"SMART-1" in den Startlöchern

4. April 2003, 20:22
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Erste Mondsonde der ESA startet im Sommer zum Erdtrabanten

Den Haag - Die erste Mondsonde der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), SMART-1, ist bereit für die Reise zum Mond. Die letzten Tests beim Weltraumforschungs- und technologiezentrum (ESTEC) in Noordwijk an der niederländischen Nordseeküste sind so gut wie abgeschlossen. "Am 15. April wird die Sonde hier für die Reise nach Französisch Guyana verstaut", berichtete ein ESA-Sprecher vor Journalisten in den Niederlanden. Nach seinen Angaben ist die Sonde seit August auf Herz und Nieren geprüft worden.

Wann genau die nur etwa 350 Kilo schwere Sonde zum Start mit einer Ariane-5-Rakete gebracht wird, steht noch nicht fest. Noch immer wird mit einem Datum Ende Juli oder Anfang August gerechnet. Dann soll von Kourou aus das für etwa 100 Millionen Euro entstandene Gefährt mit seinem solar-elektronischen Weltraumantrieb die für mindestens zwei Jahre bemessene Reise um den Erdtrabanten beginnen. Bereits im November können nach ESA-Erwartungen erste Aufnahmen die Erde erreichen.

Aufschluss über Herkunft und Beschaffenheit

SMART-1 wird etwa 100 Millionen Kilometer zurückgelegt haben, wenn es im Gravitationsfeld des Mondes seine Untersuchungen des Himmelskörpers beginnt, sagte ESA-Projektmanager Giuseppe Racca in Noordwijk. Die in Ellipsen zurückgelegte Strecke entspricht etwa Zweidrittel der Entfernung zwischen Erde und Sonne. Aus einer Umlaufbahn um den Mond soll die Sonde Daten liefern, von denen sich die Wissenschafter Aufschluss über Herkunft und Beschaffenheit des Erdtrabanten erhoffen.

Mindestens zwei Jahre lang soll die SMART-1-Mission dauern. Allerdings sei es auch möglich, dass die Sonde und ihre Geräte viele Jahre länger funktionsfähig blieben, erläuterten ESA-Experten. Eine Rückkehr zur Erde ist nicht geplant. Möglicherweise werde die Sonde eines Tages auf dem Mond zerschellen. (APA/dpa)

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    foto: esa
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