Vielversprechende Ergebnisse mit Alzheimer-Medikament

3. April 2003, 15:18
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Studie: Memantine beeinflusst Krankheit auch im fortgeschrittenen Stadium

Boston/Frankfurt am Main - Erste umfassende Tests mit dem Alzheimer-Medikament Memantine haben vielversprechende Ergebnisse gebracht. Das Medikament bremst das Fortschreiten der Erkrankung und ist das erste Mittel, das Alzheimer im fortgeschrittenen Stadium beeinflusst. Das von Merz Pharmaceuticals hergestellte Memantine ist seit Mai 2002 in Europa zugelassen. Die Ergebnisse der zum Teil von Merz finanzierten Studie wurden am Donnerstag im Fachblatt New England Journal of Medicine veröffentlicht.

In der sechsmonatigen Studie unter der Leitung von Barry Reisberg von der New York School of Medicine wurde 181 Patienten mit einer moderaten bis schweren Ausprägung der Erkrankung das Medikament verabreicht. Laut Reisberg bremste Memantine den Verlust von Alltagsfähigkeiten wie etwa sich selbst zu waschen oder sich anzukleiden im Gegensatz zu Placebo-Patienten um die Hälfte. Das Medikament erhöht demnach die geistige Leistungs- und Aufnahmefähigkeit der Patienten und erleichtert ihnen tägliche Verrichtungen wie Essen, sich waschen oder das Erledigen einfacher Hausarbeiten.

Anders als sämtliche anderen derzeit eingesetzten und getesteten Alzheimer-Medikamente hemmt Memantine den Botenstoff im Gehirn Glutamat. Der Botenstoff ist für das Erinnerungsvermögen und Lernen wichtig und kommt bei Alzheimer-Patienten in erhöhter Konzentration vor. Als Folge kommt es zu einer verstärkten Erregung der Nervenzellen, die zu Nervenschäden führen kann. Die meisten anderen Medikamente erhöhen die Aktivität von Nervenzellen, die den Botenstoff Acetylcholin zur Signal-Übertragung nutzen. (pte)

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