet die gegenüber liegende Wand: Sie besteht aus angerostetem Stahl. In den rund sechseinhalb Meter hohen Raum ragt außerdem eine Stahlplatte, auf der in Zukunft gelegentlich DJs Platz nehmen sollen.

Im Cafe haben rund 70 Gäste einen Sitzplatz - unter anderem auf roten Lederbänken. Schon bald soll auch ein Open-Air-Bereich dazukommen: Direkt vor dem Albertina-Eingang wird ein Schanigarten errichtet.

Das Cafe Atelier ist nicht unmittelbar von der Albertina zu betreten, sondern durch einen Eingang, der neben der zum Hauptportal führenden Rolltreppe liegt. Eine straßenseitige Glasfront gewährt jedoch auch Besuchern der Sammlung Einblick in das Lokal. Auch in der Albertina selbst ist ein Cafe-Restaurant geplant. Es soll noch im April seine Pforten öffnen. (APA)

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